Traumziel Erzieherin: So geht’s mit Familie

Abteilungsleiter Stephan Stoll, Fachgruppensprecher Willi Seidl und Schulleiterin Petra Hudak (von links) haben das neue Angebot
Abteilungsleiter Stephan Stoll, Fachgruppensprecher Willi Seidl und Schulleiterin Petra Hudak (von links) haben das neue Angebot PIA4 zur Erzieherausbildung an der Justus-von-Liebig-Schule in Aalen erläutert. (Foto: Eckard Scheiderer)
Redakteur Aalen

Ab dem kommenden Schuljahr 2021/2022 will die Justus-von-Liebig-Schule am Aalener Kreisberufsschulzentrum eine weitere praxisintegrierte Form der Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher (PIA) anbieten: die vierjährige Fachschule für Sozialpädagogik in Teilzeit, kurz PIA4 genannt. Das Angebot richtet sich vor allem an Frauen und Männer, die aufgrund ihrer persönlichen oder familiären Umstände keine Vollzeitausbildung machen können oder die wegen der veränderten Situation in der Wirtschaft eine Neuorientierung suchen. Nach Stuttgart und Freiburg soll Aalen nun der dritte Standort in ganz Baden-Württemberg sein, an dem PIA4 angeboten wird.

Schulleiterin Petra Hudak, der Abteilungsleiter Sozialpädagogik, Land- und Forstwirtschaft, Stephan Stoll, und Fachgruppensprecher Willi Seidl haben die neue Ausbildungsform für Erzieherinnen und Erzieher am Freitag vorgestellt. Soll sie zum neuen Schuljahr tatsächlich starten können, müssen sich mindestens 16 Interessentinnen und Interessenten für PIA4 entscheiden. Ein Termin für einen Bewerbungsschluss wurde – im Vergleich zu den anderen Formen der Erzieherausbildung an der Justus-von-Liebig-Schule – bewusst noch nicht festgelegt. Stoll wies darauf hin, dass die anderen Ausbildungsformen unterm Strich ebenfalls vier Jahre dauerten.

Die Zielgruppe für die neue Form PIA4 ist vielfältig: Außer bei fehlender Möglichkeit für eine Vollzeitausbildung oder notwendiger beruflicher Neuorientierung könne sie auch für Frauen oder Männer interessant sein, die während oder auch nach der Familienphase in einen anspruchsvollen und kreativen Beruf mit guter Perspektive einsteigen möchten, hieß es. Denn Erzieherinnen und Erzieher seien nach wie vor stark gesucht, auch auf der Ostalb. Der Verdienst habe sich in den letzten Jahren richtig gut entwickelt und die Erzieherausbildung in Baden-Württemberg werde im europäischen Vergleich auf Bachelor-Niveau eingestuft. Gefragt, das betonten Hudak, Stoll und Seidl mehrfach, seien dabei auch Männer. Denn sie würden als Erziehungspersonen für Kinder immer wichtiger, etwa auch angesichts einer zunehmenden Zahl an Single-Familien.

Schließlich sei es auch für die Träger der Einrichtungen interessant, wenn sie bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen in PIA einsteigen: Über Bundes- und Landesmittel würden hier zwei Drittel der Personalkosten durch Zuschüsse finanziert. Und mit PIA4 bekämen die Einrichtungen über einen langen Zeitraum verlässliche, auch ortsgebundene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die jedes Jahr dazulernten. Im Durchschnitt könnten 20 Prozent aller Ausbildungsstellen auf den Personalschlüssel einer Einrichtung angerechnet werden. Unterm Strich sei PIA4 also ein echter Zugewinn an Fachkräften, so Stoll.

Wer in PIA4 einsteigen möchte, muss grundsätzlich den mittleren Bildungsabschluss haben. Auch eine bereits absolvierte Berufsausbildung ist als Einstiegsvoraussetzung möglich, wenn damit weitere Bedingungen erfüllt werden. Die praktische Ausbildung umfasst mindestens 2000 Stunden, auf vier Jahre verteilt. Die PIA4-Ausbildung wechselt zwischen Schul- und Praxistagen: Jeweils drei Tage in der Woche sind Schultage, zwei Tage sind Praxistage. Alle Tage umfassen jeweils fünf Stunden. Die Ausbildungsvergütung orientiert sich am Tarif für den Öffentlichen Dienst (TVAöD). Die dort festgelegten Entgelte für die dreijährige PIA-Ausbildung werden auf vier Jahre gestreckt.

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Erste Bilanz nach dem Unwetter: Sieben Leichtverletzte und hoher Sachschaden

Am Tag nach dem verheerenden Unwetter über dem Landkreis Biberach wird das gesamte Ausmaß der Schäden sichtbar. Schwer getroffen hat es vor allem die Kreisstadt Biberach sowie ihre Teilorte.

Zahllose Keller liefen voll, Straßen waren überflutet, auch große Firmen waren von Überflutungen betroffen. Die Rettungsleitstelle meldete kurz vor Mittag insgesamt sieben leicht verletzte Personen in Zusammenhang mit dem Unwetter.

Mit allen verfügbaren Einsatzkräften war die Biberacher Feuerwehr ausgerückt, weitere Einheiten aus ...

 An vielen Stellen im Biberacher Stadtgebiet, wie hier im Erlenweg, kam es zu Überflutungen.

Schweres Unwetter trifft Biberach - Feuerwehr spricht von „katastrophaler Lage“

Ein schweres Unwetter mit Starkregen und Hagel hat am späten Mittwochabend im gesamten Landkreis Biberach und vor allem im Bereich der Kreisstadt Biberach selbst für Überschwemmungen und Schäden in bislang nicht bezifferbarer Höhe gesorgt.

Zwischen 21 Uhr am Dienstag und 1.30 Uhr am Donnerstagmorgen gingen in der Integrierten Rettungsleitstelle in Biberach rund 1500 Notrufe ein.

Der Biberacher Feuerwehrkommandant Florian Retsch sprach am frühen Donnerstagmorgen von einer „absolut katastrophalen Lage“.

Coronavirus

Corona-Newsblog: Kreise mit Delta-Variante erhalten Sonderlieferung Johnson & Johnson

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹: Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 3.800 (499.981 Gesamt - ca. 486.500 Genesene - 10.185 Verstorbene) Todesfälle Baden-Württemberg: 10.185 Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 9,0 Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 19.700 (3.724.

Mehr Themen