Trotz vieler Raketen und Böller bleibt die Silvesternacht unterm Strich ruhig

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 Die einen böllern und feiern, die anderen müssen die Reste der Silvesternacht entsorgen. Jede Menge Feuerwerksbatterien und abg
Die einen böllern und feiern, die anderen müssen die Reste der Silvesternacht entsorgen. Jede Menge Feuerwerksbatterien und abgebrannte Raketen türmten sich noch am Mittwochmorgen in der Friedrichstraße. Den Müll aufgeräumt haben Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, die den ganzen Tag im Einsatz waren. (Foto: Thomas Siedler)
Redakteurin/DigitAalen

Relativ ruhig ist der Jahreswechsel im Ostalbkreis über die Bühne gegangen. Darin sind sich Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte einig. Trotzdem blieben unschöne Szenen am Rande nicht aus. Auch zu einigen Bränden musste die Feuerwehr in der Nacht zu Neujahr ausrücken. Gut zu tun hatten auch die zehn Mitarbeiter der Stadtreinigung, die am Mittwoch den ganzen Tag im Einsatz waren.

Der Parkplatz an den Limes-Thermen glich nach Silvester einem Schlachtfeld. Auch auf dem Karlsplatz in Wasseralfingen hatten die Bauhof-Mitarbeiter jede Menge Arbeit, um die Reste der Neujahrsnacht einzusammeln. Abgebrannte Raketen, erloschene Böller und etliche Sektflaschen türmten sich auch an vielen Stellen in der Friedrichstraße. Auffällig sei, dass immer mehr Feuerwerksbatterien zum Einsatz kommen, die dann einfach stehen gelassen werden, sagt Karin Haisch, Pressesprecherin der Stadt Aalen. Auch in der Innenstadt. Hier beseitigten bereits an Neujahr die Mitglieder der islamischen Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat den Großteil der Reste der Knallerei.

Während die einen ihre Feuerwerkskörper haben liegen lassen, gab es andere, die diese für Straftaten missbrauchten. Einen schlechten Scherz haben sich Unbekannte am Neujahrstag geleistet, als sie gegen 1.15 Uhr eine Rakete durch die Katzenklappe eines Seniorenheims am Schimmelberg abgeschossen haben. Dadurch wurde die Brandmeldeanlage in der Einrichtung ausgelöst und die Feuerwehr Aalen rückte mit drei Fahrzeugen und 13 Einsatzkräften aus. Etwa eine Stunde vorher brannte wegen eines Feuerwerkkörpers ein Altkleidercontainer in der Eugenstraße in Wasseralfingen.

Ohne Sinn und Verstand agierten auch die Täter, die einen Briefkasten sprengten, der im Einmündungsbereich Friedrichstraße / Hopfenstraße in Aalen aufgestellt ist. Durch den Böller wurden laut Polizei mehrere Briefe beschädigt. Beschädigt wurde an Neujahr auch ein Granit-Kunstwerk in der Ellwanger Marienstraße, nachdem Unbekannte mutwillig einen Feuerwerkskörper in eine Ansammlung von Gelben Säcken warfen, die dadurch Feuer fingen.

Mehrere Hecken fangen Feuer

Ebenfalls durch Böller ausgelöst worden sind laut Kreisbrandmeister Otto Feil Brände in einer Garage eines Mehrfamilienhauses in Mutlangen und in einem Mehrfamilienhaus in Bopfingen-Aufhausen. Wegen Feuerwerkskörper ausrücken musste die Feuerwehr zudem in die Landeserstaufnahmestelle in Ellwangen und zu mehreren Heckenbränden im Kreis. Unter anderem fing in Bettringen eine Thujahecke Feuer. Trotz dieser Einsätze sei der Neujahrswechsel unterm Strich und im Gegensatz zum vergangenen Jahr harmlos verlaufen, sagt Feil.

Alles in allem zieht auch die Polizei ein positives Fazit. Es gab keine größeren Vorkommnisse, sagt Bernd Märkle, ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Aalen. Besonders froh sei er darüber, dass es im Gegensatz zu anderen Städten keinerlei Gewalt gegen Polizeibeamte gegeben habe und auch keine Sexualdelikte zu verzeichnen seien. Auch die Anrufe mit Blick auf Ruhestörung wegen der Knallerei bis in die frühen Morgenstunden hätten sich in Grenzen gehalten. Märkle weist allerdings darauf hin, dass diese nur vom 31. Dezember bis 1. Januar geduldet werde. Wer danach Raketen gen Himmel schießt oder Böller loslässt, begehe eine Ordnungswidrigkeit, die genervte Bürger gerne zur Anzeige bringen dürften.

Ruhig ist der Neujahrswechsel auch in der Notfallaufnahme des Ost-alb-Klinikums verlaufen. „Silvesterspezifische Verletzungen an Augen, Händen, Beinen oder Knalltraumata habe es im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht gegeben“, sagt der Pressesprecher Ralf Mergenthaler.

Entspannt konnten auch die Mitarbeiter des Tierheims Dreherhof ins neue Jahr starten. Während auf Facebook jede Menge Hunde gemeldet wurden, die wegen der Knallerei entlaufen sind, sei das Telefon hier still geblieben, sagt eine Mitarbeiterin. Lediglich ein zugelaufener Hund aus Durlangen sei gemeldet worden, der allerdings rasch seinem Besitzer übergeben werden konnte.

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