Warum Menschen aus Afrika fliehen

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 Der Vizepräsident von Naturfreunde Internationale, Mamadou Mbodji, zusammen mit Ulrike Dietterle (links) und Janine Piper von
Der Vizepräsident von Naturfreunde Internationale, Mamadou Mbodji, zusammen mit Ulrike Dietterle (links) und Janine Piper von den Naturfreunden. (Foto: Edwin Hügler)
Edwin Hügler

Weitere Vorträge des Aalener Bündnisses „Entwicklung braucht Entschuldung“ sind am 19. Oktober um 19 Uhr im Theodor –Heuss-Gymnasium in Aalen zum Thema „Ghana in der Schuldenfalle“ und am 14. November um 19 Uhr im Torhaus in Aalen. Dabei geht es um „Economic Partnership Agreement“.

„Wenn das Haus brennt, dann helfen die Nachbarn. Wir haben alle nur einen Planeten“. Mit diesem Vergleich hat der Vizepräsident der Naturfreunde Internationale, Mamadou Mbodji (Senegal) die Situation in Afrika beschrieben und internationale Solidarität eingefordert. Er hat einen Vortrag über „Klimaflucht aus Afrika“ im Torhaus in Aalen gehalten. Er betonte, dass Afrika lediglich vier Prozent zum weltweiten Kohlendioxidausstoß beitrage, aber 95 Prozent der negativen Folgen des Klimawandels zu tragen habe.

Mbodji ist auf Initiative der Naturfreunde Ostalb und des Aalener Bündnisses „Entwicklung braucht Entschuldung“ nach Aalen gekommen. An dem Gespräch haben auch Janine Piper und Ulrike Dietterle von den Naturfreunden, Herma Gais von Attac Aalen und Michaela Blank, persönliche Referentin von Oberbürgermeister Thilo Rentschler, teilgenommen. „Der Norden handelt nicht fair, wir sind Nachbarn“, unterstrich Mbodji. Es fehle an Vertrauen zwischen den Staaten. So sei beispielsweise ein 100 Milliarden Dollar Hilfsprogrammprogramm für den Klimaschutz vorgeschlagen, aber nie unterzeichnet worden. Die Natur in Afrika sei so tot, dass die Menschen flüchten müssten.

Fortschritt in der Bildung

Fortschritt sieht Mbodji dagegen bei der Bildung, insbesondere von Frauen. Er habe 35 Jahre lang als Englischlehrer gearbeitet. Am Anfang seien lediglich ein Viertel, am Ende Zweidrittel an dieser Schule Mädchen gewesen.

Im Vortrag schilderte Mbodji die aktuelle Lage in Afrika. Auf dem 30,4 Millionen Quadratmeter großen Kontinent lebten 1,2 Milliarden Einwohner. Der Lebensraum sei durch die Erderwärmung extrem bedroht. Als Beispiele nannte er die Zerstückelung des Kongo-Regenwaldes, den Rückgang der Fischbestände und die immer kürzer werdenden Regenperioden. „Ein Drittel des Landes sind dürr, Afrika ist unter Stress“, sagte Mbodji.

Die durch den Klimawandel verursachte Situation habe negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft, den Tourismus und die Gesundheit. Letztlich führe dies zu einer Flucht aus Afrika, denn wer nichts zu essen habe, der müsse gehen.

Um die Situation zu verbessern, forderte Mbodji internationale Solidarität der entwickelten Länder. Man müsse Anpassungstechniken transferieren, wissenschaftliche Erkenntnisse teilen und Projekte für den Klimaschutz initiieren. Er hat allerdings wenig Hoffnung, dass die Staaten die Wende schaffen, vielmehr setzt Mbodji auf das Engagement von nichtstaatlichen Organisationen wie beispielsweise die Naturfreunde. Es gelte den Egoismus zu überwinden und durch Solidarität den Frieden zu sichern.

Michaela Blank verwies auf die Aktivitäten der Stadt Aalen in der Entwicklungshilfe und nannte als Beispiele den Freundschaftsvertrag mit Vilankulo in Mosambik, die Fair-Trade-Aktionen und den Eine-Welt-Fonds mit 20 000 Euro.

Weitere Vorträge des Aalener Bündnisses „Entwicklung braucht Entschuldung“ sind am 19. Oktober um 19 Uhr im Theodor –Heuss-Gymnasium in Aalen zum Thema „Ghana in der Schuldenfalle“ und am 14. November um 19 Uhr im Torhaus in Aalen. Dabei geht es um „Economic Partnership Agreement“.

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