Zweite Grundschulförderklasse kommt ins Greut

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 An die Greutschule soll die zweite Aalener Grundschulförderklasse zusätzlich zu der dort bereits bestehenden verlagert werden.
An die Greutschule soll die zweite Aalener Grundschulförderklasse zusätzlich zu der dort bereits bestehenden verlagert werden. Bislang ist sie noch an der Gemeinschaftsschule Welland angesiedelt, aber wegen mangelnder Nachfrage dort derzeit unbesetzt. (Foto: Archiv: dpa)

Die derzeit noch an der Gemeinschaftsschule Welland in Hofherrnweiler bestehende Grundschulförderklasse wird wegen viel zu geringen Interesses zum Ende des Schuljahres 2018/2019 aufgehoben. Dafür wird an der Aalener Greutschule zum Schuljahr 2019/2020 neben der dort bereits bestehenden eine zweite Grundschulförderklasse eingerichtet. Die Stadt will dort dann zusätzlich eine kostenpflichtige Schülerbetreuung organisieren.

Das ist das Ergebnis von Verhandlungen zwischen der Stadt Aalen und dem Staatlichen Schulamt Göppingen, das jetzt auch der Kultur-, Bildungs- und Finanzausschuss des Gemeinderats gutgeheißen hat.

Kinder zur Grundschulfähigkeit führen

Ziel und Aufgabe einer Grundschulförderklasse (GFK) ist es, schulpflichtige, jedoch vom Schulbesuch zurückgestellte Kinder zur Grundschulfähigkeit zu führen. Mit der Aufnahme in eine GFK endet auch der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung.

Die zweite GFK neben der an der Greutschule war ursprünglich an der Kappelbergschule Hofen angedockt. Nachdem dort angesichts zurückgehender Anmeldezahlen keine GFK-Klasse mehr zustande kam, wurde diese zum Schuljahr 2016/17 an die Gemeinschaftsschule Welland verlegt. Im Schuljahr 2016/17 besuchten vier Kinder die GFK dort. Das Göppinger Schulamt hat diese Klasse trotz der geringen Schülerzahl in der Übergangsphase genehmigt. Im darauffolgenden Schuljahr 2017/18 gab es dann nur drei Anmeldungen. Damit konnte keine GFK gebildet werden. Die Kinder wurden an der Greutschule aufgenommen. Mit nur einer Anmeldung konnte auch zum aktuellen Schuljahr 2018/19 an der Gemeinschaftsschule Welland wieder keine GFK gebildet werden.

Das Schulamt drängte deshalb auf eine Aufhebung der GFK an der Gemeinschaftsschule Welland, da eine nochmalige Verlegung an einen anderen Standort aus Sicht des Schulamts wenig erfolgversprechend erschien. Nach weiteren Überlegungen und Gesprächen zwischen Stadt und Schulamt soll jetzt aber noch ein Versuch gestartet werden.

Die spannende Frage sei, so sagte Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann im Ausschuss, ob dieser Versuch an der Greutschule nun gelinge. Für ihn, so räumte er ein, sei es immer noch nicht nachvollziehbar, weshalb es an der Gemeinschaftsschule Welland nicht funktioniert habe, obwohl der Bedarf doch angeblich da sei.

Stadtrat Ralf Meiser (Grüne) unterstrich vehement Sinn und Notwendigkeit eines ausreichenden GFK-Angebots in Aalen. Sein Kollege Bernhard Ritter (Freie Wähler) hielt der Stadt vor, sie hätte den Bedarf für eine zweite GFK seit Beginn dieses Schuljahres längst überprüfen lassen können. OB Thilo Rentschler konterte. Festzustellen, für wie viele Kinder der Besuch einer GFK infrage komme und sinnvoll sei, sei in erster Linie eine pädagogische Aufgabe an den Kitas, nicht aber die Aufgabe des Schulbürgermeisters.

Im Übrigen, so machte Rentschler deutlich, habe die Stadt freiwillig die zweite GFK ja nie hergeben wollen. „Der Druck kam vom Schulamt“, so der OB.

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