Tränen trotz Essinger Sieg

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TSV: Le Gallo - Ruth, Gurrionero, Dodontsakis, Knecht (78. Müller), Biebl, Funk, Weiß, Nierichlo (89. Dayan), Ibrahim (79. Groiß), Herbaly (82. Hegen).

Tore: 1:0 Ruth (2.), 2:0 Dodontsakis (60.), 3:0, 4:0 Groiß (88., 90.).

Kontrovers ist diskutiert worden, ob nun bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt tatsächlich auf dem Kunstrasen gespielt werden sollte oder doch lieber auf dem Rasen des Schönbrunnenstadions. TSV-Trainer Beniamino Molinari wollte den Kunstrasen – und seine Mannschaft hat ihn mit einer glanzvollen Vorstellung bestätigt. In der Fußball-Verbandsliga hat sich der TSV Essingen mit 4:0 (1:0) gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen durchgesetzt – eben auf diesem Kunstrasen. Nach der Partie wurden dann José Gurrionero (geht beruflich zurück nach Mallorca) und Thomas Parada (Sportinvalide) vom Verein verabschiedet.

„Wir haben uns bewusst für den Kunstrasen entschieden, obwohl wir wussten, dass Calcio eine gute Kunstrasen-Mannschaft gewesen ist. Schön, dass wir uns mit diesem 4:0 ordentlich von den Zuschauern verabschiedet haben gegen eine richtig gute Mannschaft“, freute sich Molinari nach dem Spiel. Das Spiel hatte soeben erst begonnen da brachte der Kapitän höchstpersönlich seine Mannschaft auf die Siegerstraße. Nach einem abgefälschten Freistoß landete der Ball bei Tim-Ulrich Ruth im Sechzehner, der zum frühen 1:0 für Essingen vollstreckte (2.). Dann zelebrierte Essingen einen Spielzug wie aus dem Bilderbuch: Fabian Weiß zog von der Mittellinie das Tempo an, passte in die Schnittstelle nach rechts auf Julian Biebl und dieser passte den Ball perfekt hinter die Calcio-Viererkette. Funk und Tamas Herbaly bugsierten den Ball in einer gemeinsamen Rutschaktion über die Linie, von wo aus Calcio-Schlussmann Henning Bortel ihn noch wegschlug – ein schöner Treffer, dachten alle. Der TSV jubelte – alleine das Tor wurde nicht gegeben vom Unparteiischen John Bender (20.). Zwar war Essingen das dominante Team, Calcio aber schaffte es immer wieder auf dem engen Geläuf, Richtung TSV-Gehäuse zu drängen, einige Ecken waren die Folge.

Rudelbildung mit roter Karte

In der zweiten Halbzeit ging es zunächst nicht so ereignisreich weiter, dann aber wurde es plötzlich wild. Häcker leistete sich eine Tätlichkeit gegen Funk, obwohl der Ball nicht in der Nähe war. Funk setzte sich zur Wehr, es kam zu einer Rudelbildung, an deren Ende Häcker Rot und Funk Gelb sah (58.). Die passende Antwort auf die unnötige Aktion des Gästeakteurs ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer Nierichlo-Ecke stand der aufgerückte Stergios Dodontsakis völlig frei und markierte halbhoch das 2:0 (60.). Mit einem Mann mehr auf dem Spielfeld und dieser komfortablen Führung im Rücken ließen es die Essinger etwas ruhiger angehen, dabei aber auch die Gäste nicht zu Chancen kommen. Dann wechselte Molinari noch Niklas Groiß für Ibrahim ein – und am Ergebnis sollte sich durch den bulligen Stürmer noch einiges tun. Zunächst bediente der an diesem Tag ebenfalls sehr starke Ruth Groiß in der Mitte, der gekonnt auf 3:0 stellte (88.), dann blieb Groiß nach einer Kopfballverlängerung des ebenfalls eingewechselten Manuel Hegen ganz cool und schob zum 4:0 ein (90.).

Das eigentliche Highlight aber fand aus Essinger Sicht nach der Partie statt. Als Gurrionero und Parada mit Präsenten verabschiedet wurden, nahm sich Gurrionero das Mikro und bedankte sich für die gemeinsamen zwei Jahre – in feinstem deutsch. Danach erstickten Tränen die Stimme, Gurrionero flüchtete in den Kreis der Mannschaft. Lars Eisenmann vom TSV fasste es augenzwinkernd zusammen: „Wenn man bei Google Integration eingibt, dann taucht wahrscheinlich ein Bild von José auf.“ In Essingen werden sie den Mallorquiner definitiv vermissen – und zwar nicht nur sportlich.

TSV: Le Gallo - Ruth, Gurrionero, Dodontsakis, Knecht (78. Müller), Biebl, Funk, Weiß, Nierichlo (89. Dayan), Ibrahim (79. Groiß), Herbaly (82. Hegen).

Tore: 1:0 Ruth (2.), 2:0 Dodontsakis (60.), 3:0, 4:0 Groiß (88., 90.).

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