In der ehemaligen Synagoge gedachte man der dort 1942 verschleppten und ermordeten Juden. Schüler der Haupt- und Realschule sowie des Gymnasiums wirkten bei der Veranstaltung mit.

Der Holocaust kostete eine unvorstellbar große Zahl an Menschenleben und schaffte entsetzliches Leid. Auch in Oberdorf ereilte 109 Menschen dieses Schicksal. Das ehemalige Gotteshaus der jüdischen Gemeinde wird seit langer Zeit von einem Trägerverein betreut und als Gedenkstätte genutzt.

„Die meisten hier haben das nicht erlebt“, begrüßte der Landrat a.D. Dr. Diethelm Winter die Besucher. Dennoch sieht er immer die Frage: „Warum konnte das geschehen.“ Daraus zu lernen sei das Wichtigste und vor allem nicht zu schweigen bei Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Auch eine Besonderheit stellte Winter in Oberdorf fest, denn als die Synagoge am 9. November 1938 in Brandt gesteckt werden sollte, löschten auch Christen das Feuer.

Alle Namen der 109 Deportierten wurden verlesen und ihrer mit einer Schweigeminute gedacht. Dies sei die größte Strafe, die man ihren Mördern noch geben könne, da viele von ihnen nicht verurteilt wurden, wie Bürgermeister Gunther Bühler anmerkte. Gabriele Seefried als Stellvertreterin des Landrates betonte, die Verfassung der Bundesrepublik könne den heute Lebenden die Angst vor einem Wiederaufkommen derartiger Geschehnisse nehmen. Seefried endete mit einem Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker: „Die Jungen sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird.“

Mit zahlreichen Musikstücken, einem Davidstern mit den Namen aller Opfer und Gedichten trugen Schüler der Hauptschule, der Realschule und des Gymnasiums ihren Teil zur Veranstaltung bei. Besonders davon war Dr. Alfred Geisel vom Verein „Gegen Vergessen - Für Demokratie“ beeindruckt. Veranstaltungen wie diese und die Arbeit des Trägervereins der ehemaligen Synagoge seien elementar, um die Erinnerung nicht erlöschen zu lassen.

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