Eindringlich erzählt Doron Schneider über sein Heimatland.
Eindringlich erzählt Doron Schneider über sein Heimatland. (Foto: Graser)

Der israelische Journalist Doron Schneider hat im evangelischen Gemeindehaus Oberdorf vor rund 100 Zuhörern über sein Heimatland referiert. Als messianischer Jude ist Schneider der Ansicht, dass die Situation im Nahen Osten mithilfe der Bibel zu verstehen ist.

Doron Schneider ist in Düsseldorf geboren und im Jahr 1978 im Alter von elf Jahren mit seiner Familie nach Israel eingewandert. Den dreijährigen Wehrdienst leistete Schneider bei einer Spezialeinheit der israelischen Marine ab, später arbeitete er als Journalist bei der Tageszeitung „Yedioth Aharonoth“.

Inzwischen ist er selbstständig. Pro Monat nimmt er sich nach eigenen Worten eine Woche Zeit für Vortragsreisen, in denen er für die Aussöhnung von Christen und Juden wirbt. Außerdem hat er das Projekt „Wir haben euch nicht vergessen“ gegründet, das Besuchsdienste für die in Israel lebenden Überlebenden des Holocaust organisiert. Für diese Menschen sei Einsamkeit das wichtigste Problem, weil ihre Familien größtenteils ausgelöscht wurden, sagt Schneider. Es gehe darum, Zeit mit den Holocaust-Überlebenden zu verbringen und ihnen den oft beschwerlichen Alltag zu erleichtern.

Zur aktuellen politischen Lage sagte Schneider, dass US-Präsident US-Präsident Donald Trump in Israel deutlich beliebter sei als etwa in Deutschland, weil er Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt habe. Laut Umfragen wäre der überwiegende Teil der Israelis nicht mit einer Friedensregelung einverstanden, die eine Teilung oder gar die Aufgabe Jerusalems bedeuten würde. Der Israeli kritisierte zudem die internationalen Medien für die aus seiner Sicht einseitige Berichterstattung im Nahostkonflikt. Auf die Situation der Palästinenser ging Schneider dagegen kaum ein.

Der Israeli machte klar, dass man kein Gegner der Palästinenser und der Araber sein müsse, um ein Freund Israels zu sein. „Das ist nicht richtig, nicht biblisch und nicht christlich“, sagte er. Gott habe das jüdische Volk, ein „kleines und schwieriges Volk“, wie Schneider sich ausdrückte, nicht deshalb auserwählt, weil er es mehr liebe als andere. Sondern weil Gott ein Werkzeug brauchte, um die Welt „zu reparieren“. Und aus diesem Volk sei Jesus gekommen.

Schneider beruft sich auf Prophezeiungen aus der Bibel

Doron Schneider versteht sich als messianischer Jude, der an Jesus Christus glaubt, aber den jüdischen Traditionen treu bleibt. Diese Richtung hat in Israel nach Schneiders Angaben rund 10 000 Anhänger. Er betrachtet das Geschehen im Nahen Osten deshalb auch aus „prophetischer Sicht“. So sei die Entstehung des modernen Israel in der Bibel vorhergesagt worden, etwa beim Propheten Ezechiel im 37. Kapitel seines Buches. Die Existenz Israels ist für ihn somit ein Beweis für das Wirken Gottes.

Mit der Staatsgründung Israels vor 70 Jahren sei ein Prozess in Gang gekommen, den Schneider die „Wiederherstellung“ nennt. Inzwischen lebten 43 Prozent der weltweit etwa 14,6 Millionen Juden in Israel. 1948 seien es nur sechs Prozent gewesen. Der Israeli ist überzeugt, dass sich das ganze jüdische Volk in absehbarer Zeit in Israel sammeln wird.

Danach werde Gott den heiligen Geist über dem Volk ausgießen, erwartet Schneider gemäß dem Propheten Ezechiel. Derzeit sei die israelische Bevölkerung größtenteils weltlich eingestellt, weil der Geist noch fehle. Wenn die Wiederherstellung abgeschlossen sei, werde Christus zurückkehren, sagt der Israeli. Dabei beruft er sich auf eine Prophezeiung des heiligen Petrus, die im dritten Kapitel der Apostelgeschichte steht. Am Ende des Vortrags bat Schneider um das Gebet der Anwesenden für das heilige Land.

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