Wetterrückblick: Das war der Rekord-Juni auf der Ostalb

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Der Juni war wettertechnisch ein besonderer Monat. Schwäbische.de-Meteorologe Andy Neumaier hat in seiner Kolumne die Wetterdaten ausgewertet.

Ostalb macht eigenes Ding bei Junirekorden

In den Schlagzeilen der letzten Tage war zu hören: Heißester Juni aller Zeiten! Das stimmt soweit, wenn man ihn im Flächenmittel der Bundesrepublik betrachtet. Auch global war dieser Juni außergewöhnlich warm. Die Ostalb hat allerdings eine eigene „Lösung“ vorgelegt, und blieb mit der Monatsmitteltemperatur tatsächlich etwas unter dem gleichnamigen Rekordmonat aus dem legendären Jahr 2003.

Auch in Sachen Dürre sind wir bislang mit einem blauen Auge davon gekommen. Diese könnte sich allerdings in den kommenden Tagen verschärfen. Trotzdem gilt: Die Hitzewellen in Europa waren historisch. Mit 46 Grad in Südfrankreich war es dort noch nie so heiß. In Deutschland hatte man mit bis zu 40 Grad in Sachsen- Anhalt zwar keinen neuen Allzeitrekord erzielt, doch war es eben noch nie so früh im Jahr so heiß. Diesen Rekord konnte man dann letztlich auch an der Ostalb vermelden.

Temperatur

Der Juni 2019 war an der Ostalb mit einer Monatsmitteltemperatur von 19,6 Grad der zweitwärmste seit Beginn der regelmässigen Wetteraufzeichnungen. Er blieb damit um ein Grad hinter dem bisherigen Rekord aus dem Jahr 2003 zurück. Dennoch war die Reihe an satten 18 offiziellen Sommertagen mit mindestens 25,0 Grad beeindruckend, ebenso wie die bis zu 9 heißen Tage mit mindestens 30,0 Grad.

Durchschnittlich lag die Tageshöchsttemperatur bei 26,6 Grad, und die nächtliche Tiefsttemperatur bei 11,9. Der heißeste Tag war der 26. Juni mit 36,1 Grad in Schwäbisch Gmünd. Ein neuer Rekord, denn auch wenn wir solche Hitze durchaus schon kennen, war es eben noch nie so früh im Jahr so heiß am Fuße der Ostalb. Die kälteste Nacht wurde am 9. Juni in Ellwangen mit 5,5 Grad registriert.

Niederschlag

Angesichts der Temperaturen könnte man nun vermuten, dass der Monat auch entsprechend trocken war. Streckenweise war das so, aber an den 11 Regentagen fiel teilweise doch ordentliches Nass vom Himmel, und so wurde die Bilanz mit rund 78 Liter/qm, was 90 Prozent des Monatssolls entspricht, noch auf ein Normalmaß aufgehübscht.

Mit bis zu 29,5 Liter/qm in Ellwangen fiel dabei am 22. Juni die größte Tagessumme. Erwartungsgemäß gab es bei der Niederschlagsverteilung im Ostalbkreis ein paar Unterschiede, und so gab es den trockensten Bereich zwischen Fachsenfeld und Dalkingen, wo teilweise nur 60 Liter/qm über den Monat vom Himmel kamen.

Sonnenschein

Der Juni war nicht nur der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, sondern auch der zweitsonnigste. Mit satten 302 Stunden schien die Sonne nur 0,9 Stunden weniger als im bisherigen Rekordmonat aus dem Jahr 2000. Das langjährige Soll liegt übrigens bei 187 Stunden, und somit bekamen wir etwa 60 Prozent mehr, als wir eigentlich erwarten dürfen. Auch gab es keinen einzigen Tag, an dem die Sonne nicht wenigstens 1 Stunde lang schien.

Wind

Die groben Unwetter in anderen Teilen der Republik umspülten die Ostalb meist friedlich, nur ganz lokal eng begrenzt konnten Hagelgewitter vereinzelt für Sturmböen sorgen. Es gab im Juni aber keine Schäden durch flächendeckende Sturmböen.

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