„Zeiss wächst weiter“

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Halbleitersparte des Oberkochener Zeiss-Konzerns verzeichnet in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2017/18 ein Umsatzplus vo
Halbleitersparte des Oberkochener Zeiss-Konzerns verzeichnet in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2017/18 ein Umsatzplus von 35 Prozent. (Foto: Carl Zeiss)
Newsdesk-Manager

Die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2017/18 fasst Zeiss-Vorstandsvorsitzender Michael Kaschke in drei Worten zusammen: „Zeiss wächst weiter.“ Alle Finanzkennzahlen entwickelten sich stabil oder positiv, der Auftragseingang befinde sich auf dem Höchststand. Doch der Währungseinfluss belastet das Ergebnis.

Besonders die Halbleitersparte mit der sogenannten EUV-Lithografie sorgt für Wachstum. Diese Technologie ermögliche es, immer kleinere Chips herzustellen. Insgesamt stieg der Umsatz der Gruppe im ersten halben Geschäftsjahr 2017/2018 (bis 31. März) um 9 Prozent auf knapp 2,8 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 380 Millionen Euro vier Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau.

Rund 90 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Zeiss im Ausland. Insbesondere der Bereich APAC (der Wirtschaftsraum Asien-Pazifik) sei extrem wichtig für das Wachstum, so Kaschke. Hier erzielte Zeiss einen Umsatz von 646 Millionen Euro, was einem Wachstum von 14 Prozent entspricht. In Europa stehen unterm Strich 837 Millionen Euro (+6 Prozent) – Deutschland hat daran einen Anteil von 300 Millionen Euro (-1 Prozent).

Auch personell ist Zeiss gewachsen. Weltweit beschäftigt der Oberkochener Konzern rund 28 300 Mitarbeiter, das sind 2000 mehr als im Vorjahr. In Deutschland wurden 800 neue Mitarbeiter eingestellt, gut die Hälfte davon arbeiten in der Halbleitersparte (SMT), die einen Umsatz von 732 Millionen Euro und damit ein Plus von 35 Prozent verzeichnet. Geht es nach Kaschke, setzt sich dieses Wachstum auch im zweiten Halbjahr fort. Der gute Auftragseingang lasse ein stabiles Geschäft erwarten.

Augenoptik-Bereich wächst profitabel

Dennoch spüre Zeiss Gegenwind, wie Finanzvorstand Thomas Spitzenpfeil sagt. Negative Währungseffekte belasteten den Gewinn vor Zinsen und Steuern mit 40 Millionen Euro. Unter anderem in den Bereichen Medical Technology (Umsatz 724 Millionen Euro, +6 Prozent) und Vision Care/Consumer Products (Umsatz: 538 Millionen Euro, -3 Prozent) macht sich das bemerkbar. Während der Augenoptik-Bereich profitabel wachse, sei das Geschäft mit Fotoobjektiven rückläufig bis stagnierend. Im Bereich Research & Quality Technology (Umsatz: 737 Millionen Euro, -1 Prozent) gebe es eine hohe Nachfrage aus der Automobilindustrie, das Mikroskopiegeschäft stünde jedoch unter Druck, was man im zweiten Halbjahr mit einer Innovationsoffensive angehen wolle.

Nichtsdestotrotz sei die „finanzielle Lage solider denn je“, so Spitzenpfeil, der für das zweite Halbjahr trotz wirtschaftspolitischer Unsicherheiten wie Protektionismus und Strafzöllen ein profitables Wachstum erwarte, besonders in Schwellenländern. Denn Halbleiterfertigungstechnik, Messtechnik und Medizintechnik sorgten und sorgen für Wachstum. „Vor allem die Optikbranche spielt eine starke Rolle in der digitalen Zukunft“, sagte Kaschke.

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