Unterrichtsversorgung ist kritisch

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 In allen Schularten ist spätestens ab November mit vermehrten Ausfällen zu rechnen, fürchtet die Gewerkschaft GEW.
In allen Schularten ist spätestens ab November mit vermehrten Ausfällen zu rechnen, fürchtet die Gewerkschaft GEW. (Foto: archiv: Felix Kästle / dpa)
Aalener Nachrichten
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Die Unterrichtssituation an den Grund- und Realschulen sowie den sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren ist brisant. Das hat Margit Wohner, die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Ostwürttemberg, bei der Kreisversammlung des Verbandes festgestellt.

Wohner stützte sich bei ihrer Einschätzung auf Zahlen des Kultusministeriums. Zwar sei an vielen Schulen der Pflichtbereich gerade mal abgedeckt, aber teilweise müsse schon jetzt der Klassenteiler überschritten werden. Auch zeichne sich ab, dass spätestens im November mit vermehrtem Unterrichtsausfall in allen Schularten zu rechnen sei, sagte Wohner. Die Einstellung von befristet Beschäftigten und Pensionären sei weiterhin gängige Praxis. Gerade die Praxis der befristeten Verträge wurde kritisiert, da die Versammlung darin ebenfalls einen Grund für den Lehrermangel sahen.

GEW tritt für Aufwertung der Grundschullehrer ein

Die Beförderung die ersten Hauptschullehrkräfte nach A 13 ab August des Jahres wertete die Versammlung als Erfolg der GEW, die sich über einen langen Zeitraum hinweg für geeignete Qualifikationsmaßnahmen und die damit verbundene höhere Besoldung eingesetzt hatte. Auf Unmut stieß jedoch, dass ältere Lehrkräfte, die weiterhin an einer Haupt- oder Werkrealschule unterrichten, von den Qualifikationsmaßnahmen ausgeschlossen werden.

Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Bildung. Weiter denken!“ setzt sich die GEW auch für eine Aufwertung der Grundschullehrer und deren Bezahlung nach A 13 ein. Wohner führte aus: „Nicht zuletzt mit der Inklusion und der Integration von Kindern ohne ausreichende Sprachkenntnisse sind die Anforderungen an die pädagogische Arbeit an Grundschulen kontinuierlich gestiegen. Dass die überwiegend weiblichen Lehrkräfte an den Grundschulen immer noch nach A 12 bezahlt werden und die kürzeste Studienzeit haben, ist eine strukturelle Diskriminierung von Frauen“.

Tarifverhandlungen im Februar 2019

Das Konzept des Kultusministeriums zur Stärkung und Entlastung von Schulleitungen, darunter die Anhebung der Besoldung, höhere Leitungszeit und mehr Konrektorenstellen, begrüßte die Versammlung grundsätzlich. Einige der angekündigten Verbesserungen stünden jedoch unter dem Vorbehalt einer ausreichenden Unterrichtsversorgung. Die Gewerkschaft nimmt daher an, dass sie sich im Zweifelsfall in Luft auflösen werden. Als wenig wertschätzend empfanden es die Anwesenden, dass gerade die Schulleiterinnen und Schulleiter kleiner Schulen mit bis zu bis 40 Schülern von den Verbesserungen ausgeschlossen seien.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete der Ausblick auf die im Februar 2019 stattfindenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Landes. Man war sich einig, dass sich die Beamten mit den Arbeitnehmern solidarisch erklären und diese in ihren Forderungen unterstützen werden.

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