Warum der neue Stadtwerkechef von Aalen als Arbeitsort angenehm überrascht ist

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Wer wird neuer Chef der Stadtwerke Aalen? Die Entscheidung darüber soll noch in diesem Herbst fallen. (Foto: Eckard Scheiderer)

„Aalen war eine angenehme Überraschung“, sagt Christoph Trautmann. Der künftige Chef der Aalener Stadtwerke ist nämlich in einer Phase ins Bewerbungsverfahren eingestiegen, als die Ausschreibung der Stelle geografisch noch anonymisiert war. Er also zunächst gar nicht wusste, wo man einen neuen Stadtwerke-Geschäftsführer sucht. „Aber die Aufgabenstellung war als solche interessant“, wie er bekennt. Erst in einer späteren Phase ist er nach Aalen gefahren und hat sich die Stadt angeschaut – mit positivem Eindruck.

Aalen zu sehen war die eine Seite, von der Vorgeschichte der Stellenausschreibung und dem Streit um den Abgang seines Vor-Vorgängers Cord Müller zu hören die andere. „Man schnauft da schon einmal durch“, sagt Trautmann im Gespräch unmittelbar nach seiner Wahl im Gemeinderat, zieht aber auch gleich Parallelen: Als er vor knapp fünf Jahren nach Lübeck zu den Stadtwerken gekommen sei, seien die gerade bundesweit durch die Schlagzeilen gegangen – wegen finanzieller Eskapaden des damaligen Betriebsrats. Viel lieber, als sich daran zu erinnern, nimmt Trautmann aber seine künftige Arbeit in Aalen in den Blick. Bäder und Parkhäuser hätten zwar bislang nicht zu seinen Kernaufgaben gehört, sagt er auf Nachfrage, „aber genau das macht es für mich ja spannend“. Zumal er sich für einen Menschen hält, der sich schnell in neue Themen und Aufgaben einarbeitet.

Kunden aus Überzeugung

Was die bereits im Gemeinderat gewünschte „geschickte Verbindung von Ökonomie und Ökologie“ anbelangt, „will ich kein Programm aus dem Baukasten abrufen und es Aalen überstülpen“, sagt Trautmann. Er wolle lieber erkunden, „was schon läuft und wo die Themen liegen“. Generell ist er aber der Überzeugung, dass ökologische Themen die Bürger bislang nicht immer überzeugt hätten. Weil sie – Beispiel Wärmedämmung – nicht verbraucherfreundlich genug rübergekommen seien. Und weshalb er es als eine Aufgabe von Stadtwerken generell sieht, die typischen und wichtigen Themen der Energiewende in einer verbraucherfreundlichen Art und Weise zu den Menschen zu bringen. Stromspeicher für den Hausgebrauch gehören etwa dazu, aber auch das ganz schlichte Einsparen von Energie. „Wir müssen mit unseren Angeboten dazu das Anspruchsdenken der Verbraucher treffen“, sagt Trautmann. Was mit Ökologie zu tun habe, müsse bedienerfreundlich sein und sich problemlos in den Alltag der Menschen integrieren lassen. „Dann passen Ökologie und Ökonomie wunderbar zusammen“, ist der künftige Chef der Aalener Stadtwerke überzeugt.

Stadtwerke müssten außerdem, das ist ihm ein weiteres wichtiges generelles Anliegen, der leistungsfähige und qualitativ hochwertige Dienstleister für die Bürger sein. „Man ist Kunde bei den Stadtwerken Aalen, weil man von ihnen überzeugt ist, und nicht, weil man Aalener ist“, formuliert Trautmann. Und umreißt ein weiteres großes Zukunftsthema: Digitalisierung und digitale Infrastruktur, das seien in Zukunft klassische Bestandteile kommunaler Daseinsvorsorge – und damit auch unabdingbar Dinge, welche die Stadtwerke ihren Kunden und Bürgern zur Verfügung stellen müssten.

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