Veterinäramt bereitet sich auf Ausbruch der Tierseuche vor

Lesedauer: 4 Min

Das Veterinäramt des Ostalbkreis ist auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vorbereitet.
Das Veterinäramt des Ostalbkreis ist auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vorbereitet. (Foto: Fredrik Von Erichsen)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Die gute Nachricht: Menschen können sich nicht mit der Afrikanischen Schweinepest infizieren. Auch Hundebesitzer müssen einen möglichen Ausbruch der Krankheit nicht fürchten. Nur Schweine können daran erkranken. Das Problem jedoch: Die Ostalb ist Schweine-Produktionsstandort und mithin gefährdet. Das Veterinäramt beim Landkreis bereitet sich deshalb auf einen denkbaren Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vor.

Darüber hat Martina Bühlmeyer, Geschäftsbereichsleiterin Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung beim Landratsamt, den Kreistag am Dienstag informiert. Der Erreger sei sehr aggressiv, sagte sie. Die Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch betrage zwei bis 15 Tage. Nach fünf bis zehn Tagen verendeten die Schweine.

Seit 2014 breitet sich die anzeigenpflichtige Tierseuche von Rußland über Osteuropa aus. Nach Ausbrüchen in Tschechien im Juni vergangenen Jahres wird das Risiko eines Ausbruchs in Deutschland vom Friedrich-Löffler-Institut als hoch eingeschätzt. Und das Virus kann schnell da sein. „Im Zweifel mit 80 km/h auf der Autobahn“, wies Bühlmeyer auf einen von mehreren Wegen hin, wie die Tierseuche die Ostalb erreichen kann. Neben der Übertragung von Schwein zu Schwein böten eingeführte und an Rastanlagen oder im Wald entsorgte Speiseabfälle ein mögliches Ansteckungsrisiko. Dass die Tierseuche näherrückt, machte die promovierte Tierärztin an folgenden Zahlen deutlich: In Polen wurden dieses Jahr bereits 644 Fälle von Afrikanischer Schweinpest gemeldet und in Tschechien 17. Aus Rußland lägen indes keine Zahlen vor.

Der Erreger sei sehr resistent. Einen Impfstoff gäbe es noch nicht. Daran werde wohl geforscht. Aber es könnten noch zehn Jahre vergehen, bis eine solcher verfügbar sei. Sollte ein Schwein infiziert werden, dann dürften im Umkreis von 15 Kilometer keine Schweine transportiert werden. Was sich massiv auf den Schweinehandel auswirken würde.

Wie bereitet sich der Kreis auf einen denkbaren Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vor? Es werden sieben sogenannte Verwahrstellen eingerichtet. Hier können Aufbrüche oder Zerlegeabfälle von Wildschweinen oder im Seuchenfall tote Wildschweine entsorgt werden. Im Seuchenfall betreibt das Veterinäramt diese Verwahrstellen. Für deren Einrichtung stellt der Kreis 200 000 Euro bereit. Im Haushaltsplan waren zunächst nur 70 000 Euro vorgesehen. Allerdings will das Land pro Verwahrstelle 15 000 Euro zuschießen. Damit verbleiben 67 000 Euro beim Landkreis. Zudem übernimmt das Land beim Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vier Euro für jede Trichinenuntersuchung, der Kreis trägt drei Euro.

Landrat Klaus Pavel sicherte außerdem die Einrichtung eines Notfalltelefons zu. Wer ein totes Wildschwein bei einem Spaziergang findet, soll das hier melden.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen