Textilunternehmen Lindenfarb stellt erneut Insolvenzantrag

Lesedauer: 5 Min
 Das Textilunternehmen Lindenfarb hat erneut einen Insolvenzantrag gestellt.
Das Textilunternehmen Lindenfarb hat erneut einen Insolvenzantrag gestellt. (Foto: Thomas Siedler (Archiv))
Aalener Nachrichten

Das Aalener Textilunternehmen Lindenfarb hat erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilt das Unternehmen Schultze & Braun, das für die Insolvenzverwaltung zuständig ist, in einer Pressemitteilung am Mittwoch mit. Demnach soll der Antrag bereits am Dienstag, 9. Juni, gestellt worden sein. Der Geschäftsbetrieb laufe vollumfänglich weiter. Die rund 240 Mitarbeiter sollen über das Insolvenzgeld abgesichert werden.

Weiter heißt es, dass das Amtsgericht Aalen diesem am Dienstag, 16. Juni, stattgegeben und somit ein vorläufiges Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eröffnet habe. Der vorläufige Sacherverwalter ist Tibor Braun von der Kanzlei Illig, Braun, Kirschnek aus Stuttgart.

Erneute Schieflage durch Pandemie

Grund für die erneute Schieflage des Unternehmens sind laut eigener Aussage die Folgen der Corona-Pandemie. Ein erster Interessent soll sich bereits gemeldet haben. Dieser sei bereit und in der Lage, die unternehmerische Verantwortung bei Lindenfarb zu übernehmen.

Mit dem Sanierungsexperten Detlef Specovius von Schultze & Braun, gleichzeitig Geschäftsführer bei Lindenfarb, sowie dem vorläufigen Sachwalter Braun sind diejenigen Personen mit der Restrukturierung beauftragt, die das Unternehmen schon zwei Mal retten konnten, zuletzt im vergangenen Jahr, so das Unternehmen.

+++Die Corona-Krise auf der Ostalb - Das Themen-Dossier+++

Damit falle die übliche Einarbeitungszeit weg, die Sanierung könne unverzüglich angegangen werden. Ziel sei eine schnellstmögliche Restrukturierung sowie der Erhalt des Unternehmens und möglichst vieler Arbeitsplätze.

Die Lindenfarb war zum Beginn des Jahres nach drei Jahren voller tiefgreifender Restrukturierungsprozesse auf einem guten Weg.

Detlef Specovius

Ursache seien weltweite Schließungen der Produktionsstätten in der Automobilindustrie als Folge der Corona-Krise. „Die Lindenfarb war zum Beginn des Jahres nach drei Jahren voller tiefgreifender Restrukturierungsprozesse auf einem guten Weg. Dann hat unsere Kunden und uns die Covid-19-Pandemie mit den daraus resultierenden Einschränkungen sehr hart getroffen“, wird Specovius zitiert.

„Lindenfarb habe noch keine ausreichenden Reserven aufbauen können, um diese Phase zu überbrücken“, so der Geschäftsführer weiter. Weder die Kunden von Lindenfarb noch das Unternehmen Mattes & Ammann, zu dem Lindenfarb seit Anfang des Jahres gehört, hätten laut Specovius in dieser Situation helfen können.

Ob Mattes & Amann in Zukunft weiterhin als Gesellschafter agieren, sei laut Schorlemmer noch offen.

Emotionale Rede: So war die DGB-Kundgebung in Aalen
Die Lindenfarb-Mitarbeiter kennt Katja Kalkreuter schon lange. Auch die Schicksale. Jetzt wurden 97 von ihnen entlassen. Mit uns hat sie darüber gesprochen.

Meist gelesen in der Umgebung

Mehr Inhalte zum Dossier

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen

Leser lesen gerade