Vier Celli begeistern in der Stadthalle

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Quattrocelli, das sind Lukas Dreyer, Tim Ströble, Matthias Trück und Hartwig Christ, sind nicht vier Comedians, die auch Cello
Quattrocelli, das sind Lukas Dreyer, Tim Ströble, Matthias Trück und Hartwig Christ, sind nicht vier Comedians, die auch Cello spielen können, sondern um vier Cellisten, die viel Humor haben. (Foto: Thomas Siedler)
Gerhard Krehlik

Kann man mit einem Cello Spaß haben? Man kann! Quattrocelli hat das am Donnerstag in der Stadthalle vorgemacht. Und das nicht nur mit einem Cello, sondern gleich im Viererpack, wie es der Name schon sagt.

Das Publikumsinteresse bei die Veranstaltung in der Reihe Kleinkunst-Treff war groß, die freien Plätze in der Stadthalle konnte man an zwei Händen abzählen.

Und die Besucher amüsierten sich köstlich über einen humorvollen musikalischen Abend. Los ging es allerdings ganz klassisch mit dem „Air“ aus der dritten Orchestersuite von Johann Sebastian Bach in einer Version für vier Celli. Und schon nach den ersten Takten war klar, dass es sich bei Quattrocelli, das sind Lukas Dreyer, Tim Ströble, Matthias Trück und Hartwig Christ, nicht um vier Comedians handelt, die auch Cello spielen können, sondern um vier Cellisten, die mit ihrer humorvollen Show ein wenig dem Zeitgeist huldigen.

Die Spaßgesellschaft will unterhalten werden, und da tut man sich als Cellist mit einem ernsthaften klassischen Programm natürlich schwer. Und man muss sich als klassischer Musiker eben immer wieder was Neues einfallen lassen, um die Menschen in die Konzertsäle zu locken. Wobei die vier studierten Musiker den Klamauk in ihrer Show nicht übertrieben und auch durchaus melancholische Momente in ihr Programm eingebaut haben.

Ihre Ideen schöpften Quattrocelli aus klassischem Filmrepertoire

Auf einer Leinwand im Bühnenhintergrund wurde das musikalische Geschehen optisch begleitet, mal mit dem Schatten einer tanzenden Frau, mal mit Meereswellen oder auch mit mystisch fließenden Formen. Ihre Ideen schöpften Quattrocelli dabei vor allem aus dem klassischen Filmrepertoire. Wenn also ein weißer Cellokoffer wie ein Sarg hereingetragen und auf der Bühne platziert wurde, dann tauchte im Kopfkino der Besucher Marlon Brando als Pate auf.

In diesem Stil schauten die vier Cellisten humorvoll auch bei diversen anderen Soundtracks von Filmklassikern vorbei, vom „Pink Panther“ über James Bond und „Fluch der Karibik“ bis hin zu den Leuchtschwerte rn von „Star Wars“. Die Celli wurden dabei ausgesprochen variabel eingesetzt – mal als Zither wie bei „Der dritte Mann“, als Gitarre oder Mundharmonika in „Spiel mir das Lied vom Tod“. Und eines der armen Celli wurde sogar zu Ennio Morricones Westernmusik fachmännisch gehängt. Die Besucher hatten viel Spaß mit diesen vier so ganz anderen Cellisten.

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