Die Lein ohne Wehre – geht das überhaupt?

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Das Rossnagel-Wehr in Leinroden.
Das Rossnagel-Wehr in Leinroden. (Foto: Regierungspräsidium Stuttgart)

Das Regierungspräsidium Stuttgart untersucht ab sofort, mit welchen Auswirkungen zu rechnen ist, wenn drei bestehende Wehre an der Lein rückgebaut werden. Es handelt sich um das Rossnagel-Wehr in Abtsgmünd-Leinroden, das Laubacher Wehr in Abtsgmünd-Laubach und das Mulfinger Wehr in Göggingen-Mulfingen.

Warum wird untersucht?

Die bestehenden Wehre verhindern die Wanderung, insbesondere von Fischen. Ein Rückbau der Wehre würde die sogenannte Durchgängigkeit der Lein wesentlich verbessern.

Was wird untersucht?

Im Zuge der Untersuchung sollen drei Kernfragen geklärt werden: Wie würden sich die Grundwasserstände im Leintal verändern? Sind Setzungen mit Auswirkungen auf Gebäude und Infrastruktur zu erwarten? Würde ein Rückbau der Wehre dazu führen, dass sich das Gewässerbett der Lein stark eintieft und die Ufer instabil werden?

Wie wird untersucht?

Gestartet wird ab sofort mit der Untersuchung der Sohle der Lein. An verschiedenen Stellen wird die Beschaffenheit, insbesondere die Größe beziehungsweise der Durchmesser des Sohlmaterials ermittelt. Dazu kommt auch ein Boot zum Einsatz. Pro Wehr dauern diese Untersuchungen etwa zwei bis drei Tage. Im Anschluss daran werden diese Daten ausgewertet.

Im Laufe des Sommers 2018 sollen Grundwassermessstellen gebohrt werden. Dazu werden Bohrgeräte eingesetzt. Insgesamt werden die Bohrarbeiten an den drei Wehren über einen Zeitraum von jeweils ein bis zwei Monaten dauern. In diesen Messstellen können dann die Grundwasserstände beobachtet werden. Im Zuge des Messstellenbaus werden auch die Baugrundverhältnisse mit erkundet. Für 2019 ist geplant, im Zuge von Versuchen über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen pro Wehr den Wasserstand der Lein um etwa einen bis zwei Meter abzusenken. Auf der Basis dieser kurzzeitigen Grundwasserstand-Reaktionen sollen dann die langfristigen Reaktionen bei einem Rückbau vorhergesagt werden.

Wann ist mit Ergebnissen zu rechnen?

Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen bis Ende 2019 vorliegen.

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