In der Unterkochener Festhalle ließ der 67-jährige Wolfgang Ambros für seine Fans sein Leben Revue passieren.
In der Unterkochener Festhalle ließ der 67-jährige Wolfgang Ambros für seine Fans sein Leben Revue passieren. (Foto: Edwin Hügler)
Edwin Hügler

Der Zentralfriedhof und das „Schifoan“ haben ihn berühmt gemacht. Obwohl körperlich nicht mehr der Fitteste, ist er hellwach und beeindruckt mit kraftvoller Stimme: Wolfgang Ambros. Bei seinem Konzert in der Festhalle hat er seine 500 Fans in den Bann gezogen und ihnen einen stimmungsvollen Abend bereitet.

Der 67-jährige Österreicher ist zweifellos eine der exponiertesten Vertreter des Austro-Pops. Dass er nichts verlernt hat, beweist Ambros an diesem Abend: Er lässt seiner etwas grantlerischen Art mitunter freien Lauf, verkündet Lebensweisheiten und inszeniert gekonnt seine Hits.

Ambros sitzt den ganzen Abend auf einem Hocker, spielt Gitarre und manchmal auch Mundharmonika. Er überlässt bei so manchen Titeln seinen musikalischen Mitstreitern Günter Dzikowski am Piano und Roland Vogl an diversen Saiteninstrumenten die Show, doch zumeist bleibt Ambros der Herr im Haus.

Sein Titel „Verwahrlost, aber frei“ trifft so ein bisschen sein Lebensgefühl. Und bei der „Tendenz zur Demenz“ zeigt er sich von seiner selbstironischen Seite. Von Demenz ist bei ihm nichts zu spüren, er ist ein wacher Geist.

Ein bisschen lässt er sein Leben Revue passieren, denn Ambros zieht musikalisch „a klanes Resümee“ und er wünscht sich wohl auch die besten Jahre zurück, wenn er von der „geplanten Zukunft“ singt oder verkündet: „Die Sunn geht bald auf, i bin müd aber guat drauf“.

Wehmütiger Blick auf Danzer

Wehmütig erweist Ambros auch seinem verstorbenen Lebensfreund Georg Danzer musikalisch die Ehre. „Ja, der letzte Akkord wird oft nicht gespielt, das erhält die Spannung“, verrät der Wiener eines seiner Erfolgsrezepte. Die „Midlife Crisis“ hat er längst überwunden, auch wenn er ein bisschen wehmütig von ihr erzählt.

Zum Nachdenken regt der Sänger an bei dem Lied „Gut und schön“ und mitten ins Herz geht sein Song „A Mensch möchte i bleibn“. Ein Mensch mit Ecken und Kanten ist Ambros auf jeden Fall, den es ein bisschen zwickt – beim „Zwickt´s mi“ singt der ganze Saal mit. „Sama wieder guat“ intoniert Ambros und „i weiß genau, wie weh des tun kann, wenn man sich nicht mehr in die Augn seh’n kann“.

Es lebe der Zentralfriedhof

Kräftig und voller Energie singt der Künstler „Gezeichnet fürs Leben“ – Ambros wie er leibt und lebt. Der stehende Applaus des Publikums war ihm gewiss, und so musste er zum Schluss als Zugaben seine Kult-Hits aus dem musikalischen Hut zaubern. „Da Hofa“ kam lebendig daher, „Die Blume aus dem Gemeindebau“ ließ grüßen und „Es lebe der Zentralfriedhof“ sorgte nochmals für Jubel unter den Ambros-Fans. Dann ließ sich der Meister nicht mehr lange bitten und setzte mit „Schifoan“ noch eins drauf.

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