Theaterspaß auf Chouwenisch

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Nathalie (Mirjam Birkl) und Jean-Luc (Arwid Klaws) tun sich mit ihrem Besuch Christophe (Phlipp Dürschmied) und Patricia (Margar
Nathalie (Mirjam Birkl) und Jean-Luc (Arwid Klaws) tun sich mit ihrem Besuch Christophe (Phlipp Dürschmied) und Patricia (Margarete Lamprecht, von links) etwas schwer. Patricia redet nicht. Ist sie Ausländerin? (Foto: Theater Aalen/Peter Schlipf)

Termine (jeweils Samstag, 20 Uhr, Wi.Z): 13. Oktober, 20. Oktober (mit anschließendem „Theater trifft...“ mit Peter Wunderle von Telenot zum Thema „Was macht uns sicher?“), 3. November, 10. November. Karten und Infos: Telefon 07361 / 522 600, E-Mail kasse@theateraalen.de oder www.theateraalen.de

Das Theater der Stadt Aalen hat am Samstag einen humorigen Einstieg in die neue Spielzeit gewählt. In der französischen Gesellschaftskomödie „Venedig im Schnee“ von Gilles Dyrek erzählt Regisseurin Tina Brüggemann die Geschichte zweier Paare, die trotz engagierter Versuche so gar keine gemeinsame Sprache finden wollen.

„Welche Sprache passt zu mir?“ lautet das aktuelle Spielzeitmotto. Wie wär’s mit Chouwenisch? Lassa Goliane, Srabo Ravani, Gondarina Glotza. Natürlich alles Quatsch. Chouwenien gibt es gar nicht. Patricia hat sich das vom Bürgerkrieg geplagte Land auf dem Balkan ausgedacht. Als Notlüge. Und stößt damit ein Theaterstück an, das – wie so viele Komödien – langsam beginnt, aber dann so richtig eskaliert.

Jean-Luc (Arwid Klaws) hat seinen alten Studienfreund Christophe (Philipp Dürschmied) getroffen und lädt ihn zum gemeinsamen Abendessen ein. Jean-Luc und Nathalie (Mirjam Birkl) sind sehr verliebt und stecken mitten in den Hochzeitsvorbereitungen. Christophe und dessen Freundin Patricia (Margarete Lamprecht) hingegen haben Streit. Patricia trotzt vor sich hin und redet nichts, was die Gastgeber vermuten lässt, sie sei Ausländerin.

Während das Gastgeberpaar vor lauter Chouchou und Küsschen-Küsschen schier zerläuft, hängt bei den Gästen der Haussegen schief. Kaum sind die Gastgeber aus dem Zimmer, wird gelästert, während alles eitel Sonnenschein ist, wenn sie im Raum sind. Eine solide Grundlage für eine Komödie.

Und Dyrek gibt dann ordentlich Gas. Als Jean-Luc und Nathalie erfahren, das Patricia auch noch traumatisiert ist, rastet das Helfersyndrom aus. Decken, Pullis, ja sogar eine Kuckucksuhr werden zum Spenden hervorgezerrt. Patricia macht sich einen Spaß daraus, das Spiel auf den Gipfel zu treiben. Christophes Bremsversuche bleiben vergebens, eine Peinlichkeit jagt die nächste. Am Ende plant das verliebte Paar sogar seine Hochzeitsreise nach Chouwenien.

Zwischen Boulevard und Slapstick

Das ist alles schrecklich komisch und auch sehr zeitgeistig, aber zu viel Tiefgang oder Gesellschaftskritik sollte der Zuschauer von den 70 kurzweiligen Minuten nicht erwarten. Muss auch nicht. Regisseurin Tina Brüggemann schickt das Quartett in eine amüsante Inszenierung zwischen Umzugskisten und improvisierten Möbeln, zwischen Boulevard und Slapstick. Vor allem Mirjam Birkl blüht als Turteltäubchen mit großem Herzen so richtig auf, während Margarete Lamprecht zwischen total cool und etwas hüftsteif changiert. Ein herrlich affektierter Arwid Klaws und Philipp Dürschmied als Christophe, der die Welt nicht mehr versteht, runden das Spiel ab.

Trotzdem: ein herzliches „Strupié!“ Das ist übrigens Chouwenisch und heißt „Danke“.

Termine (jeweils Samstag, 20 Uhr, Wi.Z): 13. Oktober, 20. Oktober (mit anschließendem „Theater trifft...“ mit Peter Wunderle von Telenot zum Thema „Was macht uns sicher?“), 3. November, 10. November. Karten und Infos: Telefon 07361 / 522 600, E-Mail kasse@theateraalen.de oder www.theateraalen.de

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