Unglaublich, aber wahr

Lesedauer: 4 Min

Muss wieder aufstehen: Der Heidenheimer Arne Feick kniet auf dem Rasen des Max-Morlock-Stadion.
Muss wieder aufstehen: Der Heidenheimer Arne Feick kniet auf dem Rasen des Max-Morlock-Stadion. (Foto: dpa)
Sportredakteur/DigitAalen

„Unfassbar“, „unglaublich“ - FCH-Trainer Frank Schmidt musste diese Worte in den Mund nehmen, um das Geschehene zu beschreiben. Wahr ist aber: Der 1. FC Heidenheim wird es weiter schwer haben, sich in diesem verrückten Abstiegskampf der 2. Bundesliga zu behaupten, wenn er seine wacklige Defensive nicht in den Griff bekommt. Bei der 2:3 (1:3)-Niederlage am Samstag beim 1. FC Nürnberg reihten sich die Fehler in der Hintermannschaft rasend schnell hintereinander, was letztlich den Ausschlag für dieses verlorene Spiel gab.

Wer auf dem Relegationsplatz steht, nun nur noch sechs Spiele vor dem Ende der Saison, darf eigentlich nicht patzen. Doch Spieler sind keine Maschinen und haben auch nur ein Nervenkostüm. Da führten die Heidenheimer durch John Verhoeks sehenswerte Bogenlampe nach 28 Minuten mit 1:0 - dessen Tor Schmidt diesmal ungläubig gut fand (“Wahnnsinnstor“) - und fällt danach förmlich zusammen.

Binnen acht Minuten. Erst patzten Robert Strauß und Timo Beermann, der ein Luftloch schlug. „Ich will den Ball mit Links klären, ich verschätze mich, der Ball ist kürzer als gedacht. Leibold ist dann reaktionsschneller als ich und läuft an mir vorbei. Das ist extrem bitter gelaufen“, folgte später Strauß`Erklärung.

Dann vertändelte Steurer, der nur eine Minute später erneut daneben lag. Strauß und Steurer, zwei Spieler, die diesmal in die Abwehrreihe rückten. Das Wechselspiel macht die Defensive nicht sicherer, sie hat nach diesem Spieltag wieder den Status schlechteste Abwehr der Liga erlangt. „Es tut mir wahnsinnig für die Mannschaft leid, dass ich heute zwei solche Fehler hier gemacht habe“, erklärte eine enttäuschter Steurer.

Und gab auch Einblick in seine Verfassung. „Für jemanden wie mich, der noch nicht so viele Zweitligaspiele hinter sich hat, ist das natürlich extrem schwer zu verkraften“, sagte der Abwehrmann.

Doch nach dem 1:3 war die Partie ja noch nicht vorbei, und vor allem in der zweiten Halbzeit machte der FCH ordentlich mit, verkürzte schnell durch den eingewechselten Nikola Dovedan. „Meine Freude über den 2:3-Anschlusstreffer hält sich in Grenzen“, bekannte der Angreifer nach seinem Kopfballtor.

Dennoch, die zweite Halbzeit macht Mut, die Defensive stand besser, es gab Chancen. „In der zweiten Halbzeit kann ich der Mannschaft überhaupt kein Vorwurf machen“, merkte Schmidt an. Sein bester Torschütze zieht daraus Hoffnung. „Wir blicken auf eine gute zweite Halbzeit zurück, aus der wir die positiven Dinge mit in die nächste Aufgabe gegen Düsseldorf nehmen wollen. Es zählt jetzt einzig und allein zu punkten“, so Verhoek. Dass es gegen die Düsseldorfer, immerhin Tabellenführer, am Sonntag im Heimspiel ähnlich schwer dürften werden wie gegen den Aufstiegskandidaten Nürnberg, ist auch wahr.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen