Wie Fünftklässler sicher Bus fahren

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Etwa 17 000 Kinder fahren im Ostalbkreis täglich mit dem Bus zur Schule. Für die Fünftklässler ist das nach dem Schulwechsel ein neuer Abschnitt, der immer wieder Probleme macht und sogar Angst bereitet. Wie Polizei und Busunternehmen feststellen, nehmen Rempeleien, Rücksichtslosigkeit, Mobbing und Bedrohungen immer mehr zu. Deshalb schulen die Verkehrserzieher des Polizeipräsidiums Aalen und die Busfahrer der OVA die Schüler der Klassen 5 in Aalen und in Gemeinden des Ostalbkreises mit der Aktion „Bus fahren – aber richtig“ das, auf was es beim Schulbus ankommt.

Gezeigt wird das in der Theorie im Klassenzimmer und dann im Bus an der Haltestelle vor der Schule. Sie ist eine Schnittstelle, erklärt der 1. Polizeihauptkommissar im Referat für Verkehrserziehung, Thomas Maile. Der Weg in die Grundschule sei noch „behütet“, ab der fünften Klasse dann aber oft nicht mehr so „heimelig“, hier werde es „robuster“. Die Kinder treffen auf Ältere, auf Jugendliche, die ihren Platz im Bus behaupten oder schlicht „cool“ wirken wollen. Es gebe immer wieder Fälle, wo es sehr ruppig zugehe, Kinder vor der Haltestelle geschubst werden oder sich manche gar nicht in den vollen Bus trauen.

Auf die Fünftklässler am THG wartet ein OVA-Schulbus in der Friedrichstraße mit den beiden Busfahrern Cem Beser und Marcel Engelmann, die schülergerecht und auch Mal augenzwinkernd Verkehrserziehung machen. Es gibt einige „Spielregeln“, erklärt Beser. Den Bus von hinten nach vorne auffüllen, Ranzen oder Tasche nicht auf den Boden stellen, sondern auf den Schoss nehmen. Eis, Döner, Nudel-Box und offene Getränke sind im Bus tabu. Das will der Papa ja auch nicht im Auto sehen, erklärt er und ein Mädchen nickt eifrig. Leider, erzählen die Busfahrer, werfen manche Schüler ihren angegessenen Döner hinter die Sitze im Doppelstockbus, wo sie der Fahrer nicht so leicht sieht. Das ist dann für die nächsten Fahrgäste und das Reinigungspersonal ziemlich eklig. „Macht Schmutz, stinkt und stört die anderen“, sagt Beser. Auch eine Bitte gibt es: Wer einen anderen beobachtet, wie er Sitze beschmiert, beklebt oder etwas kaputt macht, soll das dem Busfahrer sagen – „da darf man ruhig petzen.“

Was macht man eigentlich bei einem Busunfall? Auch das wird erklärt. Engelmann nimmt den Nothammer in die Hand und zeigt, wie man das Sicherheitsglas einschlägt. Er nimmt den Feuerlöscher und den Verbandskasten vorne neben dem Busfahrer und zeigt, wie man über das Dach aussteigt, wenn der Bus umgekippt sein sollte. Zum Nothahn um die Tür zu öffnen kommen die Fünftklässler noch nicht. Also macht man eine „Räuberleiter“ und die Tür öffnet sich. Besonders viel Spaß macht es, den „Einklemmschutz“ der Türe zu testen, alle Finger sind oben, um das Mal ausprobieren zu dürfen. Dann setzt sich Engelmann ans Steuer und macht eine Vollbremsung, bei nur zehn Stundenkilometern. Die Wirkung erstaunt die Schüler, einige Kreischen, alle wollen eine Wiederholung, die es auch prompt gibt. Und dann verspricht der Busfahrer noch: Nicht so schlimm, wenn die Schüler Mal den Fahrausweis vergessen haben – „wie lassen euch auf keinen Fall draußen stehen.“

Einige Regeln beim Busfahren:

- An der Haltestelle nicht rennen, toben oder fangen spielen

- Ein- und Ausstiege während der Fahrt immer freihalten, nicht gegen die Bustüren drücken

- Vorsicht beim Aussteigen, dabei immer auf Fußgänger und Radfahrer achten

- Während der Fahrt sollten sich Kleinere immer setzen. Ist das nicht möglich, beim Stehen Haltegriffe oder andere Haltemöglichkeiten nutzen

- An der Haltestelle nicht vorne am Bordstein auf den Bus warten, sondern etwas zurücktreten

- Vorsichtig einsteigen, nicht drängeln, Rücksicht auf Andere nehmen, vor allem auf Kleinere

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