Wird ein Aalener Weltmeister im Fliesenlegen?

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 Janis Gentner (21), Fliesenlegergeselle bei der Aalener Firma Fliesen Abele, hat sich das Ticket für die Berufs-WM „World Skill
Janis Gentner (21), Fliesenlegergeselle bei der Aalener Firma Fliesen Abele, hat sich das Ticket für die Berufs-WM „World Skills 2019“ in Russland gesichert. (Foto: FFN/Küttner)
Aalener Nachrichten

Im Rahmen der Leistungswettbewerbe in den Bauberufen hat sich Janis Gentner (21) aus Aalen in einem dreitägigen Wettbewerbsmarathon im bayerischen Seebruck in der Kategorie Fliesenleger das WM-Ticket nach Russland gesichert. Cendrik Knöpfle (22) aus Löffingen belegte den zweiten Platz. Damit kommen gleich zwei Siegertypen aus Baden-Württemberg. Janis Gentner vertritt nun das deutsche Fliesenlegerhandwerk bei den diesjährigen „World Skills“ Ende August im russischen Kasan.

56 Handwerke sind am Start

Zu der 45. Berufsweltmeisterschaft „World Skills 2019“ in Russland werden fast 1500 Teilnehmer aus insgesamt 60 Ländern erwartet. Die Kandidaten dürfen nicht älter als 22 Jahre sein. Sie treten in 56 verschiedenen handwerklichen Wettbewerbskategorien gegeneinander an. Neben dem beruflichen Knowhow entscheiden bei diesen hochkarätigen Wettbewerben vor allem Präzision und Genauigkeit sowie Nervenstärke und Konzentration über Gold, Silber und Bronze auf Weltmeisterniveau.

Können und ruhige Nerven

Ruhige Nerven und Top-Können mussten die deutschen Teilnehmer aber zunächst auch in den letzten drei Tagen beim vorangegangenen Ausscheidungswettbewerb für die Berufsweltmeisterschaft in Seebruck unter Beweis stellen. Unter den Augen des fachkundigen Publikums bewies die Fliesen-Nationalmannschaft, dass sie absolute Weltklasse ist. „Ich habe mir schon sehr gewünscht, hier zu gewinnen, aber nicht wirklich dran geglaubt“, jubelt Janis Gentner nach der Siegerehrung. „Seit dem Gewinn meiner Goldmedaille bei der Deutschen Meisterschaft im November 2017 habe ich unglaublich viel dazu gelernt. Das will ich jetzt in den nächsten dreieinhalb Monaten bis zur WM perfektionieren. Ich freue mich wahnsinnig auf diese Herausforderung!“

Unterstützung bekommt er von seinem Chef, Patrick Abele, Geschäftsführer von Fliesen Abele aus Aalen. Dort hatte Janis Gentner seine Ausbildung absolviert und arbeitet derzeit als Geselle. Natürlich ist auch der Firmenchef stolz auf seinen erfolgreichen Junggesellen: „Die WM ist eine tolle Chance für Janis und für uns als Betrieb eine absolute Ehre. Daraus wollen wir gemeinsam etwas machen. Ich unterstütze sehr gerne junge Menschen in unserem Handwerk. Selbstverständlich wird er mir im Betrieb jetzt fehlen, wenn er sich auf das Training konzentriert. Aber am Ende bringt er eine unglaubliche Erfahrung mit und das ist für uns beide gut.“

Russische Fahne auf Fliesen

Die Fliesen-Nationalmannschaft und der deutsche Ausscheidungswettbewerb für die „World Skills“ werden vom Fachverband Fliesen und Naturstein (FFN) im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes getragen. In 25 Zeitstunden an drei Wettbewerbstagen waren zwei Wände und der Boden einer Dusche zu fliesen. Der Boden hatte ein Gefälle und eine zweistufige Treppe. Auf den Wänden war eine geschwungene russische Fahne darzustellen und die Seitenwand der Dusche musste mit roten Mosaik-Fliesen versehen werden.

Bewertet wurde nach den harten World-Skills-Kriterien. Es ging um millimetergenaues Schneiden und Setzen jeder einzelnen Fliese. Wirklich anspruchsvolle Aufgaben, die Cedrik Knöpfle und Janis Gentner mit Bravour gemeistert haben.

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