VfR Aalen kratzt am Sieg – 1:1

Lesedauer: 7 Min
 Patrick Schorr (2. v. l.) erzielte die Führung, die aber wie gegen Kaiserslautern nicht hielt.
Patrick Schorr (2. v. l.) erzielte die Führung, die aber wie gegen Kaiserslautern nicht hielt. (Foto: Imago)
Christian Knoth (MSPW)

Sportfreunde Lotte: Kroll - Langlitz, Dietz, Straith, Neidhart - Schulze, Chato - Lindner (65. Reimerink), Hofmann (79. Piossek), Oesterhelweg (64. Karweina) - Wegkamp.

VfR Aalen: Bernhardt - Sarr, Rehfeldt, Geyer - Traut, Schorr (81. Büyüksakarya), Funk, Lämmel (79. Schnellbacher) - Sessa (90. Ristl) - Bär, Morys.

Tore: 0:1 Schorr (60.), 1:1 Chato (71.). Schiedsrichterin: Rafalski (Bad Zwesten). - Zuschauer: 1.393.

Eher zwei Punkte verloren, als einen Zähler gewonnen: So lässt sich das 1:1 (0:0) des VfR Aalen bei den Sportfreunden Lotte am 14. Spieltag der 3. Liga beschreiben. Trotz zwischenzeitlicher Führung und einiger guter Chancen reichte es am Ende für den VfR nicht zum erhofften Sieg. Patrick Schorr (60.) hatte den VfR mit einem abgefälschten Distanzschuss in Führung gebracht. Paterson Chato (71.) traf nach einer Freistoß-Hereingabe für die Gastgeber, die jetzt seit vier Begegnungen nicht verloren haben. Aalen rangiert nach vier Partien ohne Sieg in Folge weiterhin in der Abstiegszone.

„Wir haben eine ordentliche Leistung abgeliefert und sind jetzt seit drei Auswärtsspielen ungeschlagen“, versuchte Aalens Trainer Argirios Giannikis, ein positives Fazit zu ziehen. Immerhin holte seine Mannschaft aus den Partien in Zwickau (3:2), Jena (0:0) und Lotte in der Tat fünf Zähler.

Gleichzeitig setzte es allerdings gegen den KSC (1:3), Fortuna Köln (0:1) und den 1. FC Kaiserslautern (1:2) auch drei Heimpleiten, so dass ein Dreier im Tecklenburger Land dem VfR gut zu Gesicht gestanden hätte. Das war auch dem 38-jährigen Fußball-Lehrer nicht entgangen: „Gerade bei diesem Spielverlauf hätten wir sehr gerne die drei Punkte mitgenommen.“

Die 1393 Zuschauer in Lotte sahen vor allem in der ersten Hälfte ein zähes Spiel, in dem es nicht allzu viele Höhepunkte und auch kaum Torraumszenen gab. Die erste Chance ging auf das Konto von Aalens Angreifer Marcel Bär (7.). Nach einer Unsicherheit beim Spielaufbau der Gastgeber kam auf der Außenbahn Patrick Schorr an den Ball. Der 24-jährige Linksfuß brachte das Spielgerät flach und scharf in die Mitte. Bär fehlten nur Zentimeter, um den Ball gefährlich Richtung Tor der Sportfreunde zu bugsieren.

Die größte Tormöglichkeit der Gastgeber hatte in der ersten Hälfte Mittelfeldspieler Jonas Hofmann (14.). Der Namensvetter des Bundesligaprofis von Borussia Mönchengladbach prüfte mit einem Linksschuss VfR-Keeper Daniel Bernhardt. Der 33-jährige Torwart der Aalener hatte aber keine großen Probleme, den Ball zur Seite abzuwehren. Danach plätscherte die Parte so vor sich hin und es ging torlos in die Halbzeitpause.

Die zweite Hälfte begann so, wie die erste aufgehört hatte. Ein Spektakel bekamen die Besucher, von denen vor allem die Aalener Anhänger ordentlich Stimmung machten, nicht zu sehen. Die erste Torannäherung gelang ausgerechnet dem Ex-Aalener Gerrit Wegkamp (58.), der erst Ende August vom VfR nach Lotte gewechselt war. Nach einem Freistoß setzte er zum Seitfallzieher an, beförderte den Ball aber deutlich über das VfR-Gehäuse.

Wenig später war es dann soweit: In einer Phase, in der beide Mannschaften eigentlich nichts anbrennen ließen, ging Aalen wie aus dem Nichts in Führung. Patrick Schorr (60.) fasste sich ein Herz und zog aus der Distanz einfach mal ab. Weil der Ball von Lottes Verteidiger Alexander Langlitz noch abgefälscht wurde, schlug der Ball unhaltbar für Sportfreunde-Torwart Steve Kroll im rechten Eck ein – 0:1. „Wir sind verdient in Führung gegangen, weil wir mehr Spielanteile hatten“, fand VfR-Angreifer Matthias Morys, der aber mit dem Verhalten nach dem Führungstor nicht zufrieden war: „Danach haben wir deutlich zu viele Standards des Gegners zugelassen. Da kann immer mal ein Ball durchrutschen.“

Wenn ein Ball durchrutscht

Eine dieser vielen Standardsituation wurde Aalen dann zum Verhängnis und es passierte genau das, was Morys anmerkte: Es rutschte ein Ball durch. Nach einem Freistoß von Jonas Hofmann aus dem Halbfeld leitete Aalens Torschütze Schorr den Ball unglücklich zu Paterson Chato (71.) weiter, der ihn dann per Direktabnahme zum 1:1 im VfR-Tor unterbrachte.

Die Gäste hatten in der Schlussphase zwar noch die große Gelegenheit, erneut in Führung zu gehen und einen Dreier einzufahren. Nach starker Vorarbeit des gut aufgelegten Marcel Bär verfehlte der Kopfball von Matthias Morys (84.) aber knapp das Ziel. „Wir haben hier zwei Punkte liegen lassen“, ärgerte sich denn auch VfR-Torschütze Patrick Schorr: „Es war ein gutes Auswärtsspiel von uns. Wir hätten nur gewinnen müssen.“

Auch Lottes Trainer Nils Drube lobte den Gegner: „Wir haben gegen eine sehr organisierte Aalener Mannschaft gespielt und nicht die richtigen Lösungen gefunden, obwohl wir viel Ballbesitz hatten.“ Für die Sportfreunde geht es am kommenden Samstag, 14 Uhr, mit der Partie beim FC Energie Cottbus weiter. Aalen hat zur gleichen Zeit Spitzenreiter VfL Osnabrück zu Gast. Ob der VfR ausgerechnet gegen den Tabellenführer den ersten Sieg seit Ende September holt?

Sportfreunde Lotte: Kroll - Langlitz, Dietz, Straith, Neidhart - Schulze, Chato - Lindner (65. Reimerink), Hofmann (79. Piossek), Oesterhelweg (64. Karweina) - Wegkamp.

VfR Aalen: Bernhardt - Sarr, Rehfeldt, Geyer - Traut, Schorr (81. Büyüksakarya), Funk, Lämmel (79. Schnellbacher) - Sessa (90. Ristl) - Bär, Morys.

Tore: 0:1 Schorr (60.), 1:1 Chato (71.). Schiedsrichterin: Rafalski (Bad Zwesten). - Zuschauer: 1.393.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen