Kevin Bernecker kann mit seinem TSV Adelmannsfelden die Sensation noch toppen.
Kevin Bernecker kann mit seinem TSV Adelmannsfelden die Sensation noch toppen. (Foto: Peter Schlipf)
Sportredakteur/DigitAalen

1700 Einwohner zählt die Gemeinde Adelmannsfelden. Sicher nicht jeder aber viele davon werden sich an diesem Mittwoch wohl in Richtung Härtsfeld aufmachen. Denn dort spielt der TSV doch tatsächlich um einen Platz in der Fußball-Bezirksliga. Gegner auf dem Sportgelände des Fußball-Verbandsligisten Sportfreunde Dorfmerkingen sind die Fußballer aus der Kreisliga Staffel A III, des FV Burgberg (18 Uhr).

„Es ist der Wahnsinn, dass wir uns nun tatsächlich auf einen Relegationsplatz geschoben haben“, sagt Spielleiter Jan Bernlöhr und spricht damit an, was sich wohl viele gedacht haben und wohl immer noch denken. Seit vergangenem Sonntag kann der TSV also doch tatsächlich vom nächsten Coup träumen. Nach der Rückkehr in der A-Liga nach 21 Jahren B-Liga steht Adelmannsfelden tatsächlich an der Schwelle zur Bezirksliga. Natürlich ist die Chance sich in den drei anstehenden Relegationsrunden zu behaupten mehr als gering. Doch die Chance ist da und diese „winzige Möglichkeit wollen wir versuchen zu nutzen“. „Ist doch klar, wenn man in der Relegation steht, sagt doch keiner, ich will ausscheiden“, sagt Bernlöhr mit einem Schmunzeln. Dass es möglich ist als A-Ligist sich hier durchzusetzten, das hat der SSV Aalen in der vergangenen Saison gezeigt.

Keine Spielergehälter

„Mit Aalen können wir uns sicherlich nicht vergleichen. Die haben da ganz andere Möglichkeiten“, so Bernlöhr weiter. Tatsächlich verfügt der TSV über einen großen Spielerpool von über 40 Spielern, allerdings erhält keiner beim TSV in irgendeiner Weise Geld für Einsätze auf dem grünen Rasen. „Wir können das nicht leisten und wir wollen das auch nicht“, sagt Bernlöhr. Noch eindrucksvoller als die Anzahl an Spielern im Training ist aber auch, dass nahezu alle Spieler aus der Gemeinde kommen. „Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und das ist bei uns enorm stark ausgeprägt“, sagt Bernlöhr. Die Mannschaft von Trainer Bernd Landwehr erwartet mit Burgberg schon in der ersten Relegationsrunde ein harter Brocken. Schließlich hat der FV Burgberg 71 Punkte (Torverhältnis: 80:42) in der Staffel A III erzielt und damit nur zwei weniger als der Meister AC Milan Heidenheim.

„Wir sind der Außenseiter“, stellt Bernlöhr daher klar. Anreisen werden die TSVler allerdings mit mindestens zwei Fanbussen und die Plätze sind begehrt: „Ich denke, dass wir alleine mit den Bussen auf 100 Schlachtenbummler kommen werden und da sind dann die Autofahrer noch nicht mitgerechnet.“ Es wird also voll werden auf der Sportanlage bei den Sportfreunden aus Dorfmerkingen. Mit dabei dann vielleicht auch Sportkameraden vom TSV Hüttlingen, die dem TSV aus Adelmannsfelden die Teilnahme an der Relegation durch ihr 1:1 im Derby gegen Wasseralfingen erst ermöglicht hatten.

Freibier für Hüttlingen

Prompt gab es da natürlich auf der Facebook-Präsenz von Adelmannsfelden die Anfrage nach Freibier aus den Reihen der Hüttlinger und da lässt sich Adelmannsfelden nicht lumpen: „Natürlich werden wir uns in Form von gebrauter Lebensfreude erkenntlich zeigen“, sagt Bernlöhr und lacht. Späher aus der Aalener Weststadt werden wohl auch den Weg zu den Sportfreunden finden, denn schließlich wird in der Partie der Gegner für die anstehende zweite Relegationsrunde ermittelt. Hier greift dann die Landesliga-Reserve der TSG aus Hofherrnweiler ins Geschehen ein. Bevor dann der vom Abstieg bedrohte Bezirksligist aus Heubach gegen den Gewinner dieser Paarung um seinen Platz in der Liga kämpfen wird.

„Wir werden alles versuchen und vielleicht gelingt uns ja noch einmal so ein Tag wie am vergangenen Wochenende“, sagt Bernlöhr und spielt auf den starken 5:0-Sieg über den Mitkonkurrenten um den Relegationsplatz, den SV Kerkingen, an. Ausfallen wird beim TSV bis auf die beiden bekannten Verletzten (Peter Stock und Leon Hofmann) jeweils mit Bänderrissen keiner. „Soweit ich weiß, bekommen auch alle Spieler einen halben Tag frei. Damit sie um 15.47 Uhr pünktlich aus Adelmannsfelden mit dem Bus abfahren können“, so Bernlöhr weiter. Die Buskosten für die Spieler übernimmt im Übrigen der Verein.

„Ich hoffe, dass der Verein dann auch noch die Kosten für ein zweites Auswärtsspiel aufbringen kann“, sagt Bernlöhr und meint damit das zweite Relegationsspiel in Elchingen gegen die TSG II aus Hofherrnweiler am Samstag. Aber erst einmal gilt es für die Mannschaft, die nur gewinnen kann, den ersten Schritt zu machen.

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