WM-Spezial-Podcast: VfR Aalens Steffen Kienle glaubt an die Deutschen – und Füllkrug

Beim WM-Spezial des Podcasts #61450050 der Kreissparkasse Ostalb haben sich (von links) Timo Lämmerhirt, Marius Sturm und Johann
Beim WM-Spezial des Podcasts #61450050 der Kreissparkasse Ostalb haben sich (von links) Timo Lämmerhirt, Marius Sturm und Johannes Abele mit dem Stürmer des VfR Aalen, Steffen Kienle (rechts), ausführlich unterhalten (Foto: KSK Ostalb)
Aalener Nachrichten

Die zweite Folge des WM-Spezials des Podcasts der Kreissparkasse Ostalb, #61450050, bei dem die „Aalener Nachrichten/ Ipf- und Jagst-Zeitung“ Co-Gastgeber ist, ist aufgenommen. Zu Gast gewesen ist Steffen Kienle, in Elchingen aufgewachsener Stürmer des VfR Aalen, der sich nach einer langwierigen Achillessehnenverletzung zurück auf den Rasen kämpft.

Steffen Kienle schreibt die Wunschelf auf

Zum Termin hatte er sich vorbildlich vorbereitet, brachte seine Wunschelf der Deutschen auf einem Blatt Papier mit, was er den Moderatoren Johannes Abele und Marius Sturm von der KSK sowie Timo Lämmerhirt, Redaktionsleiter, präsentiert hat. „Steffen ist vorbereiteter als wir alle zusammen“, sagte Lämmerhirt eingangs lachend. Tatsächlich folgt der Podcast keinem Konzept, nach dem er abgearbeitet wird, sondern richtet sich primär an der Austragung der deutschen Nationalmannschaft. Für die Partie gegen Japan hatte Kienle prompt zugesagt. Diskussionen gab es um die Nominierung Kienles bei Nico Schlotterbeck, den er in die Innenverteidigung packte. Zuletzt habe dieser nicht immer den souveränsten Eindruck hinterlassen, merkte Lämmerhirt an, worauf Kienle lachend entgegnete: „Wir haben aber keinen Besseren.“

Daichi Kamada ist die prägende Figur Japans

Zentrale Figur im japanischen Spiel, da war sich die Runde einig, sei Daichi Kamada, unter Vertrag bei Eintracht Frankfurt, Champions-League-Teilnehmer. „Japan darf man sicher nicht unterschätzen, da sind sehr schnelle und wendige Spieler dabei. Ich bin aber auch kein richtiger Fachmann für den japanischen Fußball“, so Kienle. Vom Trainer der deutschen Nationalmannschaft, Hansi Flick, halte Aalens Stürmer recht viel. „Ohne Jogi Löw schlechtreden zu wollen: Es war an der Zeit, in der Nationalelf mal einen Wechsel auf der Trainerposition vorzunehmen“, sagte Kienle, der insgesamt optimistisch auf das Leistungsvermögen der Deutschen blickt. „Wir haben viele richtig gute Spieler, wenn ich alleine an Jamal Musiala denke, was der in der Bundesliga oder Champions League abgerissen hat – da brauchen wir uns sicherlich nicht verstecken“, so Kienle. Ob der kurzen Vorbereitung der Nationalteams auf diese WM werde sich viel im Kopf entscheiden, ist sich Kienle sicher. Der entscheidende Vorteil im Vergleich zu den sonstigen großen Turnieren sei die Tatsache, dass die Spieler alle direkt aus der Bundesliga-Hinrunde nach Katar geflogen sind, also alle im Saft stehen. Dadurch bleibt mehr Zeit zum Formen des Teams.

Mit Niclas Füllkrug ist endlich ein echter Stürmer da

Spannend findet Kienle die Personalie Niclas Füllkrug. „Das hat mich persönlich schon gefreut, dass er dabei ist. Das ist mal was anderes, das ist ein klassischer Stürmer vorne drin, der auch mal die Bälle festmacht und für Tore bekannt ist“, so Kienle, der lachend anfügte: „So einen Stürmer hatten wir eigentlich seid Miroslav Klose nicht mehr.“

Erst zwei Testspiele gegen Japan

Um etwas besser in die Materie tauchen zu können, hatte Sturm noch interessante Statistiken präsentiert: 2006 hat Deutschland sein letztes Länderspiel gegen Japan absolviert, 2:2 lautete das Ergebnis damals. 2004 hat Japan, ebenfalls in einem Testspiel, mit 0:3 gegen die Deutschen verloren. „Aus diesen beiden Spielen können wir nun auch nicht viele Schlüsse ziehen“, so Sturm schmunzelnd. Kienle gehe davon aus, dass Deutschland als Sieger gegen Japan hervorgehen, die Gruppe insgesamt überstehen werde. Zur deutschen Kapitänsbinde, die in den Stunden vor dem Spiel schließlich auch für Furore gesorgt hatte, sagte Kienle: „Ich hätte es gut gefunden, wenn Neuer die One-Love-Binde getragen hätte, verurteile ihn aber auch nicht, weil er sie nun nicht trägt. Da sind wir doch insgesamt auch viel zu weit weg, um uns ein Urteil darüber zu erlauben“, so Kienle.

Umstände dürfen nicht vergessen werden, WM ist dennoch „geil“

Aalens Stürmer sagt, dass man die Umstände nicht vergessen dürfe, wie diese WM im Wüstenstaat entstanden ist, dennoch müsse man den Spielern dieses große Turnier gönnen. „Bei der WM hat man ein komisches Gefühl. Nichtsdestotrotz spielt aber jeder gerne für sein Land und so eine WM ist einfach etwas richtig Geiles.“ Er selbst wird keine Weltmeisterschaft in seinem Leben spielen, Kienle möchte aber tunlichst schnell auf den Rasen zurückkehren und dies dann im Idealfall in der Regionalliga, der VfR Aalen hatte bekanntlich Insolvenz angemeldet. Auf dem Laufband ist Kienle wieder, macht bereits wieder Intervalltrainings und ist optimistisch, schon bald wieder Übungen auf dem Platz absolvieren zu können. „Ich hoffe sehr, dass ich in der Rückrunde dann wieder nach und nach angreifen kann“, sagt Kienle selbst.

Schlag ins Gesicht für das Kind der Ostalb

Als Kind der Ostalb hat ihn die Insolvemz emotional mitgenommen, wie er zugibt. „Das war ein Schlag ins Gesicht.“ Seinen Optimismus aber hat er längst nicht verloren: „Wenn ich mir die jüngsten beiden Spiele anschaue, dann denke ich schon, dass wir es packen können. Der Grundstein ist gelegt“, sagt Kienle, der also nicht nur an die deutsche Nationalmannschaft glaubt, sondern auch an den VfR Aalen.

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