„Wenn’s juckt, dann machen’s einfach mit“

Lesedauer: 4 Min
 Bei der Aalener Boogie-Nacht im ehemaligen Ostertaggebäude sorgten Claus Wengenmayr, Christian Noll und Christian Christl (von
Bei der Aalener Boogie-Nacht im ehemaligen Ostertaggebäude sorgten Claus Wengenmayr, Christian Noll und Christian Christl (von links) für Ragtime, Boogie und Blues. (Foto: Edwin Hügler)
ehü

„Wenn’s juckt, dann machen’s einfach mit“, hat Pianist Christian Christl bei der ersten Aalener Boogie-Nacht verkündet. Und gejuckt hat’s die 120 Gäste im Clubraum des ehemaligen Ostertaggebäudes kräftig: Zuerst mehr in den Füßen, später dann am ganzen Körper und vor allem in den Händen. Es war ein toller Musikabend mit Ragtime, Boogie und Blues.

Dem Aalener Claus Wengenmayr und seinem Freund Christian Christl kann man nur dazu gratulieren, dieses Format nach Aalen gebracht zu haben. Das Ambiente hätte nicht besser sein können, auf eine Bühne wurde verzichtet, das Publikum scharte sich rund um die Musiker. „Wir bieten handgemachte Musik“, sagte Christl, dem, obwohl er schon seit elf Jahren in Essen lebt, der bayerische Schalk im Nacken sitzt. Zusammen mit Pianist Claus Wengenmayr, dem Bluesharp-Spieler Christian Noll und Schlagzeuger Günter Käßmann entfachte er ein wahres musikalisches Feuerwerk.

Claus Wengenmayer hat eine besondere Affinität zum Ragtime. Seine große Leidenschaft brachte der Tastenkünstler in atemberaubendem Tempo zum Ausdruck. Dem „Meaple Leaf Rag“ folgte der „Schwabenboogie“ – und schon da begannen die Füße der Zuhörer kräftig zu trampeln. Mit dem legendären „The Entertainer“ setzte er dann noch eins drauf.

Christian Christl spielt am liebsten „Vintage Blues und Boogie Piano“. Er begeisterte das Publikum mit dem spannungsgeladenen „Hoochie Coochie Man“, brachte den Clubraum mit der „Pepper Souce Mama“ zum Kochen und sang dann mit seiner kräftigen Stimme die nachdenkliche Ballade „I got to move“.

Skurrile Akzente

Nicht vergessen darf man Christian Noll, der mit seiner Bluesharp die beiden Pianisten genial begleitete, immer wieder skurrile Akzente setzte und auch bei einem Solostück brillierte. Nach der Pause gab es dann für das Publikum kein Halten mehr: Die Körper vibrierten, die Hände regten sich immer wieder zum rhythmischen Klatschen.

Christian Christl inszenierte den Pinetop-Boogie und den „Boogie Woogie Stomp“ aus den 30er Jahren. Alle Musiker spielten zusammen den Gassenhauer Blues „Sweet Home Chicago“, und bei „Hey Bartender“ riss es die Besucher von ihren Sitzen – ein Pärchen wagte sogar ein Tänzchen. Die gemeinsam gesungene Hymne „By, by Baby“ bildete dann den Abschluss des Abends. Man darf sich jetzt schon auf eine Neuauflage des Formats freuen, denn Claus Wengenmayr und Christian Christl wollen in Zukunft zwei Mal im Jahr in Aalen eine Boogie-Nacht veranstalten.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen