Weltmeister: Noch Fehlanzeige

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Bei Geräteturnen weiblich in der Talsporthalle: Höchste Konzentration ist am Schwebebalken gefragt.
Bei Geräteturnen weiblich in der Talsporthalle: Höchste Konzentration ist am Schwebebalken gefragt. (Foto: Thomas Siedler)
Sportredakteur/DigitAalen

Auf der Suche nach einem Weltmeister war man in der Weidenfeldhalle falsch. „Keine Weltmeister“ seien an den Geräten, wie Gerhard Jandl anmerkte. Listenweise Namen lagen auf dem Tisch des Wettkampfbüros von Jandl und Co., Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Bundesland. Doch um Spitzensportler ging es nicht beim Landeskinderturnfest in Aalen an diesem bunten Wochenende und seinem Einzelwettkampf im Geräteturnen.

Jandl, Verantwortlicher Kamprichter, seit Jahrzehnten dabei, weiß, dass es bei dem Fest der baden-württembergischen Turner nicht in erster Linie drauf ankommt, wer Erster oder 30. wird. Gewonnen haben sie irgendwie alle. Besonders viel los war in der Talsporthalle Wasseralfingen, in der die sechs bis 14-jährigen Mädchen in ihren Disziplinen und Wettkampfstufen (P 1 bis P8) an den Start gingen. Hier standen Sprung und Stufenbarren unter den Augen der Kampfrichter. 2000 Teilnehmer, jede Menge Trubel.

Die Bühne für das Können

In der Sporthalle Schäle wettkämpften weitere weibliche Teilnehmerinnen am Reck, Boden und auch Stufenbarren. „Beim Landeskinderturnfest sieht man alles: Vom Wettkämpfer bis zum Anfänger, der noch keine Erfahrung hat - die komplette Bandbreite“, erklärte Angelika Tucek, Kampfrichterin und Turnabteilungsleiterin des TSV Wasseralfingen am Rande der Wettkämpfe. Vor allem gehe es um „Spaß“. Der Wettkampfleiter Christian Röhrich resümierte: „Wir sind nicht unzufrieden.“

Um Spaß am Sport und Sieger ging es bei den männlichen Startern unter den Augen von Jandl - und auch hier lief es „relativ unkompliziert“, wie der Bettringer bilanzierte. Kurt Zeller, Wettkampfleiter aus Schwäbisch Gmünd, registrierte „keine Leistungssportler“, sondern Breitensportler, die „eine Bühne haben ihr Können zu zeigen“.

Um Weltmeister geht es nicht
Das gesamte Wochenende stand im Zeichen des Sports. Doch um weltmeisterliche Leistungen ging es nicht.

Aber 1200 männliche Teilnehmer machten mit - mehr als erwartet. Trotz der Tatsache, dass „Fußball und Handball in aller Munde sind“, wie Jandl weiß, ist Turnen im Land beliebt - eben vor allem bei den Kindern. Die Turner bilden nach aktuellster Statistik des Landessportverband Baden-Württemberg weiterhin die stärkste Riege im Land mit über 1,1 Millionen Mitgliedern gefolgt von den Fußballern mit 974 928 Mitgliedern.

Sieger bei den Einzelwettkämpfen im Geräteturnen beim Landeskinderturnfest stellten sich in den einzelnen Jahrgängen heraus - doch viel wichtiger war, dass die Kinder und Jugendlichen die Vielfalt des Turnens zeigten. Angelika Tucek, Christian Röhrich, Gerhard Jandl und Kurt Zeller - vier von 750 Helfern, die wissen worauf es ankommt beim Landeskinderturnfest und dafür sorgten, dass die Wettkämpfe ordnungsgemäß abliefen.

Weltmeister? Noch Fehlanzeige.

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