Was die Stadt für die Insekten macht

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Die Stadt Aalen will dazu beitragen, dem Artensterben entgegen zu wirken.
Die Stadt Aalen will dazu beitragen, dem Artensterben entgegen zu wirken. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa)
Redakteurin/DigitAalen

Das Artensterben ist auf den Windschutzscheiben zu sehen. Wo früher Insekten an der Scheibe klebten und die Sicht raubten, hat der Autofahrer heute auch nach längeren Fahrten beinahe unvermindert Durchsicht. Nicht, dass die Insekten an den Autoscheiben vermisst werden, allerdings sind sie elementar wichtig für unser Ökosystem. 80 Prozent der Pflanzen werden beispielsweise von Bienen bestäubt. Sie sind allerdings, wie viele andere Insekten, vom Aussterben bedroht. Im Ausschuss für Umwelt und Entwicklung wurde die Frage gestellt, was die Stadt Aalen tut, um das Artensterben so gering wie möglich zu halten.

„Es ist ein Megathema für unsere Stadt“, sagte Bürgermeister Wolfgang Steidle. „Das Ziel muss ein Stück weit sein, das Blatt zu wenden.“ Mit Blick in die Zukunft solle gewährleistet werden, dass Aalen nachhaltig wachsen. „Wir wollen aber nicht verleugnen, dass die Artenvielfalt trotzdem zurückgeht.“

Nur zweimal im Jahr mähen

Robert Jenewein vom Grünflächenamt beschrieb Maßnahmen, die in der Vergangenheit durchgeführt worden waren, wie die Vernetzung von Biotopen, Heckenpflanzungen oder Gewässerrenaturierungen. Gerade im März wurde das Wasser wieder in den renaturierten Kocher geleitet.

Steidle präsentierte ein Handlungsprogramm: Zum einen soll die Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden. „Die Bürger sollen mitgenommen werden.“ Es soll beispielsweise Grünflächen in der Stadt geben, die nur zweimal im Jahr gemäht werden, bei der Verpachtung landwirtschaftlicher Flächen soll auf ökologische Maßnahmen geachtet werden und nach und nach sollen der Hirschbach, der Taufbach und auch der Kocher weiter renaturiert werden.

Ursula Barth (CDU) bat das Grünflächenamt, den Antrag, der von ihrer Fraktion eingebracht wurde, nicht als Kritik zu sehen, er solle nur für die Zukunft vorsorgen. „Es braucht zusätzlich Anstrengung, um dem Thema gerecht zu werden.“ Sie schlug vor, dass den Bürgern bei der Pflanzung und Betreuung von Blühwiesen in den Gärten geholfen werde. Sandra Bretzger (Grüne) schlug unter anderem vor, Schautafeln an öffentlichen Grünflächen aufzustellen, die die Bürger für das Thema sensibilisieren. Claus Albrecht (FW) empfahl, gratis Samenpäckchen zu verschenken.

Kreisel nicht insektenfreundlich

Kritik kam von Holger Fiedler (Linke). „Warum wurden die Flächen auf dem Parkplatz an der Sauerbachstraße geschottert?“ Das Gleiche gelte für den Kreisel an der Rombacher Straße. Auch müsse Wert auf Lichtverschmutzung gelegt werden. „Den Kurt-Früh-Weg, den manche beleuchtet haben wollen – das wäre ein Skandal in unseren Augen.“

Auch Alfred Roder (CDU) fragte nach, warum die Hecken im Zuge der Kocherrenaturierung in Wasseralfingen weichen mussten. Das sei ein Vorgriff auf den Ausbau Meiergasse gewesen, sagte Jenewein. Die Flur müsse teilweise zerstört werden, um dort wieder Blühwiesen pflanzen zu können.

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