„Stadt behandelt Leerstände als heilige Kuh“

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 Viele Wohnungen in Aalen stehen leer. Der Freundeskreis für Wohnsitzlose kritisiert diese Situation und fordert mehr Unterkünft
Viele Wohnungen in Aalen stehen leer. Der Freundeskreis für Wohnsitzlose kritisiert diese Situation und fordert mehr Unterkünfte für Wohnsitzlose bereitzustellen. (Foto: Thomas Siedler)
Aalener Nachrichten

Tausend Menschen mit kleinem Geldbeutel suchen in Aalen eine erschwingliche Wohnung. Aber Stadtverwaltung und Gemeinderäte behandeln nach Ansicht des Freundeskreises für Wohnsitzlose die vielen Leerstände hauptsächlich in der Innenstadt als unantastbare heilige Kuh. In anderen Städten würden Wohnungsleerstände längst als brisantes Thema gelten.

Umso mehr stieß das Verhalten der Stadt Aalen in der ersten Sitzung des Freundeskreises für Wohnsitzlose seit Beginn der Corona-Krise auf Empörung. Nach eingehender Diskussion, in der als einer der Gründe die Scheu der Stadträte vor den eigenen Türen kehren zu müssen, genannt wurde, ging es um Lösungsvorschläge.

Pfarrer Berrnhard Richter wies als Vorsitzender auf die Beispiele des Landkreises und der Stadt Schwäbisch Gmünd hin. Beide treten in ihren Bereichen als Vermieter auf. Das heißt, Eigentümer brauchen sich selbst nicht mehr mit Mietern befassen. Ihnen wird in jedem Fall die Miete garantiert. Wie Wolfgang Lohner anmerkte verfährt auch die örtliche Caritas längst so, wenn sie Häuser für Wohngemeinschaft erworben oder angemietet hat. Der Freundeskreis beschloss einstimmig, sich wie bei den aufgezeigten Beispielen als Zwischenmieter anzubieten.

Wolfgang Lohner berichtete zudem über die Situationd es voll belegten Hirschbach-Hauses während der Corona-Krise. Die üblichen Schutzmaßnahmen seien strikt eingehalten worden, so dass kein Ernstfall registriert werden musste, obwohl die meisten Bewohner zur Risikogruppe gehörten.

Zum Stand des Neubaus in der Düsseldorfer Straße konnte Lohner mitteilen, dass der Umzug ins neue Gebäude ab 9. November beginne. Dort sind Zweier- und Dreier-Wohngemeinschaften, je eine Frauen-WG und eine Paar-WG vorgesehen. Ein gewisses Problem stellen nach wie vor Suchtkranke dar. Der Freundeskreis wird zur Ausstattung der Einrichtung beitragen.

Das alljährliche Totengedenken ist auf 25. November, 17.30 Uhr im Haus Sankt Klara angesetzt. Die Einweihung des neuen Hauses findet am 4. Dezember statt.

Neben weiteren Zuweisungen hat das deutsche Fußballnationalteam speziell für die Einrichtungen der Caritas für Wohnsitzlose in Aalen und Heidenheim zur Beschaffung von Schutzmasken und Spuckschutzwänden 3500 Euro gespendet, teilte Lohner abschließend mit.

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