Stadt sagt Müll den Kampf an: Wie Aalen sauberer werden soll

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 Die Stadt Aalen sagt dem Müll den Kampf an.
Die Stadt Aalen sagt dem Müll den Kampf an. (Foto: Patrick Seeger)
Freier Mitarbeiter

Die Verwaltung will mit einem mehrstufigen Aktionsplan dem Müll in Stadt und Landschaft den Kampf ansagen. Dazu gehören Aufklärung, Prävention und deutlich höhere Bußgelder für ertappte Müllsünder.

Das Thema machte in den Ortschafsträten die Runde, dort war der Aktionsplan sehr positiv aufgenommen worden. Der Gemeinderat ging nun nochmal ins Detail. Dabei ging es auch um die GOA und die Müllgebühren.

So hat beispielsweise Claus Albrecht (Freie Wähler) erneut gefordert, die Müllgebühren der GOA zu ändern. Es könne nicht sein, dass zusätzlich zum Grundbeitrag jede weitere Abholung extra bezahlt werden müsse. Er schlägt als „Minimum“ ein Abholen des Hausmülls alle zwei Wochen vor, die dann auch in der Grundgebühr enthalten ist.

Bei diesem Thema, so Oberbürgermeister Thilo Rentschler, sei man sich einig. Beim Ostalbkreis und bei der GOA müsse man aber in Sachen neue Gebührenordnung „dicke Bretter bohren.“ Er erinnerte auch an den Grundsatzbeschluss kürzlich im Kreistag und an eine kreisweite Anti-Müllkampagne, die mit „aufrüttelnden Slogans“ für das Problem sensibilisieren soll.

Was für Rentschler eine „Sauerei“ ist, sind die Müllablagerungen an den Altkleider- und Altglascontainern – wenn da einmal Müll liege, werde er schnell immer mehr. Nach Schwäbisch Gmünd startet deshalb auch Aalen ein Pilotprojekt mit „Unterflurcontainern“.

Sprich die Wertstoffsammler werden im Boden versenkt, und so soll verhindert werden, dass hinter den jetzigen Containern Müll „versteckt“ wird. In Aalen sollen zunächst fünf solcher Boden-Container aufgestellt werden. Außerdem will die Stadt sogenannte „Müllpaten“ ermuntern, sich um bestimmte, häufig belastete Parzellen zu kümmern.

Thomas Wagenblast (CDU) regte eine „Müll-App“ an, mit der man schnell und unbürokratisch per Smartphone-Foto wilde Müllablagerungen melden könnte. Die gibt’s bereits, antwortete Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle. Solche Meldungen liefen dann beim Bauhof ein und über das Geodatenportal seien die entsprechenden Stellen schnell gefunden.

Nicht an jeder Bank ein Mülleimer

Claudia Seiler (SPD) wünscht sich mehr Bänke, besonders im Hirschbachtal, und die dann mit Mülleimern. Denn neben den Bänken lande viel Müll von Spaziergängern und Ausflüglern. In den vergangenen drei Jahren, zählte Steidle auf, sei eine dreistellige Anzahl von Bänken im Stadtgebiet aufgestellt worden. Und zum Thema Mülleimer in der Landschaft gebe es eben ein Pro und ein Contra.

Seit Jahren gelte die Devise, dass nicht an jeder Bank ein Mülleimer aufgestellt werde. Denn leider würden die immer wieder missbraucht, um illegal Müll abzuladen. Und es sei ja so: Wer an einer Bank vespert, dem könne man auch zumuten, die Verpackung wieder mitzunehmen.

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