Warum die Freibad-Sanierung der große Wurf werden kann

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Nach dem Baustopp wegen der Kostenüberschreitung und den Gutachten zweier unabhängiger Statiker wird jetzt im Spiesel-Bad sanie
Nach dem Baustopp wegen der Kostenüberschreitung und den Gutachten zweier unabhängiger Statiker wird jetzt im Spiesel-Bad saniert statt neugebaut. (Foto: Eckard Scheiderer)
Freier Mitarbeiter

Grundlegende Sanierung des Wasseralfinger Spiesel-Freibads statt eines Neubaus. Nachdem sich die Statik des knapp 60 Jahre alten Hauptgebäudes nun doch als sanierungsfähig erwiesen hat, soll mit dem Hochbau im kommenden Jahr und noch in diesem Herbst mit der Anlage der Wege und dem Abbau der kleinen Becken mit Dusche vor den Schwimmbecken begonnen werden. Beide Seiten sind auch davon überzeugt, dass eine Sanierung im Bestand die Wünsche der Badegäste trifft. Der Kostenrahmen ist mit 3,5 Millionen gesetzt.

Der letzte Badetag Anfang September hätte zur „Abriss-Party“ werden sollen, der Auftakt für den Neubau. Nun kommt alles anders (wir berichteten). Nach dem Baustopp wegen der Kostenüberschreitung und den Gutachten zweier unabhängiger Statiker wird jetzt saniert statt neugebaut. Aalens Bürgermeister Wolfgang Steidle erinnert an die Kostenüberschreitung und die Grenzen, die sich bei der Suche nach Einsparmöglichkeiten ergeben haben. So hätte etwa das Dach nicht noch weiter reduziert werden können.

Das Spiesel-Freibad liegt schön, die Badegäste und Freibadbesucher schätzen die terrassenförmige Anlage mit weiten Blicken. Darin sind sich alle einig und deshalb soll alles so erhalten bleiben. Aber eben modernisiert, attraktiv, modern und barrierefrei. Aus vielen Nachfragen von Kundenseite der Schluss des Stadtwerke-Geschäftsführers Wolfgang Weiß: „Die Verbundenheit mit dem Spiesel-Freibad ist sehr groß.“

Gutachten hat gefehlt

Wie kam es nun zu der Erkenntnis, dass das Hauptgebäude mit den Umkleiden, Kiosk, Sanitär und Kasse doch sanierbar ist? Es gab die Aussage eines Architekten, aber kein grundsätzliches Gutachten, die Angaben zur Statik seien falsch interpretiert worden“, blickt Norbert Saup (Stadtwerke-Abteilung Technik) zurück. Die neuerliche Überprüfung der Statik sei nicht sehr schwer gewesen, weil es sich bei dem Gebäude um eine sehr einfache Gebäudestatik handle. Der Befund: Es gibt keinen Hangrutsch. Die Außenwände sind alle tragfähig, von den 60 Fundamenten muss nur an neun von ihnen etwas gemacht werden, etwas komplexer sei die Sanierung der Zwischendecke. Das wellenförmige und stellenweise undichte Eternit-Dach wird entfernt.

Für Steidle bringt die Sanierung Vorteile. So müssen etwa beim Thema Barrierefreiheit nicht ganz so restriktive Vorgaben wie bei einem Neubau eingehalten werden. Oder bei einem Gewitter: Die ursprüngliche Planung sah nur einen regengeschützten Bereich von 90 Quadratmetern vor. Nach der Sanierung ohne Neubau sind es 765 und die Nutzfläche ist auch wesentlich größer.

Statik-Prüfung hätte Ärger erspart

Wasseralfingens Ortsvorsteherin Andrea Hatam ist sehr zufrieden mit der Sanierungslösung, die Mehrheit der Wasseralfinger und der Badegäste auch, ist Hatam überzeugt. Dass das Bad in seinem Charakter und die Großzügigkeit der Flächen erhalten bleibe, das sei ihrer Meinung nach eine gute Lösung.

Ihr Stellvertreter Josef Anton Fuchs erinnerte aber auch an die Sache mit der Statik, und das habe nun nichts mit Partei- sondern mit Sachpolitik zu tun: Im Herbst 2015 hatte die Wasseralfinger CDU-Ortschaftsratsfraktion beantragt, die Statik des Hauptgebäudes zu überprüfen. Dafür habe man „von allen Seiten Prügel gekriegt“ und sei von der Stadt wie von den Stadtwerken „unwirsch abgebügelt worden.“ Und das müsse man „bei aller Liebe zum Konsens“ sagen. Eine genaue Statik-Prüfung hätte wohl „einiges an Ärgern und manchen Euro eingespart.“

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