In der Sommerklausurtagung der Bürgerintiative Albaufstieg/Südzubringer Unterkochen standen unter anderem der Mobilitätspakt Aa
In der Sommerklausurtagung der Bürgerintiative Albaufstieg/Südzubringer Unterkochen standen unter anderem der Mobilitätspakt Aalen/Heidenheim, der Autobahnzubringer zur A7 sowie die Radfreigabe auf der Schätteretrasse im Mittelpunkt der Beratung. (Foto: Archiv: Thomas Siedler)
Aalener Nachrichten

„Unterkochen darf und will nicht länger der Verkehrsschlucker der Region sein“. Mit dieser Aussage meldet sich Karl Maier in seiner Funktion als Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Unterkochen Albaufstieg/Südzubringer nach einer Sommerklausurtagung zu Wort. Der ehemalige Ortsvorsteher kritisiert die Vorgehensweise des Aalener Oberbürgermeisters Thilo Rentschler in Hinblick auf die Verkehrssituation Unterkochen und sieht das Anliegen der BI nicht genügend berücksichtigt.

Während der Klausurtagung berichtete Maier von den Ausführungen des Staatssekretärs Steffen Bilger, der im Juli im Landratsamt Ostalbkreis gesprochen hatte. Bilger habe dabei den Ostalbkreis wegen seiner wirtschaftlichen Kraft gelobt, aber auch dafür, wie zukunftsweisende Themen auf Straße, Schiene und in puncto Digitalisierung angegangen werden. Sein Streifzug, so Maier, umfasste dabei die Tunnellösung bei Böbingen, Lärmschutzmassnahmen beim Kellerhaus bis hin zu Verbesserungen des Schienennetzes von Rems- und Murrbahn sowie die Ertüchtigung der Brenzbahn. Dabei sei auffallend gewesen, dass sowohl Bilger als auch Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler mit keinem Wort den Albaufstieg oder mögliche Alternativen von der Tallage zur A7 erwähnt hätten. „Das lässt jedenfalls die Spekulations-Tür weit geöffnet, und bei der BI befürchtet man, dass hinter verschlossenen Türen der Ausbau der L1084 Ebnater Steige bereits beschlossene Sache und unverrückbarer Tatbestand ist“, schreibt Maier.

In diesem Zusammenhang sei an die Adresse des Aalener Oberbürgermeisters Rentschler scharfe und massive Kritik laut geworden. Er habe „wie kein zweiter holterdiepolter lauter und lauter verkündet“, dass der zukünftige Verkehr von und zur Autobahn A7 auch zukünftig durch Unterkochen rollen müsse. Mit diesem einseitigen Blick des OB werde nicht nur der viel beschworene Bürgerwille ignoriert, sondern alternative Möglichkeiten des gesamten Aufstiegskorridors über Bord geworfen, so die Ausführungen der Bürgerinitiative. Dabei wolle der Stadtbezirk Unterkochen samt seiner Bürger nichts anderes, als dass der ständig steigende Verkehr nicht nach Unterkochen herein, sondern erst gar nicht herein zugelassen wird. Maier spricht in diesem Zusammenhang auch von Unterkochen, dem verkehrspolitisch ungeliebten Stiefkind.

Unterkochen darf und will nicht länger der Verkehrsschlucker der Region sein, schreibt die BI. Eine Ortsumfahrung und kein Ausbau der Ebnater Steige heiße die Bürgerantwort. In diesem Zusammenhang sei dann auch die Frage aufgekommen, warum die Öffentlichkeit nicht erfahre, warum es zum verspäteten Spatenstich der Nordumfahrung Ebnat gekommen war. Die BI wolle wissen, warum Gründe nicht offen gelegt und bekannt gegeben werden.

Von der BI begrüßt wird hingegen die Initiative des Ostalbkreises für einen Mobilitätspakt Aalen-Heidenheim mit konkreten Maßnahmen. Die Verkehrsinfrastruktur sei längst an der absoluten Belastungsgrenze angelangt. Dabei sei die „Schönwetter-Troglösung mit grünem Deckelchen des OB und der Protagonisten mitten durch Unterkochen“ einstimmig und kategorisch abgelehnt worden, weil es keine signifikante Verkehrsentlastung für Unterkochen bringt.

Die BI, so Karl Maier, richte sich ausschließlich am Bürgerwillen aus und nicht an dem, „was uns der Aalener Rathaus-Chef aufs Auge drücken will“. Auch wolle man zusammen mit dem Bündnis Pro Wandertrasse nicht länger „Rufer in der Wüste sein“, sondern gehört werden – und damit auch, dass die Verantwortlichen Gremien ein Radfahren auf der Schätteretrasse ablehnen. Es gehe dabei letztlich um Gemarkung Unterkochen und den eindeutigen, ablehnenden Mehrheitsbeschluss des Ortschaftsrates Unterkochen.

Nach einer guten und sachlichen Diskussion sei sich die BI einig gewesen, dass man nicht barfuß am Schlagzeug sitze, sondern weiterhin zusammen mit der Bürgerschaft für eine verantwortbare Ortsumfahrung Unterkochens trommeln werde.

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