Wört vor wegweisendem Bezirksliga-Duell

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 Lauchheim (weiße Trikots) und Neuler stehen wieder auf dem Platz.
Lauchheim (weiße Trikots) und Neuler stehen wieder auf dem Platz. (Foto: Peter Schlipf)
Nico Schoch

Nach vier Niederlagen in Folge ist Aufsteiger SV Wört endgültig im Abstiegskampf der Fußball-Bezirksliga angekommen. Spielleiter Andreas Fuchs bemängelt die mangelnde Kaltschnäuzigkeit sowie die anfällige Defensive. Im bevorstehenden Kellerduell stehen die Blau-Weißen ebenso wie ihr Kontrahent, der Tabellenvorletzte aus Kirchheim/Trochtelfingen, unter Zugzwang.

Mit zwei Siegen und zwei Unentschieden aus den ersten fünf Partien hatte der SVW nach zweijähriger Abstinenz zunächst einen ganz passablen Saisonstart hingelegt. Im Oktober allerdings sind die Rückkehrer auf dem harten Boden der Realität aufgeschlagen. Heißt: Knallharter Abstiegskampf. „Jeder wusste, dass das auf uns zukommen würde“, betont Fuchs, der die Liga in diesem Jahr „noch stärker und ausgeglichener“ sieht als bislang: „Jeder kann jeden schlagen.“ Dass dies kein Phrase ist, haben die Wörter bereits unter Beweis gestellt und mit Neresheim (2:0), Unterkochen (2:2) sowie Nattheim (2:2) drei Teams aus den Top Fünf stolpern lassen. Beim letztjährigen Landesligisten in Bettringen war der SVW zuletzt allerdings chancenlos und unterlag mit 1:4. Die vierte Niederlage nacheinander war laut Fuchs „zu erwarten“, viel mehr schmerzte ihn die vorangegangene 3:6-Heimpleite gegen Mitkonkurrent Lorch: „Dass wir da einen ganz schlechten Tag erwischt haben, kann ich mir selbst nicht erklären.“

Nach elf Spieltagen sind die Blau-Weißen auf den Relegationsplatz abgerutscht und sind erneut zu der Erkenntnis gelangt: „In der Bezirksliga wird jeder Fehler direkt bestraft, von Teams aus der oberen und unteren Tabellenregion gleichermaßen. Wir sind in dieser Hinsicht immer noch ein bisschen zu grün.“ Fehlt dem SV Wört die nötige Reife, um die Klasse zu halten? Insbesondere bei der höchsten Saisonniederlage gegen Mitaufsteiger Hofherrnweiler II (0:6) musste man sich eine gewisse Machtlosigkeit eingestehen. Die größten Probleme bereitet derzeit die Abwehr: 24 Gegentore aus den vergangenen sechs Partien – vier im Durchschnitt – sind zweifellos zu viele. Umgekehrt erarbeite sich das Team zwar viele eigene Torchancen, doch ein Funken Verzweiflung schwingt mit, wenn Fuchs anfügt: „Wir sind einfach nicht kaltschnäuzig genug.“

„In unserer aktuellen Verfassung wird es nicht für den Klassenerhalt reichen“, mahnt der SVW-Spielleiter. Doch trotz der bitteren Rückschläge sei die Moral der Mannschaft absolut intakt, die Stimmung gut. Der steigende Druck lässt sich dennoch nicht wegdiskutieren, zumal die Konkurrenz Fuchs´ These von der Ausgeglichenheit der Liga bestätigt. Die SF Lorch (12./11 Punkte) etwa entthronten jüngst den bisherigen Spitzenreiter aus Neresheim und wollen beim FC Ellwangen (16./5) ihre Serie um den dritten Sieg erweitern. Der FCE wird sicher etwas dagegen einzuwenden haben, immerhin deutet der Trend auch beim längst nicht abgeschlagenen Schlusslicht derzeit nach oben.

Spannung im Aufstiegsrennen

Für Wört (13./9) gilt folgende Devise: „Wir wollen uns ordentlich in die Winterpause verabschieden und noch zwei Siege holen.“ Zu Gast ist die SGM Kirchheim/Trochtelfingen (15./7), dessem neuen Trainer Heiko Wick das Debüt mit zwei Niederlagen gründlich misslungen ist. Der Zwang, endlich wieder punkten zu können, ist auf beiden Seiten immens. „Die Tagesform, die mentale Verfassung und auch das nötige Quäntchen Glück werden den Ausschlag geben“, blickt Fuchs diesem wegweisenden Krisenduell entgegen. Grund zur Panik besteht laut seiner Aussage beim bescheidenen SV Wört (noch) nicht: „Ich bin eigentlich sehr gelassen, möchte aber zunächst den Sonntag abwarten ...“

Eine enorme Spannung hat sich auch im Aufstiegsrennen entwickelt. Dank der fast perfekten Ausbeute von 16 Punkten aus den vergangenen sechs Begegnungen ist der TV Neuler (7./19) in die erweiterte Spitzengruppe vorgestoßen. Vor dem Aufeinandertreffen mit der gleichauf liegenden TSG Schnaitheim (6./19) trennen den mit der Ambition Nichtabstieg angetretenen TVN gerade einmal sechs Zähler vom Klassenprimus. Der SG Bettringen (1./25) steht zeitgleich beim SV Neresheim (2./24) das ultimative Topspiel bevor. Neresheim hat vor heimischer Kulisse bislang keinen einzigen Punkt abgegeben und wird gewillt sein, diese Serie fortzusetzen und sich durch einen Sieg im Gipfeltreffen die Tabellenführung zurückzuholen. In Lauerstellung verweilen die TSG Nattheim (3./23) vor der Pflichtaufgabe gegen den AC Milan Heidenheim (14./7) sowie der seit sechs Spieltagen ungeschlagene FV 08 Unterkochen (4./21), dessen Erfolgslauf vom SV Lauchheim (9./16) auf eine harte Probe gestellt werden dürfte. Etwas trügerisch ist die Ausgangslage des SV Waldhausen (5./21), der durch den jüngsten Spielausfall etwas zurückgefallen ist, aber eben erst eine Partie weniger absolviert hat als die restlichen Aufstiegsaspiranten. Den amtierenden Vizemeister erwartet ein spezielles Verfolgerduell mit Aussicht auf eine schnelle Revanche für das Pokalaus: Zum zweiten Mal binnen vier Tagen gastiert die TSG Hofherrnweiler II (8./17) in Waldhausen und wird ihren 2:0-Erfolg sicherlich wiederholen wollen.

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