Thiele und Hadek sollen Meidert beerben

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Die Fans des VfR Aalen wollen in der kommenden Saison wieder feiern, möglichst in der 3. Liga. Doch das gestaltet sich trotz er
Die Fans des VfR Aalen wollen in der kommenden Saison wieder feiern, möglichst in der 3. Liga. Doch das gestaltet sich trotz er (Foto: Peter Schlipf)
Schwäbische Zeitung
Timo Lämmerhirt
Sportredakteur/DigitAalen

Nach dem Abstieg des VfR Aalen in die 3. Liga, vor allem aber nach der Erteilung der Lizenz für diese, hat es den Anschein gemacht, als würden die Aalener nun in ruhigere Fahrwasser steuern können. Doch, weit gefehlt. Nach den Rücktritten von Jörn P. Makko, Jürgen Stempfle und in der vergangenen Woche auch Vizepräsident Georg Ruf aus der Aalener Führungsriege wird es erst so richtig unruhig beim VfR Aalen.

Geschäftsführer Ferdinand Meidert ist zudem bis zu seinem Vertragsende (30. Juni) krankgeschrieben. Ursprünglich war Meidert bis 2018 an den VfR gebunden, jedoch nur für die 2. Liga. Trainer Stefan Ruthenbeck zieht es derweil zur SpVgg Greuther Fürth. Ein Schlichtungsverfahren, initiiert von den Fürthern, läuft mittlerweile.

Enttäuscht von Ruthenbeck

„Ich habe auf Ruthenbeck vertraut. Selbst nach dem Abstieg habe ich ihm gute Arbeit attestiert. Er hatte mein Vertrauen, eine schlagkräftige Truppe zusammenzubauen, um in den nächsten Jahren vielleicht wieder in die 2. Liga aufzusteigen“, sagt Präsident Berndt-Ulrich Scholz. Aus seiner Enttäuschung macht er keinen Hehl. Sollte im nun eingeleiteten Schlichtungsverfahren Ruthenbeck Recht zugesprochen bekommen, kündigt Scholz bereits den Gang vor ein ordentliches Gericht an. Dass es den Trainer Ruthenbeck nicht mehr auf der Aalener Bank geben wird, ist Scholz bewusst. „Wenn die Fürther ihn jetzt wollen, dann müssen sie eine Summe X bezahlen. Schließlich hat er noch zwei Jahre Vertrag bei uns“, argumentiert Scholz. Einen Plan B, wie er es nennt, habe er bereits. „Wir sind mit anderen Trainern im Gespräch, die das Amt übernehmen würden.“

Mit einem Schreiben hat sich Aalens Präsident nun an die Redaktion der Aalener Nachrichten / Ipf- und Jagst-Zeitung gewandt, weil er vor allem die Aussagen Rufs nach dessen Rücktritt nicht unkommentiert lassen wollte. „Die Behauptung, im Präsidium sei keine vertrauensvolle, konstruktive und kooperative Zusammenarbeit möglich gewesen, muss ich ganz energisch zurückweisen. Ich hatte mir von den Vizepräsidenten Hans-Ulrich Sachs (im Oktober des vergangenen Jahres zurückgetreten, d. Red.) und Georg Ruf wesentlich mehr Unterstützung erwartet. Diese blieb jedoch komplett aus“, sagt Scholz. „Nicht ein Sponsor oder eine sonstige finanzielle Entlastung sind erbracht worden, obwohl der Verein konstant in einem finanziellen Engpass steht.“

Nicht akzeptable Vorschläge

Laut Scholz seien von Ruf stets „nicht umsetzbare Vorschläge“ gekommen, wie etwa der Komplettumbau der Scholz-Arena. „Das ist ja alles schön und gut, woher sollen wir aber die finanziellen Mittel nehmen? Darauf konnte Herr Ruf keine Antwort geben“, so Scholz. Er selbst hat mit insgesamt 5,6 Millionen Euro gebürgt, damit der VfR Aalen dem Profifußball überhaupt erhalten bleiben kann.

Schnelles Handeln gefragt

Gespräche mit Spielern (inklusive der Leihen von Ademi und Korte haben bereits sechs Akteure dem VfR den Rücken gekehrt) können ob der Abstinenz Meiderts derzeit nicht geführt werden. In einer Sitzung am Montagabend möchte Scholz nun gemeinsam mit Sponsoren einen größeren Betrag generieren, der den Aalenern wieder etwas Planungssicherheit geben soll. Gelingt dies, werde Scholz am Dienstagabend in der Aufsichtsratssitzung vier neue Präsidiumsmitglieder benennen. Darunter auch Markus Thiele (derzeit Sicherheitschef) und Holger Hadek (Leiter der Nachwuchsabteilung). Sie sollen laut Scholz die operative Schiene beim VfR vorerst übernehmen. „Beide haben eine kaufmännische Ausbildung und können den VfR somit geschäftsführend nach außen vertreten“, so Scholz. Aalens Präsident liegt speziell bei der Personalie Meidert noch etwas quer im Magen. „Geschäftsführer Ferdinand Meidert wurde von mir nicht von seinen Ämtern entbunden, wie von Georg Ruf behauptet wird. Ich habe darauf bestanden, dass Meidert seine volle Tätigkeit bis zum Ende der Vertragslaufzeit ausübt. Meidert hat dann dem Präsidium am 3. Juni per Mail mitgeteilt, dass er bis Ende seiner Vertragslaufzeit krankgeschrieben ist und dem Verein somit nicht mehr zur Verfügung steht. Hier wäre Unterstützung hilfreich gewesen, was aber kam, war zwei Tage später der Rücktritt Rufs.“

Es wird eine spannende Woche für Scholz, der nun die Weichen für die 3. Liga in kürzester Zeit stellen muss. Bereits am 24. Juli beginnt die Saison, aktuell befinden sich nur vier Lizenzspieler unter Vertrag... .

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