Termine stehen fest: Kampf gegen Eichenprozessionsspinner

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Aalener Nachrichten

Der genaue Behandlungstag kann sich wetterabhängig noch verschieben und wird kurzfristig bekannt gegeben. Die Behandlungsgebiete liegen in Aalen, Abtsgmünd, Neuler, Kirchheim, Tannhausen und Unterschneidheim. Karten können unter www.ostalbkreis.de und bei den betroffenen Gemeinden eingesehen werden.

Voraussichtlich am Dienstag, 14. Mai, sollen ausgewählte Eichenwälder im Ostalbkreis mit einem Pflanzenschutzmittel vom Hubschrauber aus besprüht werden. Darüber informierte das Landratsamt Ostalbkreis.

Vorab hatte es eine intensive Diskussion mit dem Nabu gegeben, sagt Forstdezernent Johann Reck. „Uns wurde die Frage gestellt, ob das den artenschutzrechtlichen Untersuchungen entspricht.“ Tatsächlich seien Waldränder spezielle Lebensräume. „Deshalb sind wir zu der Überlegung gelangt, dass wir Waldrandbereiche nur gezielt bei konkretem Befall behandeln werden.“

Das Pflanzenschutzmittel habe keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen, teilt das Landratsamt mit. Trotzdem sollen Flächen am Dienstag gesperrt werden, teilweise werden auch Straßen gesperrt.

In den vergangenen Jahren seien die Raupen des Eichenprozessionsspinners im Ostalbkreises vermehrt in Erscheinung getreten. Die Raupen fressen die Blätter der Bäume – ein Verlust, den die Eichen auf Dauer nicht kompensieren können. Durch das Trockenjahr 2018 sind die Eichen zusätzlich geschwächt und anfällig. Es bestehe die Gefahr, dass die Eichenwälder absterben.

Absammeln ist im Wald nicht möglich

Laut der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden Württemberg ist das Sprühen eines Pflanzenschutzmittels zum Schutz der Eichen zulässig. Andere Maßnahmen wie Absammeln oder Absaugen seien nicht möglich, weil die Bäume im Wald nicht mit einer Hebebühne angefahren werden können.

Das Pflanzenschutzmittel wird in Wasser gelöst und mit dem Hubschrauber als Sprühnebel auf die Kronen der Eichen ausgebracht. Insgesamt werden im Kreis 260 Hektar Waldfläche behandelt, weniger als 0,5 Prozent der Gesamtwaldfläche.

Bei dem verwendeten Pflanzenschutzmittel handelt es sich um das Präparat Foray 76B. Es wirkt bei blattfressende Schmetterlingsraupen über den empfindlichen Darm der jungen Raupen. Gegenüber ausgewachsenen Schmetterlingen, Bienen oder andern Insekten ist das Mittel nicht wirksam.

Die Raupen anderer Schmetterlingsarten, die zu diesem Zeitpunkt an der Eiche oder im nahen Umfeld der Eichen fraßaktiv sind, sind allerdings ebenfalls betroffen. Dagegen hatte sich der Naturschutzbund verwahrt. Mit dem Ergebnis, das die geplante Einsatzfläche drastisch reduziert worden ist. Der BUND hatte auf Erkenntnisse des Umweltbundesamts verwiesen, wonach an Eichen über 350 Falterarten lebten, von denen 214 Arten gegenüber den genannten Insektiziden empfindlich seien.

Allerdings würden nur wenige dieser Arten nachweislich die Bäume schädigen. Auch der Bruterfolg von Singvögeln könne durch die Mittel erheblich beeinträchtigt werden, wenn Insekten stürben, von denen sich die Vögel ernährten. Für Fledermausarten seien solche Auswirkungen ebenfalls möglich.

Der genaue Behandlungstag kann sich wetterabhängig noch verschieben und wird kurzfristig bekannt gegeben. Die Behandlungsgebiete liegen in Aalen, Abtsgmünd, Neuler, Kirchheim, Tannhausen und Unterschneidheim. Karten können unter www.ostalbkreis.de und bei den betroffenen Gemeinden eingesehen werden.

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