VfR: Partycrasher geben nicht auf

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„Alles für Liga 3“ heißt es Seitens der Fans – die Mannschaft hat nur noch wenige Chancen darauf.
„Alles für Liga 3“ heißt es Seitens der Fans – die Mannschaft hat nur noch wenige Chancen darauf. (Foto: Peter Schlipf)
Sportredakteur/DigitAalen

Dass in Aalen am 18. Mai noch die Fußballparty steigt, ist Stand jetzt eher unwahrscheinlich. Zumindest rund um den VfR Aalen sieht es nicht danach aus, als wenn es noch etwas zu Feiern gäbe. Wenn ja, wäre es wohl eine rauschende Party, denn dann würde das Fußball-Wunder von der Ostalb feierlich begangen werden.

Der letzte Spieltag in der 3. Liga ist nicht mehr weit weg. Fünf Runden hat der VfR noch Zeit, in die Fußball-Annalen einzugehen, und dafür zu stehen, das Unmögliche möglich zu machen. Was nach dem 34. Spieltag nur offensichtlich ist, sagt Hermann Olschewski, VfR-Präsident Sport, nach der jüngsten 1:2-Heimniederlage des Schlusslichtes gegen die Sportfreunde Lotte: „Es wird immer aussichtsloser. Aber so lange es rechnerisch möglich ist, werden wir es versuchen.“ Aber auch die anderen Ergebnisse müssten passen, auch die Konkurrenz macht vor dem VfR freilich nicht Halt.

Kampf um den Klassenerhalt: VfR Aalen empfängt direkten Konkurrenten
Noch sind es 6 Punkte Abstand auf das rettende Ufer. Doch der Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Wochenende hat dem VfR Aalen wieder ein kleines bisschen Hoffnung auf den Klassenerhalt gegeben. Denn nun kommt mit Lotte der Tabellen-16. auf die Ostalb. Der Tabellenplatz, den die Aalener am Ende der Saison gerne innehätten.

Es sind wieder sieben Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz, nach dem Hoffnungsschimmer in Kaiserslautern waren es sechs. Mit einem Sieg gegen Lotte hätten es vier sein können. Es war also durchaus noch viel denkbar, doch nach dem bitteren 1:2 herrscht(e) Tristesse – wenngleich die Mannschaft natürlich noch dran glaubt, was sie allerdings auch muss. Es sind schließlich Profis. „Trotzdem müssen wir in Osnabrück antreten,“, merkte VfR-Torwart Daniel Bernhardt ob dieses Nackenschlags an.

Noch ist es möglich

Rechnerisch möglich ist an diesem Samstag schon der Aufstieg des VfL Osnabrück in die 2. Liga. Die Niedersachsen bilden das völlige Kontrastprogramm zum VfR – wenn da nicht der VfR den Partycrasher gibt. An der Bremer Brücke wird aber ohnehin gefeiert, die Partie gegen die Aalener ist das Jubiläumsspiel des Vereins – 120 Jahre VfL Osnabrück.

„Da in die Suppe zu spucken, macht Spaß“, erklärte Mart Ristl – auch weil er weiß, dass der VfR dass schon in Karlsruhe und Kaiserslautern geschafft hat, womit auch keiner gerechnet hat. Allein das war aber zu wenig – weil der VfR auch danach nie nachlegen konnte mit einem Sieg. Nun laufen seit diesem Dienstag also die Vorbereitungen für das Spiel beim Tabellenführer – bei dem wohl wieder keiner mit dem VfR rechnet. „Warum sollen wir in Osnabrück nicht wieder was holen?“, fragt Bernhardt. Ja, warum eigentlich nicht nicht?

Allerdings würden keine Punkte die Planungen für die Regionalliga wohl forcieren, denn so langsam ist es dann auch rechnerisch nicht mehr möglich in der Liga zu bleiben. Es hilft nur noch der Weg nach vorne, wie gegen Lotte, volles Risiko. Trainer Rico Schmitt war „All in“ gegangen in der zweiten Halbzeit, der Aalener Dauerdruck wurde jedoch nicht belohnt. Es war paradox: Beim 1:0 in Kaiserslautern reichten dem VfR „eineinhalb Chancen“, wie Schmitt anmerkte. Und beim 1:2 gegen Lotte waren selbst elf Chancen nicht genug um mindestens zwei Tore zu erzielen.

Einer der Chancenverballerer wird in Osnabrück nicht spielen dürfen, Stürmer Matthias Morys kassierte seine zehnte gelbe Karte. Für den Rest gilt: auf ein Neues. „Wir werden alles versuchen raus zu hauen. Wir werden versuchen, das Maximale an Punkten herauszuholen aus den fünf Spielen. Wo wir dann stehen, sehen wir am Ende der Saison“, erklärt Bernhardt.

Doch zunächst gilt es laut seinem Trainer „dieses Negativerlebnis zu verarbeiten“, „dann blicken wir wieder nach vorne“. Auf das was der VfR da in Osnabrück leistet, blicken auch mehr Menschen als sonst. Neben „Magenta Sport“ übertragt auch der „NDR“ das 14 Uhr-Spiel live. Party hin- oder her.

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