Zweckverband garantiert sauberes Trinkwasser

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Über Geschichte und Aufgaben der Landeswasserversorgung hat Martin Grupp beim Geschichtsverein Aalen referiert.
Über Geschichte und Aufgaben der Landeswasserversorgung hat Martin Grupp beim Geschichtsverein Aalen referiert. (Foto: Oliver Berg)
Gerhard Krehlik

Wasser kommt bei uns aus dem Wasserhahn und zwar rund um die Uhr, jeden Tag, in bester Qualität und für den privaten Verbrauch praktisch in unbegrenzter Menge. Das war früher nicht immer und vor allem nicht überall so. Erst seit die Landeswasserversorgung (LWV) vor mittlerweile über 100 Jahren den Betrieb aufgenommen hat, ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser auch in Ostwürttemberg überall gesichert. In einem Vortrag beim Aalener Geschichtsverein am Dienstag im Sängerheim in Hofherrnweiler hat Wassermeister Martin Grupp, Leiter der Betriebsstelle Essingen der LWV, die etwa 50 Zuhörer über die Geschichte und die Aufgaben der LWV vor allem in unserer Region informiert.

Die LWV wurde als kommunaler Zweckverband 1912 vom letzten württembergischen König ins Leben gerufen, um Wasser vom Donauried rund um Langenau bis in den Raum Stuttgart zu transportieren und die Wasserversorgung der anliegenden Städte und Gemeinden unabhängig von der Schüttung eigener Quellen sicher zu stellen. Ein wichtiges Bauwerk der Rohrtrasse, der knapp zwei Kilometer lange Osterbucher Stollen, liegt südwestlich von Aalen, tief im Berg zwischen Oberkochen und Essingen.

Der im letzten Jahr aufwendig sanierte Stollen wurde in den Jahren 1914 / 15 auch durch französische Kriegsgefangene durch Langert und Teußenberg getrieben. Er ist der Hochpunkt der Fernwasserleitung, das heißt, das Wasser wird aus Richtung Langenau bis zum Stollen hochgepumpt und von dort fließt es quasi im freien Fall in den mächtigen Rohren bis in den Raum Stuttgart. Das Wasser, das aus unseren Hähnen fließt, ist ein Mix aus Grundwasser aus dem Donauried, Wasser aus der Donau und Wasser aus der Buchenberg Quelle, einer Karstquelle im Egautal bei Dischingen. In niederschlagsarmen Zeiten, so wie im letzten Sommer zapft die LWV verstärkt die Donau an, so Martin Grupp in seinem interessanten und bodenständigen Vortrag, um den Grundwasserspiegel im Donauried zu schonen.

Rohre sind zum Teil über 100 Jahre alt

Entlang der Trasse betreibt die LWV zahlreiche Wasserspeicher mit einem gewaltigen Speichervolumen von insgesamt rund 400 000 Kubikmeter und Pumpwerke, mit denen das Wasser zum Beispiel auch bis nach Ellwangen gepumpt wird. Die zum Teil über hundert Jahre alten Gussrohre wurden in den letzten Jahren auf der gesamten Trasse mit hohem finanziellem Aufwand abschnittsweise durch Stahlrohre ersetzt, oder durch ein Rohr – im – Rohr System saniert. Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Martin Grupp noch die zahlreichen Fragen der Zuhörer.

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