Die beiden Kabarettisten bauen unter anderem Videoclips in ihre Nummern ein.
Die beiden Kabarettisten bauen unter anderem Videoclips in ihre Nummern ein. (Foto: Eberstein)

Ernst und Heinrich, das schwäbisch-internationale Duo Ernst Mantel und Heiner Reiff, hat sein 20- jähriges Bühnenjubiläum mit einem Best-of im Käsers Stall in Laubach gefeiert.

Natürlich können Ernst und Heinrich nicht alle Nummern spielen, die sie je verzapft haben, aber wer sie mal auf der Bühne gesehen hat, weiß dass diese Blütenlese aus sieben Programmen eigentlich nur Appetit auf mehr machen kann.

Die Dialektik des Dialekts, wie sie es selber sagen, treiben sie auf die Spitze, untermauern sie mit göttlichen Gitarrenklängen und zementieren Dinge ins Hirn, die nie wieder raus gehen. Wer kann den Namen Manfred schon hören, ohne an die Verballhornung mit dem „m“ zu denken? Das Wissen auf Rädern kommt aus dem Blautopf der schwäbischen Seele, davon sind sie überzeugt. Was sie nicht hindert, hawaiianische Erntegesänge ausgewanderter Schwaben zu intonieren.

Dabei sind sie weder spießig noch altbacken. Ihre Show wird medial mit Filmchen und Clips unterstützt, die sie in ihre Nummern einbauen. Immer witzig, immer auf den Punkt gebracht. Sie sind alte Hasen, die genau wissen, wie man Pointen setzt und Lacher erzeugt. Dabei machen sie nie den Eindruck, als könnten sie ihre eigenen Texte nicht mehr hören. Es kommt frisch und lebendig von der Bühne und erfreut die Zuschauer. Und alle haben Spaß.

Hier im Käsers Stall trifft intelligente schwäbische Mundart auf urwüchsige Gemütlichkeit und es ist fast wie daheim im Wohnzimmer, was so einige Lacher verstärkt, fühlt man sich doch ertappt und durchschaut. Schwäbisch sprechen ist gesund, besonders wenn man es im ausverkauften Stall gemeinsam tut. Da wundert es nicht, dass drei Zugaben erklatscht werden, die sich dann auch sofort zu erneuten Höhepunkten mausern. Auch nach den ersten 20 Bühnenjahren rappen die beiden Herren im besten Mannesalter wie Youngsters, einschließlich Basecap und Baggyhosen. Man darf gespannt sein, was Ernst und Heinrich die nächsten Jahrzehnte noch bringen werden.

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