„Wir wissen wieder, wie es geht“

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 Ellwangen (rot-blaue Trikots) und Waldhausen sind im Einsatz.
Ellwangen (rot-blaue Trikots) und Waldhausen sind im Einsatz. (Foto: Peter Schlipf)
Nico Schoch

Die SGM Kirchheim/Trochtelfingen ist die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Bezirksliga. 13 von 15 möglichen Punkten konnten die Rieser seit der Winterpause einfahren und arbeiteten sich dadurch vom vorletzten auf den zehnten Tabellenrang vor. Der Vorsprung zum ersten direkten Abstiegsplatz ist auf fünf Zähler angewachsen, die Stimmung entsprechend positiv.

„Wir können mit der aktuellen Lage ganz gut leben“, meint Hans Weigel lachend. Dass die Vier Spiele-Siegesserie am vergangenen Sonntag mit dem 2:2-Remis beim SV Lauchheim gerissen ist, bedeutete für den Abteilungsleiter keinesfalls einen Rückschlag. Vielmehr war es ein weiterer wichtiger Punktgewinn, den Philipp Rau mit seinem Ausgleichstor kurz vor Schluss erst möglich machte. Zum Vergleich: Im Hinspiel hatte die SGM mit 0:5 den Kürzeren gezogen. Auch Weigel betont, dass derzeit alle in der Winterpause gehegten Erwartungen übertroffen werden. „Wir wissen wieder, wie es geht und die Mannschaft zieht hundertprozentig mit“, so strahlt nicht nur der 58-Jährige neue Zuversicht aus.

Zuversicht, zu der es in der desaströs verlaufenen Hinrunde kaum Anlass angegeben hatte. Schon nach dem achten Spieltag musste Coach Ralf Meyer seinen Posten räumen, doch auch sein Nachfolger Heiko Wick brachte die von Verletzungssorgen geplagte SGM nicht in die Spur und war zum Jahresende wieder weg. Umso beeindruckender wirkt die Startbilanz des dritten Trainers in dieser Saison, Hermann Schreck: 5 Spiele, 4 Siege, 13:6 Tore und als Lohn ein Sprung um fünf Tabellenplätze nach oben. „Hermann versteht es glänzend, mit den Jungs umzugehen“, lobt Weigel, „genauso wichtig ist es auch, dass unser Kader endlich wieder komplett ist.“

Das dünne Polster zu den Abstiegsrängen beschert Kirchheim/Trochtelfingen aber längst noch keine Planungssicherheit. „Zehn Punkte werden wir wohl noch brauchen“, rechnet der Abteilungsleiter vor und mahnt zugleich zur Demut: „Wir müssen von Woche zu Woche denken und ruhig weiterarbeiten. Aktuell läuft es hervorragend, doch es wird auch wieder Rückschläge geben.“ Und selbst wenn der Klassenerhalt nicht gelingen sollte, so wäre dies auch kein Beinbruch, wie Weigel unterstreicht: „Natürlich wollen wir unbedingt drin bleiben. Doch in Anbetracht unserer bescheidenden Mittel haben wir in den vergangenen Jahren schon viel erreicht.“

Weiter Boden gut machen

An Ostern bietet sich nun immerhin die Chance, weiter Boden gut zu machen und dem Fernziel, einem vierten Jahr der Bezirksliga-Zugehörigkeit, einen weiteren Schritt näher zu kommen. Dabei bekommt es die SGM Kirchheim/Trochtelfingen (10./25 Punkte) mit zwei Kontrahenten zu tun, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Am Samstag gastiert Aufstiegsaspirant TSG Nattheim (3./43) auf dem Kirchheimer Sportplatz, am Montag folgt mit dem Nachholspiel beim Neuling AC Milan Heidenheim (12./22) ein klassisches Sechs Punkte-Spiel, in dem keine der beiden Seiten etwas zu verschenken hat. „Nattheim wird ein hartes Eisen“, so denkt Weigel nur ungern an die vergangenen vier Vergleiche zurück, die allesamt verloren gingen, „wir müssen mindestens 100 Prozent unseres Leistungsvermögens abrufen, um etwas zu reißen.“ Für den Auftritt in Heidenheim sieht er den dortigen Kunstrasen als kleinen Vorteil für die Hausherren an, zumal sich Milan zuletzt ebenso formstark präsentierte wie auch die SGM.

Im besten Falle könnte die Schreck-Elf den Anschluss ans gesicherte Mittelfeld herstellen und falls nicht, hat der Tabellenzehnte weiterhin alles in der eigenen Hand. „Die direkten Duelle kommen erst noch“, blickt Weigel voraus, „doch auch ein Überraschungserfolg gegen einen vermeintlich besseren Gegner wäre mal wieder schön.“ Vielleicht ist es ja am Samstag gegen Nattheim soweit.

Darauf, dass die Konkurrenz leer ausgeht, darf sich die SGM ohnehin nicht verlassen. Lediglich die Sportfreunde Lorch (15./18) sind im Jahr 2019 noch sieglos und die TSG Hofherrnweiler II (6./36) könnte diese Durststrecke weiter verlängern. Der SV Waldhausen (5./38) will im Auswärtsspiel beim TV Heuchlingen (14./19) ebenfalls seiner Favoritenrolle gerecht werden. Die Rote Laterne endlich abgeben möchte der FC Ellwangen (16./15), dazu wäre aber ein Erfolg beim SV Lauchheim (8./34) die Voraussetzung. Richtungsweisend wird dieses Osterfest insbesondere für den SV Wört (11./22). Der Aufsteiger gastiert am Samstag beim zumindest auf dem Papier favorisierten FV 08 Unterkochen (9./32), nur 48 Stunden darauf folgt auf heimischem Platz das Kellerduell gegen den VfL Gerstetten (13./21).

An der Tabellenspitze deutet alles auf einen Dreikampf hin. Der TV Neuler (4./39) hat sich mit der unglücklichen 0:1-Niederlage in Bettringen zwar vorerst aus dem Titelkampf verabschiedet, könnte aber doch noch eine entscheidende Rolle einnehmen. Denn Klassenprimus SV Neresheim (1./48) spürt den heißen Atem der SG Bettringen (2./46) sowie der Nattheimer in seinem Nacken und darf sich in Neuler keinen Patzer erlauben. Bettringen hat derweil Milan Heidenheim zu Gast.

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