„Wenn Turnen einfach wäre, würde es Fußball heißen“

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 Eine Kindergruppe des TSV Wasseralfingen zeigte seine Showeinlage rund um den Globus.
Eine Kindergruppe des TSV Wasseralfingen zeigte seine Showeinlage rund um den Globus. (Foto: Thomas Siedler)
Redakteurin/DigitAalen

Sie wirbeln leuchtende Reifen und Bänder durch die Lüfte, rotieren ihre bis zu den Zehenspitzen gespannten Körper kopfüberhängend an einem Seil und schlagen mehrfache Salti als wäre es ein Leichtes: Die Akteure der diesjährigen Turngala haben am Neujahrstag eine perfekte Show abgeliefert. Die Veranstaltung fand in diesem Jahr unter dem Motto „Reflexion“ statt.

Am 28. Dezember in Villingen-Schwenningen gestartet, gastierte die Tour am ersten Januar gleich zweimal, nachmittags und abends, in der Aalener Ulrich-Pfeifle-Halle.

Erste Veranstaltung der Sportallianz

Die 31. Auflage der Gala des Badischen Turnerbundes (BTB) und des Schwäbischen Turnerbundes (STB), die in 15 Städten Baden-Württembergs einen Mix aus Turnen, Gymnastik und Sport zeigt, wurde wie in den Vorjahren, wieder vom TSV Wasseralfingen ausgerichtet. Streng genommen ist aber nicht mehr der TSV Ausrichter, sondern die „Aalener Sportallianz“, der neue Großverein aus MTV Aalen, TSV Wasseralfingen und DJK Aalen. Karl-Heinz Vandrey, zweiter Vorsitzender der Sportallianz, bedankte sich in seiner Begrüßung bei den Akteuren und den über 200 Helfern im Hintergrund für ihr Engagement.

Raffinierte Lichteffekte, farbenfrohe, glitzernde Kostüme und mitreißende Musik bildeten eine perfekte Show. Die Gruppe „Unique Edition“ des MTV Aalen bildete mit einem Tanz den flotten Auftakt der Gala. Eine Kindergruppe des TSV Wasseralfingen zeigte, begleitet von Turni, dem Maskottchen der STB-Jugend zu „Diamonds in the sky“ seine Showeinlage.

Das „Duo Sienna“ sind zwei Künstlerinnen, „sich ähnlich wie Schwestern“, wie eine Zuschauerin bemerkt. Sie verschlingen sich in einem von der Decke hängenden Reifen oder drehen sich akrobatisch an der Pole-Stange, wie wenn es die Schwerkraft gar nicht gäbe. Großen Anklang bei den Zuschauern fand auch die Gruppe „Blue Tokyo“. Die zehn japanischen Künstler kombinierten Akrobatik mit Rythmischer Sportgymnastik und Street Dance.

„Meine Hauptaufgabe ist es, Sie zum Lachen zu bringen“, sagt der Künstler Marc Haller von sich selbst. Und diese Aufgabe ist ihm gelungen. Mit seiner Figur „Erwin aus der Schweiz“, die mit mehreren Auftritten in der Show eine raffinierte Mischung aus klassischer Zauberei und Comedy zeigt, sorgte er für viele Lacher im Publikum.

Ebenfalls dabei waren die Show „Power“, das neue Turn-Gala-Showteam der KTG Heidelberg und des SKC Tabea Halle, das österreichische Brüderduo Christoph und Manuel Mitasch, und das Duo Hand2Stand.

Klassisches Turnen einmal anders

„Das sah im Turnunterricht früher irgendwie anders aus“, mag sich manch einer gedacht haben, als die Künstler Artem Ghazarian und Thomas Greifenstein mit zwei weiteren Profiturnern aus Tschechien die Bühne betreten haben. Voller Action und mit scheinbarer Leichtigkeit präsentierten sie das klassische Turnen einmal anders. Dabei kamen ungewöhnliche Turngeräten, wie zum Beispiel das Barrolin, bestehend aus einem Barren und einem Trampolin, zum Einsatz.

Fasziniert war das Publikum vor allem von der Ästhetik und perfekten Körperbeherrschung der Turner. Oder wie es Komiker Erwin aus der Schweiz formuliert hat: „Wenn Turnen einfach wäre, würde es Fußball heißen“.

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