Wirte machen geringeren Umsatz

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Aufgrund des Wetters sind weniger Besucher in Durstlaune gewesen. Insofern ist der Umsatz der Wirte in diesem Jahr geringer ausg (Foto: Lehmann)
Schwäbische Zeitung
Redakteurin/DigitAalen

Den Auflagen der Stadt Aalen an den Reichsstädter Tagen hat sich die Gastronomie gezwungener Maßen gebeugt. Insofern hatten die Betreiber auch kaum Probleme mit dem Sicherheitsdienst, dem Ordnungsamt und der Polizei. Weniger positiv sei jedoch der Umsatz gewesen, der im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich geringer gewesen sei. Darin sind sich die Wirte einig.

Ganz extrem hat Carolin Apprich, Inhaberin des Quattro, den Samstag empfunden. Mit Blick auf die Besucherzahl stellt sie sogar die Überlegung an, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, einen Stand im Freien aufzubauen. Am Wetter macht sie die geringe Resonanz nicht fest. Vielmehr stellt sie die Regelung der Stadt auf den Prüfstand. „Warum soll überhaupt noch jemand die Reichsstädter Tage besuchen, wenn bereits um 0.30 Uhr wieder Schluss ist?“ Dass das Stadtfest auf diese Weise kaputt gemacht werde und immer weniger den Weg hierher finden, sei mehr als schade.

Kulanz gab es nicht

„Sehr gediegen“ empfand auch Ebru Kaya, Geschäftsführerin des Hobel, die diesjährigen Reichsstädter Tage. Eine Kulanz mit Blick auf das Ausschankende, die Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher in Aussicht gestellt habe, habe es nicht gegeben. Pünktlich um 0.30 Uhr sei der Sicherheitsdienst aufgetaucht. Verständnis dafür, dass sie dann nichts mehr ausschenken durfte, hätten die wenigsten Besucher gehabt. Prinzipiell sei es in Ordnung, dass das Fest um diese Uhrzeit endet – allerdings seien die Aalener Nachtschwärmer und gehen erst gegen 22 oder 23 Uhr aufs Fest. Insofern könnte die Stadt einmal im Jahr den Gastronomen entgegenkommen und das Ausschankende um eine Stunde nach hinten verlegen. Ärger hatte Kaya in diesem Jahr am Sonntagabend. Obwohl die Band Jimmy C. and the Bluesdragons im Innern des Hobel gespielt hat, haben Anwohner die Polizei wegen Ruhestörung gerufen. „Mit Blick aufs kommende Jahr wird der Auftritt einfach auf 18 Uhr vorverlegt.“ Dann blieben solche Scherereien aus.

Ausschankende um 1.30 Uhr, Festende um 2 Uhr. Das wäre auch ein Wunsch, den Michael Wiedenhöfer, einer der drei Besitzer der Havanna Bar, hätte. Damit würde man auch dem Ausgehverhalten der Festbesucher Rechnung tragen. Die im Vergleich zum vergangenen Jahr geringere Besucherzahl führt er allerdings auch auf das Wetter zurück. Viele Menschen aus dem Ellwanger Raum, wo es permanent geregnet habe, seien in diesem Jahr beispielweise gar nicht nach Aalen gekommen.

Dass angesichts der Wetterprognosen viele die Lust verloren hätten, in die Stadt zu gehen, glauben auch Uta Reich und Oliver Reich-Graß, Betreiber des Stadtbiergartens. Darüber hinaus seien die Besucher aufgrund der herbstlichen Temperaturen auch weniger in Durstlaune gewesen.

Die Wetterlage macht auch Martin Dannenmann, Inhaber des gleichnamigen Lokals und des Rambazamba, für die verhaltene Resonanz verantwortlich. Mit Blick auf die Auflagen der Stadt seien für ihn die Reichsstädter Tage gut über die Bühne gegangen. Prima funktioniert habe auch die Zusammenarbeit mit dem BB und dem Reichsstädter Café. „Wir haben uns abgesprochen und gleichzeitig Schluss gemacht.“ Darüber hinaus sei auch dieselbe Musik gespielt worden, um den Lärmpegel nicht unnötig nach oben zu treiben.

Einer der wenigen, der keinerlei Probleme mit dem Ausschankende hat, ist Joachim Klutz, Inhaber der Bierhalle. Immerhin stünde es den Wirten ja frei, ihr Lokal auch innen aufzumachen, wo dann weiter gefeiert werden kann.

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