Stadtwerken gehört nun das ganze Stromnetz

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Eine völlig entspannte Stimmung herrschte in der Netzleitstelle der Aalener Stadtwerke: Binnen weniger Minuten war der Netzüber
Eine völlig entspannte Stimmung herrschte in der Netzleitstelle der Aalener Stadtwerke: Binnen weniger Minuten war der Netzüber (Foto: Stadtwerke)
Aalener Nachrichten

Die Stadtwerke Aalen haben zum 1. Januar das Eigentum der Stromnetze in den Aalener Teilorten Dewangen, Fachsenfeld, Ebnat, Waldhausen, Wasseralfingen und Hofen von der EnBW Ostwürttemberg DonauRies AG (EnBW ODR) und den Betrieb der Netze von der Netzgesellschaft Ostwürttemberg DonauRies GmbH (NGO) übernommen. Der Übergang erfolgte in der Neujahrsnacht um 0 Uhr.

Seit diesem Zeitpunkt ist die Aalener Strom-, Wasser- und Gasversorgung wieder zu 100 Prozent in kommunaler Hand – ein Ziel, welches der Aalener Gemeinderat bereits am 30. Juni 1911 formuliert und nach späteren Eingemeindungen stets erneut bestätigt hatte.

Der technische Übergang des Stromnetzes der Aalener Teilorte in das vorhandene Netz der Stadtwerke erfolgte bereits am vergangenen Montag nach den Weihnachtsfeiertagen gegen 17.46 Uhr. Mit einer guten Vorbereitung und der termingerechten Erledigung aller Bauarbeiten im Stromnetz und in der Netzleitstelle der Stadtwerke, in der die Stromnetze gesteuert werden, konnte diese „Herauslösung“ der Stromnetze aus dem EnBW ODR-Netz hinein in das Stadtwerke-Netz per „Mausklicks“ computergesteuert erfolgen. Es war nach wenigen Minuten erledigt. Damit dieses aber so reibungslos funktionierte, fanden vor den Weihnachtsfeiertagen vom 17. bis 18. Dezember die finalen Tests und Abnahmen erfolgreich statt. So haben die Bürger von Aalen von der eigentlichen technischen Umschaltung nichts bemerkt: Uhren, Radiowecker, Heizung, Kühlschrank und andere Stromverbraucher liefen einfach ganz normal weiter. Dennoch hatten die Stadtwerke vorsorglich die Personalstärke ihres Bereitschaftsdienstes erhöht, um für den unwahrscheinlichen und nicht eingetretenen Fall von elektrischen Störungen besonders schnell reagieren zu können.

Vor dieser eigentlichen Umschaltung und der Übernahme des Stromnetzbetriebes in den Aalener Teilorten mussten die Stadtwerke umfangreiche Vorarbeiten im Jahr 2014 erledigen. Bei der sogenannten „technischen Netzentflechtung“ zur Herauslösung der Stromnetze in den Teilorten aus dem EnBW ODR-Netz galt der Versorgungssicherheit das größte Augenmerk: denn es musste aus den historisch gewachsenen und getrennten Netzstrukturen ein funktionierendes Stromversorgungsnetz für die Gesamtstadt „Aalen“ aufgebaut werden.

So wurden beispielsweise Ortsnetzstationen, Stromhausanschlüsse, Kabelleitungen, Stromzähler und andere Einrichtungen übernommen und in das Stromnetz der Stadtwerke eingegliedert. Zugleich wurden in den Teilorten neue Stromleitungen verlegt, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Insgesamt wurden unter anderem rund 60 Kilometer Stromkabel verlegt, zwei neue Schaltwerke errichtet und im 110 kV-Umspannwerk beim Hasennest ein neuer Transformator eingebaut. An den vielen Baustellen im Stadtgebiet konnte man miterleben, wohin die insgesamt über zehn Millionen Euro geflossen sind, welche die Stadtwerke im Jahr 2014 in die Stromnetze und die Stromnetzübernahme investiert haben.

Nach und nach wird in den kommenden Jahren die höhere Versorgungsqualität des bisherigen Stromnetzes der Stadtwerke auch in den Aalener Teilorten verfügbar sein. Hierzu werden die Stadtwerke auch in Gebieten mit Freileitungen Zug um Zug die Erdverkabelung einsetzen.

Die Stadtwerke wurden während der Netzübernahme von externen Juristen, von Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern begleitet. Und sie wiesen auf die Synergieeffekte für die Bürgerschaft hin, die nun die Netzübernahme in den Teilorten mit sich bringt. Musste man sich etwa bisher beim Bau eines Eigenheims oder eines späteren Umbaus immer an zwei Versorgungsunternehmen wenden, stehen künftig die Stadtwerke als ein Ansprechpartner für alles zur Verfügung. Zudem werde nun die komplette Wertschöpfung der Infrastruktur durch ein städtisches Unternehmen direkt vor Ort erbracht.

Für alle Einwohner der Aalener Teilorte Dewangen, Fachsenfeld, Ebnat, Waldhausen, Wasseralfingen und Hofen sind seit 1. Januar die Stadtwerke Aalen für den Betrieb von Stromnetz, Stromhausanschlüssen, Zähler und so weiter zuständig. Somit werden künftig auch Störungen im Stromnetz von den Stadtwerken bearbeitet und können über die Rufnummer 07361 / 952-115 gemeldet werden.

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