Was der VfR Aalen nach der jüngsten Niederlage denkt – und was kommt

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Sportredakteur/DigitAalen

Die Fußballschuhe, die es mittlerweile in herrlich vielen bunten Farben gibt, sind in Münster sorgsam eingepackt und in Aalen wieder hervorgekramt worden, sie werden an diesem Dienstag zur nächsten Trainingseinheit schließlich wieder geschnürt. Natürlich will nach diesem jäh endenden Trip ins Münsterland bei den Profis des VfR Aalen keiner seine Lieblings-Kickstiefel an den Nagel hängen.

Sie werden in der 3. Liga noch gebraucht – mindestens zwölf Spiele lange. Zwölf Spiele, zwölf Chancen, wenn sich der VfR bis zum letzten Spieltag die Möglichkeit auf den Klassenverbleib aufrecht erhalten will. Daniel Bernhardt, der Mann der im Preussenstadion vier Mal hinter sich greifen musste, machte klar: „Wenn wir den Glauben verlieren würden, müssten wir jetzt aufhören mit Fußball spielen.“ Nix da!

Freilich hat das Spiel bei Preußen Münster, dieses bittere 0:4, wieder seine Spuren der Enttäuschung hinterlassen, nicht aber den Glauben an die Rettung. „Wir werden weiter dran glauben, solange es möglich ist, die Klasse zu halten“, schob der VfR-Torwart hinterher. Dafür wird er weiter versuchen, seinen Kasten bestmöglich sauber zu halten.

Das wird auch dringend notwendig sein, denn seit diesen jüngsten vier Einschlägen am Samstag warten die Aalener neben dem Abstiegskonkurrenten Fortuna Köln aufgrund ihrer 44 Gegentore mit der schlechtesten Abwehr der Liga auf. Ein Grund: Das Schlusslicht kassiert seine Treffer nach wie vor zu einfach, in Münster drei Mal nach einem ruhenden Ball. „Wir waren sorglos bei Standards“, merkte VfR-Trainer Rico Schmitt entsprechend an. Gut möglich, dass daran in den Einheiten in dieser Woche intensiv gearbeitet wird. Das leidige Thema Standards war nicht das erste Mal ein Niederlagengrund, sondern schon vor seiner Amtszeit.

Zwölf Endspiele

Die ist jetzt vier Spiele alt und in diesen vier Spielen hat Schmitt mit seiner Mannschaft lediglich vier Punkte geholt. Schmitts aufregende erste Zeit wies aber auch ein ziemlich straffes Programm mit vier Spielen binnen zwölf Tagen auf.

Stand heute sind es theoretisch noch 74 Tage bis zum 18. Mai, dem Tag des letzten, 38. Spieltages. Wenn es nach Bernhardts Kollegen Luca Schnellbacher geht, hat das Finale spätestens seit Münster begonnen. „Wir müssen jedes Spiel angehen, als ob es ein Endspiel ist“, sagte der Angreifer. Das Wort Endspiele ist beim VfR allerdings schon in der Winterpause gefallen, da waren es noch 18. Mit den bisher vier Punkten aus sechs Spielen seitdem hätte man nicht einmal neue Fußballschuhe gewonnen.

Die Hoffnung auf den großen Gewinn – sprich den Klassenverbleib – ruht bei den leidgeplagten Aalenern, die nunmehr acht Punkte Rückstand auf den Nichtabstiegsplatz aufweisen, auch auf die Partien in der Ostalb Arena. „Wir haben sieben Heimspiele, da müssen wir den Grundstein legen“, stellte Bernhardt heraus. Allerdings reisen da solche Gegner wie am Sonntag der Aufstiegskandidat Hallescher FC (3.) an. Dessen ist man sich durchaus bewusst. „Gegen Halle kommt wieder etwas auf uns zu“, weiß der Schlussmann. Da müsse eine „Top-Leistung“ gebracht werden, warf Schmitt nach dem Münster-Spiel schon einmal einen Blick voraus auf das Duell gegen seinen Ex-Verein.

„Wir müssen einfach Punkte sammeln", sagt Spieler Luca Schnellbacher

Doch eigentlich ist auch egal, wer da noch kommt, ob es Halle, Zwickau oder sonst wer ist: Die Botschaft im Vorfeld ist nicht kryptisch, und die bringt ein Schnellbacher klipp und klar rüber: „Wir müssen einfach Punkte sammeln.“ So einfach und doch so schwer für die Männer in den bunten Kickschuhen.

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