Von Vivian Timothy aus Nigeria stammt diese Arbeit.
Von Vivian Timothy aus Nigeria stammt diese Arbeit. (Foto: ossig)
Aalener Nachrichten

Öffnungszeiten: sonntags von 11 bis 17 Uhr, am 1. Dezember von 16 bis 19 Uhr, am 8. und 15. Dezember von 19 von 21 Uhr und am 26. Dezember von 11 bis 17 Uhr. Infos (auch zu Führungen): unter info@kiss-untergroeningen.de oder Telefon 07366 / 8218.

Die Ausstellung „Identity“ mit Werken von Künstlern, die aus ihren Heimatländern flüchten mussten und in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben, wird am Donnerstag, 29. November, um 19 Uhr im Schloss Untergröningen eröffnet. Die Schau, die vom Kunstverein Kiss präsentiert wird, ist bis zum 26. Dezember geöffnet.

Kuratorin Heidi Hahn begrüßt bei der Vernissage zur musikalischen Umrahmung den blingen Geiger Ahmad Ahmad aus Damaskus und Vater des „Pianisten, der aus den Trümmern kam“, Aeham Ahmad. Ahmad Ahmad ist erst seit wenigen Wochen in Deutschland.

Die größte Völkerwanderung seit der Antike fand zwischen 1939 und 1951 auf dem Gebiet des Vorkriegsdeutschlands statt. Mehr als 14 Millionen Deutsche mussten damals ihre Heimat in Ost- und Ostmitteleuropa verlassen. Derzeit haben 68 Millionen Menschen weltweit ihr Zuhause, ihr Leben aufgegeben für eine ungewisse Zukunft. Trotzdem ist der Begriff „Flucht“ auch positiv belegt: „Flucht aus dem Alltag“ - das bedeutet Entspannung, Freizeit.

Doch: Wie ist das eigentlich mit der Flucht? Trifft sie immer nur die anderen? Was geht der Flucht voran und vor allem: Was kommt danach? „Identity“, die Ausstellung mit Werken von Künstlern, die aus ihren Heimatländern flüchten mussten und in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben, macht sich auf die Suche. Der Betrachter trifft auf Bilder, Fotografien, Kollagen und Skulpturen von Künstlern aus den verschiedensten Kulturen. Und er sieht die Spuren des Leids, der Angst, der Verzweiflung.

Allgegenwärtig sind die Orientierungslosigkeit, das Zwischen-den-Welten-Sein und die Suche. Die Suche nach alten und neuen Identitäten, nach alter und neuer Heimat, alter und neuer Kultur, aber vor allem die Suche nach dem Dazwischen, dem Warten auf die Möglichkeit, ein neues Leben beginnen zu können.

Bei „Identity“ durchwandert der Besucher die Flucht in all ihren Facetten: Er marschiert durch die Trümmer eines Luftangriffes, er erahnt die Zustände in Gefängnissen, im UNHCR-Flüchtlingszelt, ja er macht sich gar selbst auf die Flucht zu Wasser und zu Land.

Um die Themen Krieg, Vertreibung und Flucht auf 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche für die Besucher zur unmittelbaren Realität werden zu lassen, hat der Kunstverein Kiss mit der UNO-Flüchtlingshilfe, Seawatch, Mimycri Berlin, Amnesty International und auch regional mit der LEA Ellwangen und dem Flüchtlingsrat Baden-Württemberg zusammengearbeitet. Die Ausstellung ist eingebunden in das Rahmenprogramm des Jubiläums „30 Jahre Flüchtlingsrat Baden-Württemberg“.

Neben bekannten Künstlern wie Faisal Adil Fahar al Salih aus dem Irak oder Chidi Kwubiri aus Nigeria, der bereits das Misereor-Hungertuch gestaltet hat, ist auch der syrische Cartoonist Hussam Sarah dabei, der für seine politischen Karikaturen in seiner Heimat und in den Nachbarländern verfolgt wurde. Die Ausstellung zeigt aber auch Positionen von Flüchtlingen, die erst nach ihrer Ankunft in Deutschland begonnen haben, ihre schweren Traumata durch die Kunst zu verarbeiten und die oftmals Erschütterndes preisgeben.

Die Künstler: Faisal Adil Fahar Al-Salih, Inhar Khuder Ajam (beide Irak), Haci Altiner (Türkei), Toulin Balabaki, Ghaliah Saleh Souleiman, Hussam Sarah (alle Syrien), Mehrangiz Jawidnezhad, Nakisa Jalaei (beide Iran), Chidi Kwubiri, Vivian Timothy (beide Nigeria), Badou Ndong, Ebrima Seka, Yusupha Tamba (alle Gambia), Arnisa Arzemi und Agnesa Arezemim (beide Kosovo).

Öffnungszeiten: sonntags von 11 bis 17 Uhr, am 1. Dezember von 16 bis 19 Uhr, am 8. und 15. Dezember von 19 von 21 Uhr und am 26. Dezember von 11 bis 17 Uhr. Infos (auch zu Führungen): unter info@kiss-untergroeningen.de oder Telefon 07366 / 8218.

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