Stadt sagt Müllsündern den Kampf an

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Neue Müllsheriffs: so geht's bald Müllsündern in Aalen an den Kragen
Viele größere Städte haben mit illegaler Müllentsorgung zu kämpfen. Anstatt auf die Müllabfuhr zu warten oder seinen Müll in die Tonne zu werfen – wird einfach an der nächstbesten Ecke abgeladen. Die Stadt Aalen erarbeitet daher eine neue Konzeption, wie sie den Müllsündern das Handwerk legen kann.
Freier Mitarbeiter

Die Stadt Aalen sagt Müllsündern den Kampf an. Künftig soll es solchen Zeitgenossen mit saftigeren Geldbußen für das illegale Entsorgen von Müll in der Stadt oder in der Natur empfindlicher an den Kragen gehen als bisher. Müllsheriffs sollen ihre Runden drehen und – wo das rechtlich möglich ist – sollen besonders neuralgische Stellen per Video überwacht werden. Der „Aktionsplan zur Verhinderung von wilden Müllablagerungen“ kommt fraktionsübergreifend bestens an im Umweltausschuss.

Einig sind sich alle: Es muss endlich gehandelt werden. Schlicht eine „Riesensauerei“ nennt der OB das, was das so an Wertstoffcontainern, in Straßengräben oder eben auch mitten in der City mittlerweile so alles landet. Besonders ärgerlich sei: Wo eine Mülltüte liegt, „wächst über Nacht“ sofort eine kleine Müllhalde. Weil das alles vor allem ein Problem der größeren Städte im Ostalbkreis (Aalen, Schwäbisch Gmünd, Ellwangen) sei, müsse man einen „engen Schulterschluss“ bei diesem Problem anstreben. Das Arsenal gegen den „aktiven Kampf“ gegen Müllsünder: Eine Task Force „Sauberes Aalen“, Handy-Apps, Aufklärungskampagnen, etwa an Schulen sowie die Zusammenarbeit mit anderen Behörden bei schwerwiegenden Umweltdelikten. Und eine „deutliche und kräftige Erhöhung“ der Bußgelder für Ertappte. Denn die hält Thilo Rentschler für bisher „viel zu niedrig“.

Zustimmung und konstruktive Vorschläge von allen Seiten

„Ganz hervorragend“ findet Thomas Wagenblast das Aktionsprogramm für dieses „ständig wiederkehrende Thema“ und kann sich auch mit der Option der Videoüberwachung an besonders auffälligen Stellen anfreunden – unter dem Motto „abschrecken und aufklären“.

Diesem Zustand müsse man unbedingt den Riegel vorschieben, schloss sich Michael Fleischer (Grüne) „nahtlos“ seinem Vorredner an. Er hofft, man könne diesen Trend umkehren. Man müsse aber eben auch an die Ursachen gehen. An die, die den Müll herstellen: „Warum muss alles von Lebensmitteln bis zur Schraube in Plastik eingeschweißt sein?“, fragte Fleischer rhetorisch.

Claus Albrecht (Freie Wähler) will vor allem an die Ursachen ran: Warum wird von den Menschen überhaupt illegal Müll entsorgt? Sein Vorschlag: Die Müll-Grundgebühren pro Jahr um bis zu 40 Euro erhöhen. Dafür nimmt die Müllabfuhr dann aber auch immer den Müll mit, sprich: ohne zusätzliche Gebühren pro Leerung der Tonnen. Ein Problem sieht Albrecht auch in den Biomüllbeuteln, die sehr oft zu früh rausgestellt werden und an denen sich dann Vögel und auch Ratten zu schaffen machen. Deshalb müsste man mit der GOA über stabile Mülleimer für Biomüll reden. Dem schloss sich Claudia Seiler (SPD) an. Reden müsse man auch über die gelben Säcke, die oft wochenlang herumstünden. Für Ilse Schmelzle ist auch „alles in eine Tonne“ eine Option. Eine gelbe Tonne für Verpackungen wäre indes eine Option auch für den OB. Das Thema sei aber „schwierig“, weil hier nicht die Stadt zuständig ist.

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