VfR Aalen gegen Kevin Großkreutz und Co.

Lesedauer: 6 Min
 Auf Lukas Lämmel (vorne) und den VfR kommt einiges zu.
Auf Lukas Lämmel (vorne) und den VfR kommt einiges zu. (Foto: Peter Schlipf)
Sportredakteur/DigitAalen

Dieser niedliche Grotifant, im so harten Fußballgeschäft bestens bekannt da mit langer Historie versehen, wird auch in Duisburg auftauchen müssen, wenn er seine Mannschaft anfeuern will. Dem Plüschelefanten wurde im Vorfeld des Spiels auf jeden Fall schon einmal gut zugesprochen. „Unsere Spieler machen den Grotifant heiß auf das Spiel am Samstag gegen Aalen“, teilte der KFC Uerdingen, dessen Maskottchen den markanten Namen trägt, mit. Sie muntern das Maskottchen in einem Video, das auf Twitter und Facebook zu sehen ist, auf: „Die hauen wir weg die Aalener am Samstag.“

Die Aalener werden freilich alles geben, damit dem ab 14 Uhr nicht der Fall ist. Denn die Aalener müssen punkten. Egal wo. Also auch in der Schauinsland-Reisen-Arena, wo die Uerdinger ihre Heimspiele in der 3. Fußball-Liga austragen. In der altehrwürdigen Grotenburg, dort woher der Grotifant seinen Namen bekam, wird derzeit kein Fußball gespielt. Dass der VfR Aalen in Duisburg punkten kann, ist nicht unwahrscheinlich. Heimstärke zählt in dieser Saison nicht zu den Stärken dieser Uerdinger, die ansonsten viele Stärken besitzen. „Vielleicht ist es so, weil sie nicht in der Grotenburg spielen. Die Spielweise ist daheim und auswärts ähnlich. Oft sind es Nuancen die entscheiden, ob du in der engen Liga gewinnst oder verlierst“, schätzte Argirios Giannikis, Trainer des VfR, bei der Pressekonferenz am Donnerstag ein.

Effiziente Uerdinger

Auf jeden Fall aber ist der KFC effizient, holte mit 18 Toren schon 25 Punkte und zählt zu den Top-Teams der Liga. „Das hat sie schon in der Regionalliga in der letzten Saison ausgezeichnet, wenig Tore gebraucht zu haben um Ergebnisse einzufahren. Das zeigt, dass sie Erfahrung haben und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.“ Zudem sei Uerdingen, das dem Durchmarsch von der Regional- in die zweite Liga nicht abgeneigt wäre, „eine körperlich robuste Mannschaft, die sehr viel Erfahrung und sehr hohe Ballbesitzzeiten hat und nach Standards sehr gefährlich“ ist. Eine effiziente, starke und vor allen Dingen namhafte Mannschaft und „mit die höchsten Mittel in der Liga“: Die Ex-Bundesliga-Spieler Stefan Aigner, Maximilian Beister, Dominic Maroh und nicht zuletzt 2014er Weltmeister Kevin Großkreutz zählen zum Kader, Trainer Stefan Krämer führte den KFC in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen. Aber: „Wir haben auch schon gegen Top-Teams, wie es Uerdingen eines ist, sehr gut bestehen können“, machte Giannikis klar. Uerdingen könnte einer dieser Meisterkandidaten sein. „Da habe ich ganz andere Sorgen“, sagte der Coach.

Stand jetzt ist es Abstiegskampf. In den nächsten beiden Spielen bietet sich für den VfR ein Kontrastprogramm, erst dieser Titelkandidat, dann das Kellerduell bei Schlusslicht Eintracht Braunschweig.

VfR trainiert für Spiel gegen KFC Uerdingen
Der Fußball-Drittligist VfR Aalen sieht auch gegen namhaften KFC Uerdingen seine Chance. Beim Training haben sich die Spieler nochmal gezielt vorbereitet.

Ob es richtungsweisende Spiele sind? „Wir sind uns der Situation bewusst, dass die Tabelle, wenn man viel unentschieden spielt, nicht besser wird. Es gibt keine leichten Spiele, egal wo, heim- oder auswärts.“ Fünf Spiele stehen noch bis zur Winterpause an – fünf Möglichkeiten beruhigter Weihnachten und den Jahreswechsel zu begehen. „Wir befassen uns damit, wie wir in den nächsten fünf Spielen viele Punkte holen können“ erklärte Giannikis, fügte jedoch hinzu: „Wir gucken wirklich von Spiel zu Spiel. Je mehr Punkte es werden, desto ruhiger kann ich auch Weihnachten feiern.“

Um zu Punkten braucht es Tore – wenn auch nicht immer viele, siehe Uerdingen. Die Chancenverwertung ist beim VfR ein Dauerthema. Giannikis: „Der stete Tropfen höhlt den Stein Wir erhöhen Wahrscheinlichkeiten auf Dauer wenn wir mehr Chancen kreieren als der Gegner. Ich bin lange genug dabei um zu wissen, dass sich das Blatt auch wieder wenden kann.“

Torjäger Matthias Morys wird keine Chancen haben, er fällt nach seiner fünften gelben Karte im jüngsten 1:1 gegen den Tabellenführer VfL Osnabrück aus – zählt aber ohnehin zum fehlenden Personal, da er krank ist. Der VfR, auswärts immerhin seit drei Spielen ungeschlagen, wird unterdessen versuchen, den Grotifant (der übrigens auch eine eigene Facebook-Seite hat) und Co. zu ärgern – und Uerdingen wegzuhauen. So ist das harte Fußball-Business.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen