Wie sich Ostwürttemberg für die digitale Zukunft wappnet

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Redakteurin/DigitAalen

Vier Arbeiter begutachten ein Auto - ein Fahrzeug, das allerdings tatsächlich gar nicht im Raum steht. Die Männer und Frauen haben alle VR-Brillen auf - über die sehen sie das Modell des Autos und können interaktiv die einzelnen Schichten des Fahrzeugaufbaus entdecken. Ein Beispiel wie Digitalisierung in Unternehmen funktioniert, hat Michael Belko, Vorsitzender des Digitalisierungsauschusses der IHK Ostwürttemberg bei einer Fachtagung an der Aalener Hochschule gezeigt. Unter der Fragestellung „Wie smart wird die Zukunft“ haben sich Referenten und Interessenten getroffen.

Belko berichtete dabei, wie die Region Ostwürttemberg mit der Digitalisierung umgeht. Mit einem Digital Hub sollen regionale Digitalisierungszentren geschaffen werden. Über den Hub, der als Knotenpunkt verstanden werden kann, soll die Zusammenarbeit unterschiedlicher Branchen und Unternehmen und Start-Ups gefördert werden.

Dabei geht es einerseits um den Austausch der Innovationen, andererseits um ein Angebot von digitalen Dienstleistungen. Der Hub ist die Netzwerkorganisation, bestehend aus Hochschulen, Städten, Landkreisen und Unternehmen. In Aalen wird der Hub in das ehemalige IHK-Bildungszentrum einziehen, zwei weitere Standorte gibt es in der Wissenswerkstatt Eule Schwäbisch Gmünd und in der gelben Halle in Heidenheim.

Laut Zeitplan wird noch bis 2019 analysiert und akquiriert, sagt Belko. Ab Januar soll dann die Phase der Vernetzung und Demonstration starten, bevor 2020 erste Projekte stattfinden und der Wissenstransfer der unterschiedlichen Einrichtungen gesichert sein soll. „Wir waren uns aber einig, dass das keine Initiative sein kann, die nach drei Jahren endet“, sagt Belko.

Das Projekt wird mit einer Million Euro vom Wirtschaftsministerium gefördert, eine Million kommen von den 94 beteiligten Unternehmen und Einrichtungen.

Unter anderem um IT-Sicherheit ging es in dem Vortrag von Ministerialdirektor Stefan Krebs vom Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration, der die Digitalisierungsstrategie des Landes Baden-Württemberg vorstellte. „Früher haben wir bei Hochhäusern gern Klingelputz gemacht“, erzählt er. Heute stellten sich Jugendliche eher neben das Hochhaus, um herauszufinden, wie viele freie W-LAN-Zugänge und Hotspots es gibt. „Die Jugendlichen heute haben eine ganz andere Spielwiese.“ Es solle beispielsweise eine „Cyberwehr“ geben, bei der sich Verbraucher melden können, die befürchten, dass sie angegriffen werden.

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