VfR: Drei Tore und drei Punkte Hoffnung - Der Tag danach

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Sportredakteur/DigitAalen

Sie haben ihn geholt um das Unmögliche zu schaffen. Wie es gehen kann, dass haben die Aalener nun zweimal gezeigt. Im Heimspiel gegen Unterhaching (4:1-Heimsieg) und am vergangenen Mittwoch in dieser fast schon magischen Nacht im Wildparkstadion in Karlsruhe. „Meine Bilanz war bislang spärlich“, sagte VfR-Trainer Rico Schmitt als Zwischenfazit selbstkritisch. Nach dem verdienten 3:0-Sieg über den KSC hat sich das aber etwas geändert. Für Aalen heißt es an diesem Samstag im Heimspiel gegen Zwickau nachzulegen.

Ein bisschen abergläubisch sind sie beim VfR Aalen und daher nahm Sascha Traut in der Mixed-Zone das Wörtchen „nachlegen“ nicht in den Mund. Zuletzt hatte er das nach dem Sieg über Unterhaching in Bezug auf das darauffolgende Spiel in Münster noch getan. Das ging schief und zwar gewaltig. 0:4 hieß es am Ende. So ein Fiasko wollen sie im Heimspiel am Samstag gegen Zwickau tunlichst vermeiden.

Die Aalener wollen sich vielmehr „den Arsch aufreißen“ wie Clemens Schoppenhauer es nach dem Sieg beim Tabellenzweiten trefflich auf den Punkt brachte. Es sei noch nichts erreicht. „Wir haben ein Spiel gewonnen“, so Schmitt. Viele weitere müssen nun folgen.

 Eine magische Nacht im Wildparkstadion: Die Aalener Mannschaft feiert den 3:0-Erfolg mit den mitgereisten Fans.
Eine magische Nacht im Wildparkstadion: Die Aalener Mannschaft feiert den 3:0-Erfolg mit den mitgereisten Fans. (Foto: imago)

„Absteiger, Absteiger“, skandierten die KSC-Fans bereits in Richtung des VfR und machten damit deutlich, was den Aalenern ohne die nötigen Punkte droht. Sie haben sich mit der Lage auseinandergesetzt und zwar schon nach der Niederlage in Münster. Die Mannschaft und Trainer Rico Schmitt haben viele andere Ligen analysiert.

Fleißaufgabe als Mutmacher

„Wie sind die Abstände der Tabellenletzten auf die Nicht-Abstiegsplätze und wie groß ist die Chance, dass sie diesen noch aufholen können”, beschrieb Schmitt die Fleißaufgabe an seine Schützlinge.

Sie wissen also um die Schwere der Aufgabe und dennoch resignierte die Mannschaft nicht. Vielmehr wirkten die Aalener perfekt eingestellt in diesem Flutlichtspiel. Von der ersten Minute an hellwach und gewillt jede sich bietende Chance zu nutzen. Ganz anders der KSC, der nicht annähernd an die Leistungen aus den vorangegangenen Spielen anknüpfen konnte.

Wir haben in Karlsruhe gewonnen. Das ist etwas ganz besonderes. VfR-Verteidiger Torben Rehfeldt

„Wir wollten den Gegner ärgern und die zwei schnellen Tore haben uns dabei geholfen“, sagte Schmitt. KSC-Trainer Alois Schwartz war bedient: „Es waren die ersten beiden Schüsse aufs Tor und die waren beide drin. Wir haben nicht gut gespielt trifft es nicht. Wir haben richtig scheiße gespielt.“

Und während die Aalener nach dem Spiel redselig Auskunft gaben, schwiegen die Karlsruher kollektiv – Schwartz natürlich ausgenommen. „Vielleicht war es auch ein Vorteil, dass wir in diesem Spiel nicht gewinnen mussten“, sagte Sascha Traut und fügte an: „Es erwartet ja schließlich keiner, dass man als Tabellenletzter gegen den Zweiten so ein Spiel abliefert.“ So sind es nach dem vergangenen Spieltag keine neun sondern sechs Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

„Wir haben in Karlsruhe gewonnen. Das ist etwas ganz besonderes. Da können wir uns kurz freuen“, sagte VfR-Verteidiger Torben Rehfeldt. Am Samstag wartet aber ein ganz anderes Kaliber auf die Aalener Wildpark-Stürmer. Mit dem FSV Zwickau (15., 33 Punkte) kommt ein direkter Kontrahent auf die Ostalb und auch die haben an diesem verrückten 28. Spieltag gewonnen.

2:0 hieß es am Ende gegen den KFC Uerdingen (8., 39). Diese Mal muss es keine magische Nacht sein, aber ärgern sollte sich wieder nur der Gegner. „Wir sollten dranbleiben“, sagte Traut vielsagend und umschiffte das ungeliebte Wörtchen in der Mixed-Zone gekonnt. Ob es hilf – mal sehen.

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