Wie das Einkaufsverhalten die Ostalb beeinflusst

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 Verbraucher haben den Erhalt der heimischen Kulturlandschaft in der Hand, indem sie Produkte von regionalen Erzeugern kaufen.
Verbraucher haben den Erhalt der heimischen Kulturlandschaft in der Hand, indem sie Produkte von regionalen Erzeugern kaufen. (Foto: privat)
Aalener Nachrichten

Wie die Arbeit der Landwirte, die Kulturlandschaft und die Biodiversität sowie das Einkaufsverhalten jedes Einzelnen zusammenhängen, darüber informiert der Geschäftsbereich Landwirtschaft des Landratsamts Ostalbkreis. Denn gerade wenn es um das Thema Erhalt der Artenvielfalt geht, sei das Wissen um die Entstehung der Kulturlandschaft wichtig.

Was man als Landschaft – also Wald, Grünland- und Ackerland – wahrnimmt, ist keine Naturlandschaft, sondern Kulturlandschaft. „Ohne den Menschen hätten wir auf der Ostalb unter den derzeitigen Klimabedingungen einen Urwald mit Buchenlaubmischwäldern“, schreibt das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Der jahrhundertelangen Tätigkeit der Landwirte verdanke man die vielseitige und artenreiche Kulturlandschaft auf der Ostalb mit den fruchtbaren Ackerböden, den Wiesen und Weiden, den Streuobstwiesen und Wacholderheiden. Nur wenn diese Landschaften weiter bewirtschaftet und die erzeugten Produkte zu einem angemessenen Preis vermarktet werden, könne deren Biodiversität erhalten werden.

Auch heute noch werden die Brotgetreidearten Weizen, Dinkel und Roggen sowie Braugerste, Futtergerste und Hafer im Ostalbkreis auf etwa 30 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche angebaut. Mehl und Getreideprodukte aus der Region erhält man in den Hofläden und Mühlenläden der Direktvermarkter. Auch beim Bäcker kann man nachfragen, ob das Mehl oder die Backmischung für die Produkte aus regionalem Getreide stammt.

Bier aus der Heimat

Im Ostalbkreis gibt es sieben Brauerfamilien. Nach dem Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516 darf Bier nur aus den vier Rohstoffen Malz, Hopfen, Hefe und Wasser gebraut werden. Dabei wird Malz aus den heimischen Getreidearten Gerste, Weizen oder Dinkel gewonnen.

Die artenreichste Kulturlandschaft auf der Ostalb mit rund 45 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche ist Grünland. Wiesen und Weiden verdanken ihre Existenz der Rinderhaltung, Wacholderheiden der Hüteschäferei. „Wer Wert auf den Erhalt der Wiesen und Weiden legt, sollte heimische Milch- und Fleischprodukte kaufen“, heißt es weiter in der Mitteilung. Kurze Transportwege mit weniger Stress für die Schlachttiere würden sich zudem positiv auf den Tierschutz, die Fleischqualität und die CO2-Bilanz auswirken. Beim Fleischkauf kann der Verbraucher direkt beim Metzger nachfragen, von welchem Landwirt das Schlachttier stammt oder er findet einen Direktvermarkter mit eigener Schlachtung. Lammfleisch ist direkt bei den heimischen Schäfern erhältlich.

Seit mehr als 150 Jahren prägen Streuobstwiesen die Landschaft der Ostalb. Ursprünglich für die Eigenversorgung gedacht, sind sie landschaftsprägend, ökologisch besonders wertvoll und Habitat für viele gefährdeten Pflanzen- und Tierarten. Aus dem Fallobst wurde schon seit altersher Most und Apfelsaft hergestellt. Nur durch eine weitere Bewirtschaftung und Vermarktung von Apfelsaft, Most und Obstbränden wird es gelingen, diese Kulturlandschaft zu erhalten. Säfte, Most und Brandweine sind direkt bei unseren Regionalvermarktern oder in den Mostereien des Ostalbkreises zu erwerben. Brände aus dem Ostalbkreis erkennt man übrigens an dem Siegel „Der gute Brand von der Ostalb“.

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