Arbeitsmarkt: Zahlen bleiben nicht gut

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Viel Lob für die Arbeit des Jobcenters hat es in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Kreistagsausschusses für Arbeit und Grundsicherung gegeben.

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Viel Lob für die Arbeit des Jobcenters hat es in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Kreistagsausschusses für Arbeit und Grundsicherung gegeben. Gleichzeitig billigten die Kreisräte das 81 Millionen Euro umfassende Budget für 2016, das damit um rund zehn Millionen über den Ansatz für das laufende Jahr liegt.Die Steigerung ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, dass im kommenden Jahr 750 Personen mehr, hauptsächlich Flüchtlinge, Hartz-IV-Leistungen erhalten werden, sagte der Geschäftsführer des Jobcenters, Thomas Koch. Auch für Verwaltung und Eingliederung wird mehr Geld gebraucht. Vom Bund gibt’s 2016 über eine Million Euro mehr.Landrat Klaus Pavel wies darauf hin, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht so gut bleiben wird wie zurzeit. Zwei Monate hintereinander habe die Arbeitsagentur eine Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent ausgewiesen. Wären im November 25 Arbeitslose weniger registriert worden, hätte man sogar die historisch niedrige Quote von 3,2 Prozent erreicht. Im Dezember werde die Arbeitslosigkeit nicht weiter zurückgehen und dann werde sich im neuen Jahr der Zuzug der Flüchtlinge auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen. Für ihre Arbeitsintegration werde man noch viel Hirnschmalz brauchen. Pavel: „Das ist zwar noch einige Monate hin, aber man muss das klug vorbereiten!“CDU-Sprecher Dr. Joachim Bläse sagte, man könne angesichts der wirtschaftlichen Lage zwar zuversichtlich ins nächste Jahr gehen. „Aber wir sind nicht in einem Idealzustand.“ Man werde weiter befristete Arbeitsverträge und Leiharbeit brauchen, man müsse außerdem an Arbeit für Menschen mit Behinderung denken. Auch die Zuwanderung aus der EU sei wichtig. Und man müsse überlegen, ob es sinnvoll sei, Menschen für das Nichtstun zu fördern. Damit meinte Bläse die Flüchtlinge, die nach seinen Beobachtungen selbst perplex seien, dass man in Deutschland Geld fürs Nichtstun bekomme.Für die Grünen mahnte Rolf Siedler, die Zahlen seien nicht so gut, dass man sich beruhigt zurücklehnen könne. Er fand es schade, dass nicht über öffentlich geförderte Beschäftigung diskutiert werde. Im übrigen zeichne sich am Konjunkturhimmel manches ab, das ihn beunruhige. Schließlich seien einige hundert Arbeitsplätze einfach verschwunden. In dieselbe Kerbe schlug Herbert Hieber (SPD). Er forderte, sich auf die berufliche Integration der Flüchtlinge vorzubereiten und Aktivität zu unterstützen, nicht Passivität.Im östlichen Teil des Kreises sehe die Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht ganz so gut aus, sagte Willibald Freihart (Freie Wähler). Bei Kathrein in Nördlingen und Mahler in Bopfingen fielen rund 1000 Arbeitsplätze weg. Freihart: „Da kommt einiges auf uns zu!“Wenn die 97 Prozent der Menschen, die einer Beschäftigung nachgingen, von ihrer Arbeit auch leben könnten, wäre die Lage gut, sagte Veronika Stossun (Linke). Aber leider reiche bei vielen der Lohn nicht aus, um davon leben zu können, goss sie Wasser in den Wein. Der Landrat warnte vor einer Weltuntergangsstimmung,wobei er jedoch einräumte: „Die Lage im Ries macht mir Sorgen. Wenn in Nördlingen etwas passiert wie der Fall Kathrein, dann betrifft es auch den Ostalbkreis.“

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