Der Ausbau der Ladeinfrastruktur wird das A und O für die Elektromobilität sein.
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur wird das A und O für die Elektromobilität sein. (Foto: Jan Woitas / dpa)
Viktor Turad
Freier Mitarbeiter

Bereits ab April kommenden Jahres wird es in Baden-Württemberg flächendeckend Ladestationen für Elektroautos geben. Aber „tanken“ wird man schon in wenigen Jahren vorwiegend zu Hause an der eigenen Ladestation, dort nämlich, wo das Fahrzeug in der Regel die meiste Zeit steht.

Wobei viele Menschen dann nicht mehr ihr eigenes Auto vor der Tür stehen haben werden, weil sie sich ein Fahrzeug nur für die Zeit leihen, in der sie es tatsächlich brauchen. Dafür werde es Dienstleister geben. Diese Perspektiven eröffneten Redner beim Forum Elektromobilität im Schwäbisch Gmünder Congresscentrum unter der Schirmherrschaft des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann.

.„Das ist ja schon kein Forum mehr, sondern schon eine ausgewachsene Elektromobil-Autoschau“, freute sich IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle, und ihr Strahlen hatte gute Gründe: Das Forum Elektromobilität, das in Schwäbisch Gmünd seine sechste Auflage erlebt hat, erfreut sich nämlich ständig wachsender Beliebtheit. Das Interesse am Thema Elektromobilität nehme weiter zu, und das nicht nur in Fachkreisen, sondern auch vermehrt in der Bürgerschaft, hatte Michael Schlichenmaier, der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Schwäbisch Gmünd, bereits im Vorfeld betont und hinzugefügt, das Forum biete eine hervorragende Plattform für einen Dialog unter Interessierten und Experten.

Gmünd schon auf hohem Niveau

Seine Stadt habe sich schon früh mit der Elektromobilität auseinandergesetzt, sagte der Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold in seinem Grußwort. Und zwar zu einer Zeit, als es noch ein Nischenthema gewesen sei und noch kein Congresscentrum hätte füllen können. Heute verfüge Gmünd über eine Ladeinfrastruktur mit 28 konventionellen und einem Schnellladepunkt. Arnold: „Wir sind damit auf dem Niveau großer Städte!“ Aber man werde sich auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen, versicherte der OB.

Dass die Post längst weitaus mehr ist als ein Konzern, der Pakete und Päckchen sortiert und verteilt, machte Jörg Friedrichs von der Deutschen Post AG mit einem Impulsvortrag zum Thema „Street Scooter – Elektromobilität bei der Deutschen Post DHL Group" eindrucksvoll deutlich. Sie baue inzwischen selbst Autos, nämlich 20 000 Scooter pro Jahr, und sie habe sich zum Ziel gesetzt, im Jahr 2050 vollkommen emissionsfrei unterwegs zu sein. Auch wenn man heute noch nicht genau wisse, wie das bewerkstelligt werden solle, räumte der Redner ein. Die Größe der Herausforderung machen die Zahlen deutlich: Mit 50 000 Fahrzeugen befördert die Post 1,3 Milliarden Sendungen pro Jahr.

Strom ist genügend da

Strom sei genügend vorhanden, sagte Friedrichs, das Problem sei noch die Ladeinfrastruktur. Durch einen Ausbau der Netze und intelligente Speichermöglichkeiten werde man dem beikommen, versicherte Felix Teufel von der EnBW. Das Laden eines Elektroautos werde in den Alltag integriert, sagte er voraus, und beispielsweise über Nacht oder bequem während des Einkaufs geschehen können. Es werde aber auch Schnell-ladermöglichkeiten an den Autobahnen geben. Man werde also „tanken“ können wie heutzutage auch.

Die Transformation zu einer nachhaltigen, klimafreundlichen Mobilität müsse gelingen, wenn man die Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen einhalten wolle, machte Minister Hermann deutlich. Die damit verbundenen Probleme seien lösbar.

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