Von Südindien nach Abtsgmünd: Großer Andrang bei Vortrag

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Spannender Gesprächsabend mit (von links) Natali Kirchmaier, Pater Johny Maniamkeril und Pfarrer Martin Gerlach.
Spannender Gesprächsabend mit (von links) Natali Kirchmaier, Pater Johny Maniamkeril und Pfarrer Martin Gerlach. (Foto: wolfgang fath)
Wolfgang Fath

Die Vortragsreihe „Mein Weg nach Abtsgmünd“ hat ihre beeindruckende Erfolgsgeschichte fortgesetzt. Erneut waren in der Zehntscheuer sogar die Stehplätze knapp, als Pater Johny Maniamkeril aus dem Bundesstaat Kerala in Südindien seinen Weg nach Abtsgmünd schilderte.

Der große Andrang versetzte sogar Moderatorin Natali Kirchmaier in Erstaunen. Man habe für den Vortragsabend schon lange einmal einen Pfarrer haben wollen und nun habe man sogar gleich zwei.

Zu Gast war neben Pater Johny Maniamkeril auch Pfarrer Martin Gerlach, gebürtig aus Laupheim. Gewohnt locker und unkompliziert ging es dann in der Vorstellungs- und Fragerunde zu. Natali Kirchmaier hatte keine Probleme, die beiden Pfarrer aus der Reserve zu locken.

Pater Johny ist als katholischer Priester schon über zwölf Jahre in Hohenstadt, Pfarrer Gerlach betreut seit 14 Jahren die evangelischen Kirchengemeinden Abtsgmünd, Neubronn und Leinroden.

Da die Lebensgeschichte der beiden doch sehr verschieden ist, war es für die Zuhörer ein kurzweiliger Abend. Für Pater Johny war schon im Alter von zehn Jahren klar, dass er Priester werden wolle. Mit 15 Jahren kam er in ein Priesterseminar, seine zwölfjährige Ausbildung führte ihn bis nach Rom, wo er seinen Master in Philosophie machte. Während seiner Ausbildung war es für ihn immer wieder erforderlich, neue Sprachen zu lernen. Selbst in Indien musste er sechs Regionalsprachen erlernen.

Bereits in der Grundschule habe er die Regionalsprache von Kerala sowie Hindi und Englisch lernen müssen. Pfarrer Gerlach gab zu, dass er nicht so sprachbegabt gewesen sei, er habe es trotzdem geschafft, die Prüfungen in Griechisch, Lateinisch und Hebräisch erfolgreich zu absolvieren. Für ihn sei es nicht sofort klar gewesen, dass er Pfarrer werden wollte, er liebäugelte zu Beginn mit einer Ausbildung als Jugendreferent, sagte er. Er habe von sich selbst nicht das damals übliche Bild eines Pfarrers mit Anzug und Schlips gehabt.

Während in Gerlachs Familie das Thema Religion eigentlich keinen besonderen Stellenwert hatte, berichtete Pater Johny vom täglichen längeren Gebet in der Familie. Für ihn war es nach vierjähriger Lehrtätigkeit in Kerala in erster Linie ein Angebot seines Ordens, nach Deutschland zu gehen.

Pfarrer Gerlach konnte sich den ersten Ort nach seiner Vikarstätigkeit in Ravensburg überraschend kurzfristig unter vielen Angeboten der Landeskirche aussuchen. Er habe dies dann sehr pragmatisch getan, sagte er. Er wollte in keine größere Stadt, aber auch in kein zu kleines Dorf gehen. Es sei ihm auch wichtig gewesen, ein größeres Pfarrhaus mit Platz für seine drei Kinder zu haben.

Beide sehen sich als moderne Missionare, Pater Johny angesichts der leeren Kirchen, die er aus Indien nicht kenne. Für ihn stehe auch die Toleranz unter den Religionen im Vordergrund. Pfarrer Gerlach sind gute Jugendarbeit und zeitgemäße Gottesdienstformen wichtig. Als „Pfarrer mit der Gitarre“ erfreute er die Zuhörer mit zwei Liedern.

Beide betonten, dass es ihnen in Abtsgmünd sehr gut gefalle und sie gut aufgenommen wurden. Im Anschluss gab es im Foyer der Zehntscheuer noch Gelegenheit, sich bei der von „Abtsgmünd International“ wieder bestens vorbereiteten Veranstaltung bei indischer Linsensuppe oder Laupheimer „Berches“, einem jüdischen Gebäck, zu unterhalten.

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